FUSSBALL

Duell der Tabellennachbarn: Wiehl will mutig und griffig sein

thg, lo; 09.04.2026, 09:00 Uhr
Archivfoto: Michael Kleinjung --- Der FV Wiehl mit Florian Liebelt (re.) tritt gegen einen Mitkonkurrenten an, Nümbrecht und Joscha Trommler wollen gegen Endenich reüssieren.
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Duell der Tabellennachbarn: Wiehl will mutig und griffig sein

thg, lo; 09.04.2026, 09:00 Uhr
Oberberg – Landesliga: Nach der Osterpause steht für den FV Wiehl das Spiel gegen den Tabellennachbarn Marialinden auf dem Programm, Nümbrecht trifft auf Endenich – Bezirksliga: Schönenbach darf sich beim TFC Köln keinen Ausrutscher erlauben, nächster Aufstiegskandidat gastiert in Frielingsdorf.

Vorschau Landesliga (22. Spieltag)

 

TuS Marialinden – FV Wiehl (Sonntag, 15:15 Uhr).

 

Hinspiel: 2:2.

 

Es fehlen: Alexander Marks, Marvin Bollow, Rene Gailowitz, Kevin Derksen.

 

Einsatz fraglich: Gino Lanfranco.

 

Zum Spiel: Nach der kurzen Verschnaufpause am Osterwochenende wird sich in den nächsten Wochen entscheiden, ob der FV Wiehl bis zum Saisonfinale um den Klassenerhalt kämpfen muss oder sich frühzeitig in sichere Gefilde rettet. Das Match gegen den aktuellen Zweiten Neunkirchen-Seelscheid Ende April ausgeklammert, stehen Partien gegen Konkurrenten aus dem Keller auf dem Programm – angefangen mit dem „bergischen Derby“ gegen den Tabellennachbarn TuS Marialinden, der momentan einen Zähler mehr auf dem Konto hat, allerdings haben die Wiehler eine Partie weniger ausgetragen.

 

Im Hinspiel verbuchte die Elf von Sascha Mühlmann nach zuvor sechs Pleiten am Stück den ersten Zähler der Spielzeit und arbeitete sich anschließend vom letzten Platz nach vorne. Seinerzeit gab Wiehl nach drückender Überlegenheit in der ersten Halbzeit einen 2:0-Vorsprung aus der Hand. Die Gäste hatten zunächst kein Land gesehen, nutzten aber kurz vor der Pause ihre erste Torchance zum 2:1. In der zweiten Hälfte besaß das Team von Maik Alzer Vorteile und schaffte noch den Ausgleich.

 

Mühlmann ist immer noch hin- und hergerissen, wenn er an die Begegnung in der Hinrunde zurückdenkt. „Da haben wir 60 Minuten lang ein richtig gutes Spiel gemacht, schenken aber hinten raus zwei Punkte ab. Das war bitter, aber auf der anderen Seite war es unser erster Punkt der Saison und die Leistung hat uns Auftrieb gegeben.“ In Marialinden zu bestehen, sei stets eine spezielle Herausforderung, so der Coach weiter. „Jeder weiß, wie schwierig es dort ist. Wichtig wird sein, nicht in Ehrfurcht zu erstarren, sondern genauso mutig und griffig zu sein wie in der zweiten Halbzeit im Derby gegen Nümbrecht. Dann bekommen wir unsere Chancen.“

 

Eine starke Reaktion auf den 0:1-Rückstand durch ein Traumtor von Joscha Trommler zeigten die FV-Kicker im „Homburger Klassiker“ vor zehn Tagen. Justus Dabringhausen und Jan Peters sorgten für die zwischenzeitliche Wende, Wiehl war drauf und dran, das  Lokalduell auf seine Seite zu ziehen. Doch kurz vor Schluss gelang den Nümbrecht nach einem Standard noch das 2:2. Diese zwei Zusatzpunkte hätten der Mühlmann-Equipe gut zu Gesicht gestanden, von der euphorisierenden Wirkung eines Derbysieges mal ganz abgesehen.        

 

Doch unabhängig davon sieht Mühlmann seine Schützlinge für den Ligaendspurt gerüstet. „Die Jungs sind gut drauf. Am Dienstag hatten wir 20 Mann beim Training und wir haben sehr gut trainiert“, berichtet er. Gegen Marialinden kann er wieder auf Vinzent Stoffel zurückgreifen, der gegen Nümbrecht urlaubsbedingt gefehlt hatte. Gino Lanfranco hat nach einer längeren Verletzungspause das Training aufgenommen. Ob es für Sonntag reicht, steht noch nicht fest. Die A-Jugendlichen Yasin Tarikus, der gegen Nümbrecht ein solides Debüt in der Startformation feierte, sowie Elias Butzmuehlen und Yüksel Özkan werden definitiv zum Kader gehören. Mit der Entwicklung der Youngster ist der Trainer sehr zufrieden. (lo)  

 

 

SSV Homburg-Nümbrecht – FV Bonn-Endenich (Sonntag, 15:15 Uhr).

 

Hinspiel: 1:2.

 

Es fehlen: Felix Sievers, Robin Brummenbaum, Niklas Goße, Mike Großberndt, Moritz Becker, Fritz Schäfer, Mouad Zaki, Tom Hillenbach.

 

Zum Spiel: Mit dem 2:2-Unentschieden im Derby gegen den FV Wiehl haben die Nümbrechter den letzten echten Höhepunkt der Landesligasaison hinter sich gebracht. Alle Träume von einem Aufstieg in die Mittelrheinliga sind verflogen – auch Platz zwei ist nach dem jüngsten Sieg des FSV Neunkirchen-Seelscheid gegen den SV Schlebusch wohl in unerreichbarer Ferne. „Wir versuchen jetzt noch so viele Punkte wie möglich zu sammeln, um am Ende der Saison eine gute Tabellenplatzierung zu haben“, wünscht sich Nümbrechts Trainer Marcus Voike nur noch einen versöhnlichen Abschluss. Die größte Herausforderung wartet auf den SSV im Kreispokal. Ende April steht das nächste Derby gegen den FV Wiehl auf dem Programm, wenn im Viertelfinale die beiden klassenhöchsten Teams aufeinandertreffen. Ein Weiterkommen wäre bereits die halbe Miete für den Titelgewinn.

 

In der Meisterschaft schaue man nur noch von Spiel zu Spiel. „Wir wollen ja immer jedes Spiel gewinnen. Auch gegen die Topmannschaften. Und Endenich ist so eine Topmannschaft“, sagt Voike und nimmt den Saisonverlauf der Bonner als Anschauungsmaterial, um zu beschreiben, wie die Verhältnisse in dieser Spielzeit sind. „Die wollten aufsteigen und waren auch einer der Favoriten als Mittelrheinligaabsteiger. Das ist eine Mannschaft mit sehr guten Einzelspielern. Aber sie waren nicht so erfolgreich und haben schon den Trainer gewechselt. Daran sieht man, wie schwer es in dieser Liga ist“, so Voike. Den jüngsten Auftritt der Bonner gegen den SC Borussia Lindenthal-Hohenlind habe man beobachtet. „Die haben Hohenlind in den ersten 25 Minuten an die Wand gespielt und kassieren dann einen Gegentreffer. Von da an ist das Spiel dann in die andere Richtung gelaufen“, beschreibt Voike den schmalen Grat auf dem sich die Endenicher offenbar bewegen. 1:3 verloren die Endenicher schließlich und rutschten auf den siebten Tabellenplatz ab.

 

Die personelle Lage der Nümbrechter war schon einmal besser. Auch die Trainingspause in den Osterferien hat wenig Entlastung gebracht. Kapitän Sebastian Ramspott ist nach langer Verletzungspause zwar zurück im Aufgebot, Fritz Schäfer aber aktuell krank, Robin Brummenbaum wegen einer Muskelverletzung für unbestimmte Zeit außer Gefecht gesetzt und Felix Sievers ebenfalls angeschlagen, aber ohnehin im Urlaub. Bei Mouad Zaki hat sich zwar der Verdacht auf einen Bänderriss im Knöchel nicht bestätigt, trainieren kann der Sommerneuzugang aber weiterhin nicht. Sorgen macht sich Voike zudem um Niklas Goße, der mit Verdacht auf eine Schambeinentzündung weiterhin ausfällt. (thg)

 

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Vorschau Bezirksliga (22. Spieltag)

 

SV Frielingsdorf – DJK Südwest Köln (Sonntag, 15:15 Uhr).

 

Hinspiel: 3:4.

 

Es fehlen: Fabian Januszewski, Jon Langen, Leon Dema, Gianluca Fliegner, Laurin Schenk, Yannick Blumberg, Jannis Everding, Luca Everding.

 

Zum Spiel: Nach der Osterpause hat der SV Frielingsdorf den nächsten dicken Brocken vor der Brust: Titelkandidat DJK Südwest Köln gibt seine Visitenkarte in der ONI-Arena ab. Der Landesliga-Absteiger kann sich berechtigte Hoffnungen machen, auf direktem Wege wieder den Gang nach oben anzutreten. Im spannenden Aufstiegsrennen rangieren die Domstädter punktgleich mit Schönenbach und Deutz auf Position drei des Klassements, wobei nach dem Gewinn der Herbstmeisterschaft ein wenig Sand ins Getriebe geraten ist. In der Rückrundentabelle belegen die Gäste lediglich einen Mittelfeldplatz.

 

Die bisherige SVF-Bilanz nach dem Jahreswechsel fällt ebenfalls bescheiden aus (vier Punkte aus sechs Spielen), doch die jüngsten Auftritte gegen Rheindörfer Nord (2:2) und Deutz (0:2) haben gezeigt, dass die Frielingsdorfer kein Sparringspartner für die Topteams sind. Auch beim ersten Aufeinandertreffen mit Südwest Köln in dieser Saison schnupperte man trotz eines frühen 0:2-Rückstands an einem Remis, kassierte aber kurz vor Schluss noch den entscheidenden Treffer zum 3:4.

 

„Wir haben im Hinspiel gezeigt, dass gegen sie etwas machbar ist. Wir waren sehr, sehr nah dran an einem Punktgewinn“, blickt Trainer Andy Dreiner zurück. Die Qualitäten des Gegners seien bekannt. Man treffe auf eine abgezockte Mannschaft, „die sehr robust spielt und über eine gewisse Körperlichkeit kommt, aber auch ein paar gute Individualisten hat, die eine Klasse höher spielen könnten“, werde laut Dreiner die physische Komponente am Sonntag eine zentrale Rolle einnehmen.

 

Herzstück und Taktgeber der gefährlichen DJK-Offensive – die Equipe von Daniel Errens hat zusammen mit Deutz die meisten Tore erzielt – sind die Zwillinge Philipp und Hendrik Graf. Auf das Duo gilt es für die Frielingsdorfer Hintermannschaft besonders zu achten, wobei grundsätzlich ein anderes Spiel als zuletzt gegen die Deutzer, die den Fokus auf ihr Positionsspiel richten, zu erwarten ist, da Südwest wie erwähnt über andere Qualitäten verfügt und eher durch Geradlinigkeit besticht. Der Schlüssel liege darin, so Dreiner, vor allem körperlich dagegenhalten.

 

In der Abwehrzentrale muss der Coach umbauen: Fabian Januszweski – nach seiner Gelb-Roten Karte gegen Heiligenhaus gerade erst wieder zurückgekehrt – sitzt nun eine Gelbsperre ab und Jon Langen steht urlaubsbedingt nicht zur Verfügung. (lo) 

 

 

TFC Köln – SV Schönenbach (Sonntag, 15:30 Uhr).

 

Hinspiel: 0:1.

 

Es fehlen: Rolf Unzola, Patrick Schmid, Pascal Königs, Astrit Dauti.

 

Einsatz fraglich: Niklas Jung.

 

Zum Spiel: Für die Schönenbacher ist die Reise in den Kölner Westen eine ins Ungewisse. „Ich bin dort noch nie gewesen. Aber wir wissen ja, dass in Köln ein anderer Wind weht. Vielleicht kommt es am Ende auf die Marschroute des Schiedsrichters an, wieviel er laufen lässt“, macht sich der Sportliche Leiter der Schönenbacher, Matthias Siebertz, auf einen heißen Tanz gefasst. Beim Aufsteiger sind die Schönenbacher der klare Favorit. Ein Sieg ist Pflicht, will man weiter im Aufstiegsrennen mitmischen. Siebertz ist jedoch gewohnt vorsichtig. „Ich glaube, dass die sich unter Wert schlagen. Im Hinspiel war der Gegner gar nicht so schlecht. Sie haben einige Spieler in der Mannschaft, die Fußball spielen können und haben versucht, alles spielerisch zu lösen“, erinnert sich Siebertz an den 1:0-Sieg.

 

Damals wurde der Türkische FC noch vom ehemaligen Bundesligaprofi des 1. FC Köln, Andrew Sinkala, gecoacht. Sinkala, der auch als Co-Trainer bei der Nationalmannschaft Sambias unter seinem ehemaligen Teamkollegen bei den Geißböcken, Moses Sichone, arbeitet, ist allerdings nicht mehr im Amt. Die jüngsten Ergebnisse des drittletzten der Tabelle haben die Schönenbacher aufhorchen lassen. Die Pflichtaufgabe gegen das Ligaschlusslicht SC Brühl löste der TFC mit einem Sieg, verlor anschließend jeweils knapp gegen Heiligenhaus und die Rheindörfer Nord, besiegte dann aber völlig überraschend den Tabellenführer Deutz 05. Am letzten Spieltag vor der Osterpause unterlag der Liganeuling beim Tabellendritten Südwest Köln mit 1:3.

 

„Sie haben die Leistung aus dem Deutz-Spiel nicht bestätigt, aber die haben gegen die nicht umsonst gewonnen“, mahnt Siebertz, den Gastgeber nicht zu unterschätzen. An der Ausfallliste hat sich über die Osterferien nichts geändert. Rolf Unzola ist noch immer an der Schulter verletzt, ersatztorwart Pascal Königs fällt wegen eines Zehenbruchs aus, Astrit Dauti und Patrick Schmid sind langzeitverletzt. Der Einsatz von Niklas Jung ist nach einem Handbruch weiterhin fraglich. (thg)

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