FUSSBALL

Effektive Wiehler beenden Nümbrechts stolze Titelserie

lo; 16.08.2026, 22:00 Uhr
Fotos: Michael Kleinjung --- Jubel in Schwarz-Weiß statt Blau-Gelb: Der FV Wiehl ist neuer Gewinner des Sparkassen-Cups.
FUSSBALL

Effektive Wiehler beenden Nümbrechts stolze Titelserie

lo; 16.08.2026, 22:00 Uhr
Oberberg - Der FV Wiehl entthront den Abo-Champion und gewinnt den Sparkassen-Cup – Vor 600 Zuschauern im SSV-Stadion feierte die Mühlmann-Elf einen 2:1-Finalerfolg - Derschlag sichert sich Platz drei nach Kantersieg gegen den THB.

Ausgerechnet im eigenen Wohnzimmer ist die beeindruckende Titelserie zu Ende gegangen: Nach sechs aufeinanderfolgenden Triumphen beim Sparkassen-Cup (SC) wurde der SSV Homburg-Nümbrecht von seinem Landesliga-Rivalen FV Wiehl entthront. Mit einem 2:1-Finalsieg sicherte sich die Equipe von Coach Sascha Mühlmann den Gewinnerpokal beim „Fußball-Klassentreffen“ der Sparkasse Gummersbach.

 

[Dominik Thoenes vom Orgateam der Sparkasse im Gespräch mit Wiehls Kapitän Kevin Derksen.]

 

Der SSV war in diesem Jahr auch der Ausrichter des reformierten SC. Klubchef Roger Lang zeigte sich mit dem Verlauf der Woche hochzufrieden, obwohl das Stadion derzeit umbaubedingt lediglich Baustellen-Flair versprüht. Trotzdem war der Besucherzuspruch mehr als zufriedenstellend. „Es hat alles hervorragend funktioniert. Das Turnier hat Tradition und ist im Kalender fest verankert. Ich denke, dass alle Mannschaften und die Zuschauer ihren Spaß hatten“, dankte Lang der Sparkasse und den unzähligen ehrenamtlichen Helfern für ihr Engagement. Schon morgen wird die Sportanlage wieder geschlossen: Dann rücken die Baufirmen erneut an und tauschen unter anderem den Kunstrasen aus.        

 

WERBUNG

Das neue SC-Format – nur noch K.o.- statt Gruppenspiele und bloß ein Austragungsort - war im Vorfeld und unter der Woche von Trainern und Spielern gelobt worden, weil die physische Belastung durch die Reduzierung der Spielanzahl deutlich zurückgeschraubt wurde. Die Teams, die ins Halbfinale vorstießen, hatten trotzdem ein knackiges Programm mit vier Begegnungen binnen einer Woche zu bewältigen – und das bei größtenteils hochsommerlichen Temperaturen. Am heutigen Finaltag, immerhin nicht ganz so heiß, wurde sogar über die volle Distanz von 2x45 Minuten gespielt, davor waren es 2x30 Minuten.

 

[Nümbrecht, Derschlag und Bröltal (von oben nach unten) gingen ebenfalls nicht ohne Prämien und Pokale nach Hause.]

 

Die Verantwortlichen der Sparkasse zogen ebenfalls ein positives Resümee. Michel Zacher (Leiter Marktservice und Vertreter des Vorstands) lobte das faire Miteinander und freute sich darüber, dass der geänderte Modus so gut angenommen wurde. Er hob die „hervorragende Organisation“ des SSV Homburg-Nümbrecht hervor und ergänzte: „Die Turnierwoche hat eindrucksvoll bewiesen, dass Vereine Gemeinschaft schaffen. Und Gemeinschaft prägt die Region.“

 

Das Geldinstitut hatte die ausgeschütteten Prämien bei der diesjährigen Auflage noch einmal aufgestockt. So erhielt der neue Champion 1.500 Euro, Nümbrecht als Verlierer des Endspiels ein stattliches Trostpflaster über 1.250 Euro.. Selbst Derschlag und Bröltal, die das „kleine“ Finale bestritten, nahmen einen vierstelligen Betrag (1.000 Euro) mit nach Hause und auch die zuvor ausgeschiedenen Mannschaften gingen nicht leer aus. Die Torjägerkrone sicherte sich Nümbrechts Neuzugang Collins Ihekaire mit vier Turniertreffern.

 

[Collins Ihekaire erhielt als bester Torschütze des Turniers den "Goldenen Schuh".] 

 

Finale

 

SSV Homburg-Nümbrecht – FV Wiehl 1:2 (1:1).

 

Rund 600 Zuschauer wollten sich den Abschluss des SC-Reigens nicht entgehen lassen und zunächst sah alles danach aus, als ob die Trophäe am Ende wieder ein gelb-blaues Schleifchen tragen würde. Die Gastgeber begannen dominant und gingen bereits nach sieben Minuten in Führung, als der Ex-Wiehler Felix Sievers einen Querpass von Dean-Robin Paes verwertete. Zuvor hatte Paes auf Vorlage von Kilian Seinsche wenige Meter vor dem Kasten das Leder nicht richtig getroffen (2.).

 

[Die beiden Landesligisten schenkten sich nichts.]

 

Danach kontrollierte der SSV das Geschehen, Strafraumszenen blieben allerdings Mangelware. Die erste Gelegenheit auf der Gegenseite verzeichnete Felix Krüger, dessen Diagonalschuss vorbeisauste (23.). Obwohl es sich nicht um ein Pflichtspiel handelte, schenkten sich die Ligarivalen nichts und langten in den Zweikämpfen herzhaft zu. Viele Unterbrechungen waren die Folge.

 

Es dauerte bis zur 41. Minute, bis es noch einmal gefährlich wurde. Diesmal zielte Krüger drüber (41.). 120 Sekunden später wehrte FV-Keeper Justin Broy einen Versuch von Paes mit dem Fuß ab, im direkten Gegenzug bekamen die Nümbrechter die Kugel nicht aus der Gefahrenzone und Krüger markierte mit einem platzierten Flachschuss von der Sechszehnerkante den Ausgleich.

 

Nümbrechts Coach Marcus Voike brachte zur zweiten Hälfte neue Kräfte für die Offensive und die führten sich gleich gut ein. Der eingewechselte Niklas Clemens probierte es mit einem Lupfer (46.).  Kurz darauf eine weitere Co-Produktion zweier Joker: Flanke Collins Ihekaire, Kopfball Ritsuki Oyami – vorbei (51.). Auch Ihekaire blieb gegen seinen Ex-Klub ein Tor verwehrt, weil er freistehend keinen Druck auf das Spielgerät bekam und Broy zupackte (52.).

 

Die Strafe für Nümbrecht folgte auf dem Fuße: Nach einem Zuspiel von Elias Butzmuehlen, der ebenfalls nach der Pause aufs Feld geschickt worden war, traf Wiehls Ali Can Gültekin zum 1:2. Nun war der Titelverteidiger in einem weiterhin umkämpften Match gefordert, rannte sich aber immer in der vielbeinigen FV-Abwehr fest bzw. leistete sich zu viele Ungenauigkeiten.

 

Ausnahmen: Broy parierte eine Möglichkeit von Felix Klein mit einem Klassereflex (77.), Oyami hatte Pech mit einem Pfostentreffer (80.) und Dennis Kania senste nach einer Ecke von Joscha Trommler über den Ball (82.). Als tief in der Nachspielzeit ein Kopfball von Michael Ojesanmi ebenfalls ungenutzt blieb (90.+6), stand fest, dass der SC-Pott zum ersten Mal seit sechs Jahren nicht in die SSV-Vitrine wandert.

 

[Alexander Marks versucht seinem ehemaligen Teamkollegen Collins Ihekaire den Ball abzunehmen.]

 

„Ich bin sehr zufrieden und froh, dass sich die Jungs belohnen konnten. Die Mannschaft hat in den letzten zwei Wochen mit unserem Trainingslager und dem Sparkassen-Cup unglaublich intensiv gearbeitet. Die ersten 25 Minuten war Nümbrecht am Drücker. Danach war es ein Fifty-Fifty-Spiel mit dem besseren Ende für uns“, befand FV-Trainer Sascha Mühlmann, der fürs nächstes Mal die Anregung äußerte, die Halbfinalpartien auf den Freitag zu verlegen, um die Strapazen für die Klubs, die am Final-Wochenende noch mit dabei sind, ein wenig zu verringern.

 

Sein Gegenüber Marcus Voike haderte mit der Abschlussschwäche seiner Schützlinge. „Wir hatten die besseren Chancen. Wiehl macht aus zwei Chancen zwei Tore, aber so ist der Fußball manchmal. Wir haben allerdings auch nicht unsere beste Leistung gezeigt. Vorne haben uns Ruhe und Konsequenz gefehlt. Ich muss die Jungs aber ein bisschen in Schutz nehmen. Wegen der Umbaumaßnahmen hier bei uns trainieren wir zurzeit wenig auf dem Platz und es war eine sehr intensive Woche.“                 

 

Tore

1:0 Felix Sievers (7.), 1:1 Felix Krüger (44.), 1:2 Ali Can Gültekin (54.).

 

[Derschlags Waldemar Kilb (li.) im Zweikampf mit dem Bröltaler Jan Mortsiefer.]

 

Spiel um Platz drei

 

Borussia Derschlag – TuS Homburg-Bröltal 6:1 (2:1).

 

Die A-Ligisten lieferten sich ein kurzweiliges Duell, wobei in der ersten Halbzeit nichts darauf hindeutete, dass sich der THB eine derartige Rutsche abholt. Die Bollmann-Elf erwischte den besseren Start und wurde vom Rückstand durch einen Dropkick-Schuss von Cihan Eryetli kalt erwischt. Jan Mortsiefer verpasste den Ausgleich, indem er mit einem Foulelfmeter am stark reagierenden Borussen-Keeper Isik Gültekin scheiterte, der auch gegen Mamadu Jalloh die Oberhand behielt (23.). Ein Kracher aus der zweiten Reihe von Fabian Blum landete am Lattenkreuz (29.).

 

Anschließend scheiterte Derschlags Triantafilos Vlachos im Eins-gegen-Eins an Bröltals Schlussmann Alon Gehrmann, bevor Tom Gärtner postwendend das 1:1 besorgte. Kurz darauf zog Vlachos gegen Gehrmann abermals den Kürzeren (37.), bereitete jedoch die neuerliche Führung durch Jordi Scherbaum vor.

 

[Borussen-Keeper Isik Gültekin entschärfte den Elfer von Jan Mortsiefer.]

 

Nach dem Seitenwechsel waren bei den völlig entkräftet wirkenden Bröltalern Auflösungserscheinungen zu erkennen. Die Borussen kombinierten sich binnen weniger Minuten zu drei weiteren Treffern – die Entscheidung. Mit dem Abpfiff machte Akram Al Najjar das halbe Dutzend voll. „Ich bin sehr, sehr zufrieden. Wir haben in dieser Woche, mit Ausnahme des ersten Spiels gegen Gummersbach, sehr gute Leistungen gezeigt. So kann es gerne weitergehen“, erklärte Derschlags Trainer Dimitri Wirschke, der mangels personeller Alternativen drei Kicker aus dem Reserveteam in den Kader beordert hatte. „Die Jungs aus der Zweiten haben das super gemacht.“

 

Völlig bedient zeigte sich der Bröltaler Trainer Mats Bollmann, der diverse Angeschlagene zu beklagen hat. Am schlimmsten hat es in dieser Woche Aron Jungjohann erwischt, der sich eine schwere Knieverletzung zugezogen hat. Ein Kreuzbandriss kann nicht ausgeschlossen werden. „Der Sparkassen-Cup hat uns leider mental und körperlich gekillt. Zum Glück hat uns die 2. Mannschaft nonstop unterstützt, sonst hätten wir richtige Probleme bekommen. Unabhängig davon dürfen wir uns nicht so präsentieren, wie wir das heute getan haben. In der zweiten Halbzeit haben wir es über uns ergehen lassen“, lautete Bollmanns frustriertes Fazit.

 

Tore

1:0 Cihan Eryetli (9.), 1:1 Tom Gärtner (30.), 2:1 Jordi Scherbaum (44.), 3:1 Akram Al Najjar (52.), 4:1 Jordi Scherbaum (56.), 5:1 Triantafilos Vlachos (61.), 6:1 Akram Al Najjar (90.+1).              

 

Besonderes Vorkommnis

Derschlags Keeper Isik Gültekin pariert einen Foulelfmeter von Jan Mortsiefer (14.).

BILDERGALERIE

WERBUNG