FUSSBALL

Ein bisschen Wehmut ist noch da

lo; 26.12.2025, 10:00 Uhr
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Archivfoto: Thomas Giesen --- Torsten Reisewitz arbeitet seit Sommer beim TuS Buisdorf.
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Ein bisschen Wehmut ist noch da

lo; 26.12.2025, 10:00 Uhr
Nümbrecht - Im vergangenen Sommer gingen der SSV Homburg-Nümbrecht und Torsten Reisewitz nach neun gemeinsamen Jahren getrennte Wege - Beim TuS Buisdorf hat der Trainer eine neue sportliche Heimat gefunden.

Buisdorf – ein Örtchen inmitten des Städtedreiecks St. Augustin, Siegburg und Hennef ist seit dem vergangenen Sommer die neue sportliche Heimat von Torsten Reisewitz. Der Coach hatte nach dem Ende seiner Tätigkeit für den SSV Homburg-Nümbrecht beim TuS Buisdorf aus der Bezirksliga Staffel 2 angeheuert und blickt auf eine Hinrunde zurück, die er mit einer „Drei minus“ benotet. Ganz zufrieden stellt den Übungsleiter die Ausbeute nicht, was primär mit dem völlig missratenen Endspurt zusammenhängt.

 

Nach dem 2:1-Erfolg gegen den SV Niederbachem am zehnten Spieltag ging’s steil bergab: 2:4 gegen den MSV Bonn, 0:4 gegen Oberpleis, 1:10 gegen Oberdrees und 2:6 gegen Friesdorf lautete die ernüchternde Bilanz im Spätherbst. Die zweistellige Abreibung gegen Oberdrees liegt Reisewitz noch besonders schwer im Magen. „Zur Pause haben wir mit 1:4 hinten gelegen, müssen aber eigentlich mit 6:4 führen. Die Veo-Statistik hat am Ende ein Torschussverhältnis von 16:11 für uns angezeigt“, berichtet der Trainer.

 

Auch in Friesdorf sei seine Mannschaft nach einem Doppelschlag zum 3:2 für die Hausherren „wie ein Kartenhaus zusammengefallen.“ Eine wirkliche Erklärung für den Absturz im letzten Drittel der Hinserie – vorher verfügten die Buisdorfer über die drittsicherste Defensive der Liga – hat Reisewitz nicht parat. „Ich vermute, dass ich die Jungs körperlich wie mental ein wenig überfordert habe. Daher ist es ganz gut, dass wir jetzt eine Pause haben und mal durchatmen können“, so der 52-Jährige.

 

20 Punkte sollten es zum Bergfest der Saison sein, 17 sind es geworden. „Ich glaube dennoch nicht, dass wir noch einmal unten reinrutschen. Dafür ist die Qualität in der Truppe zu hoch, wobei wir im Sommer einen Umbruch zu verzeichnen hatten und ein paar Spieler aus der Kreisliga A und B dazugeholt haben. Unser Ziel ist, 40 Punkte zu holen und auf einem einstelligen Tabellenplatz einzulaufen. Das sollte machbar sein.“ Die Winterpause verbringen die Buisdorfer auf dem zehnten Rang. Als Trumpf könnte sich die Heimstärke erweisen: Bisher verbuchte der TuS 13 Zähler auf dem eigenen Naturrasenplatz.  

 

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Reisewitz hat sich gut eingelebt und lobt die familiäre Atmosphäre bei dem Stadtteilklub aus St. Augustin. Er macht aber keinen Hehl daraus, dass er einige Zeit benötigt hat, um das Aus in Nümbrecht zu verarbeiten. „Gerade am Anfang war das sehr emotional und nicht einfach für mich, mich auf etwas Neues einzulassen. Die neun Jahre haben schon Spuren hinterlassen.“

 

Dass er sonntags nach den Spielen seiner Mannschaft einen Blick auf die Ergebnisse in der Landesliga und die des SSV wirft, versteht sich von selbst. „Es ist noch Wehmut mit dabei, speziell wenn ich an die Derbys gegen Wiehl oder das neue Stadion in Nümbrecht denke. Inzwischen kann ich aber mit einem lachenden Auge draufschauen. Ich freue mich für die Jungs, wenn es für sie gut läuft.“ Da verschickt er dann manche Textnachricht, wenn beispielsweise einer seiner Ex-Schützlinge ein Tor erzielt hat oder anderweitig positiv auffällt. „Ist doch klar, dass mich das immer noch interessiert. Ich stehe weiterhin mit vielen Spielern und Leuten aus dem Umfeld in Kontakt.“

 

Kurios: Mit dem FSV Neunkirchen-Seelscheid, den Nümbrechtern, dem FV Bad Honnef und Borussia Lindenthal-Hohenlind rangieren vier seiner früheren Vereine unter den Top 5 der Landesliga. „Einen kleinen Teil des Weges bin ich bei allen mitgegangen“, würde er sich – egal für wen - freuen, wenn es mit dem Aufstieg funktionieren würde. Der SSV hat seiner Ansicht nach gute Chancen, „weil in diesem Jahr wahrscheinlich auch der Zweite direkt aufsteigt. Nümbrecht hat am Anfang der Rückrunde fünf Heimspiele in Folge. Da können sie sich ganz oben heranschießen“, glaubt Reisewitz.

 

Ein großes Wiedersehen gibt es bald beim Budenzauber in Derschlag. Als die Anfrage von Turnierchef Peter Wagner reinflatterte, musste Reisewitz nicht zweimal überlegen und sagte zu. „Der Budenzauber ist eine super Sache für die Mannschaften und die Zuschauer. Man trifft viele alte Weggefährten und kann ein bisschen quatschen. Darauf freue ich mich schon sehr.“ Und wie es der Zufall will, wurden die Buisdorfer in die Nümbrechter Gruppe gelost. Mit den Blau-Gelben hat Reisewitz das Turnier mehrfach gewonnen. Ob er ihnen diesmal – als Trainer auf der Gegenseite – das Weiterkommen streitig machen kann, wird sich am 4. Januar zeigen.                       

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