FUSSBALL
Eine Pflichtaufgabe, die keine ist: Hohkeppel trifft auf Aufsteiger Neunkirchen-Seelscheid
Lindlar – Eintracht Hohkeppel reist am Sonntag zum Mittelrheinligaaufsteiger FSV Neunkirchen-Seelscheid – Eine Krankheitswelle schränkt den Trainingsbetrieb des Tabellenführers ein.
Von Thomas Giesen
FSV Neunkirchen-Seelscheid – Eintracht Hohkeppel (Sonntag, 15:45 Uhr).
Es fehlen: Hendrik Strobl, Kenneth Eligon.
Zum Spiel: Auf dem Papier sieht es aus wie eine Pflichtaufgabe. Die Eintracht thront seit vergangenem Sonntag wieder an der Spitze der Mittelrheinliga, der Aufsteiger aus Seelscheid rangiert mit fünf Niederlagen in sieben Spielen auf dem vorletzten Tabellenplatz. Viel klarer könnte die Favoritenrolle nicht verteilt sein. Doch Hohkeppels Trainer Giuseppe Brunetto macht da nicht mit. „Ich tue mich immer schwer mit solchen Begriffen. Klar wollen wir da gewinnen, aber wir haben in dieser Saison erlebt, wie eng diese Liga ist. Ich würde in ein solches Spiel nie anders gehen, als in andere, sondern immer hoch konzentriert. Man sieht es an den Ergebnissen. Nur 80 Prozent zu geben, geht nicht, das sage ich immer wieder. Man muss immer an die Leistungsgrenze gehen“, mahnt der Coach.
Brunetto rechnet damit, dass die Seelscheider nach der jüngsten 1:6-Klatsche gegen den SSV Bornheim noch einmal deutlich motivierter ins Spiel gegen Hohkeppel gehen werden. „Die sind angeschlagen und ich habe es ja selbst erlebt, wie es nach solch einer Niederlage ist und mit welcher Wut im Bauch die Jungs in die nächste Trainingswoche gegangen sind. Die werden die Niederlage sicher abschütteln wollen“, erinnert sich der Coach an die eigene 1:6-Auswärtspleite beim SSV Merten vor rund zwei Wochen. Damals hatte man sich verzockt, versuchte den Gastgeber zu pressen und wurde brutal ausgekontert.
Eine Qualität, die auch die Seelscheider auszeichnet. Brunetto kennt den Gegner noch aus seiner Zeit als Trainer der Hohkeppeler Zweitvertretung in der vergangenen Landesligasaison, in der die Seelscheider den Aufstieg schafften. „Die hatten ein sehr gutes Umschaltspiel und es wird jetzt wieder so sein. Wie Zülpich ist das eine Mannschaft, die schon lange zusammenspielt. Wir müssen überlegen, was wir am Sonntag machen. Wenn wir uns dazu entscheiden, draufzugehen, dann müssen auch die Restverteidigung und das Gegenpressing stimmen. Die kommen mit sehr viel Speed in vorderster Linie.“
Ob die Hohkeppeler ihre Qualitäten auf den Platz bringen können, ist ein wenig fraglich, denn eine Krankheitswelle hat die Mannschaft erwischt. Sieben Spieler sind derzeit krank und fehlten im Training. „Das macht mir ein bisschen Kopfschmerzen“, sagt Brunetto, der aber zuversichtlich ist, dass das Aufgebot am Sonntag weitgehend komplett ist.
Schlechte Nachrichten gibt es von Kenneth Eligon. Der Innenverteidiger, bislang meist im Kader der 2. Mannschaft, hat sich einen Kreuzbandriss zugezogen und fällt für unbestimmte Zeit aus. Zudem hat sich die Verletzung von Hendrik Strobl als schwerwiegender herausgestellt. Der 24-jährige Offensivspieler hat einen Riss des Außenbands im Knöchel sowie einen Anriss des Syndesmosebands und steht dem Klub in den nächsten Monaten nicht zur Verfügung.