FUSSBALL

Hohkeppel trifft Welle der Kritik nach Spielerverpflichtung

Red; 06.06.2026, 10:24 Uhr
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Hohkeppel trifft Welle der Kritik nach Spielerverpflichtung

Red; 06.06.2026, 10:24 Uhr
Lindlar – Neuzugang wurde kürzlich wegen eines illegalen Autorennens mit Todesfolge zu einer Haftstrafe verurteilt – Heftige Reaktionen in den Sozialen Medien – Verein verteidigt Transfer.

Eintracht Hohkeppel sieht sich nach der Verpflichtung eines Fußballers mit einer Welle der Empörung konfrontiert. Der 22-Jährige war vor einigen Wochen nach einem tödlichen Unfall vom Landgericht Köln zu einer fünfjährigen Haftstrafe nach Jugendstrafrecht verurteilt worden. Der Richter hatte es als erwiesen angesehen, dass sich der 22-Jährige – zusammen mit einem weiteren Angeklagten – des Fahrens eines illegalen Autorennens mit Todesfolge schuldig gemacht hat. Die beiden Männer sind frühere Nachwuchsspieler des 1. FC Köln.

 

Bei dem Unfall auf der Autobahn 555 Ende 2023 waren eine 49-Jährige und deren (23) Tochter gestorben. Die Angeklagten hatten bis zum Ende des Verfahrens abgestritten, sich ein Rennen geliefert zu haben. Rechtskräftig ist das Urteil noch nicht, weil der 22-Jährige das Rechtsmittel der Revision eingelegt hat.

 

Der Mittelrheinligist hatte den Transfer des Akteurs, der bereits in der Rückrunde der Saison 2024/2025 für Hohkeppel aufgelaufen war, Anfang der Woche bekanntgegeben – die Reaktion fielen heftig aus. Der Verein äußerte sich daraufhin in einer Stellungnahme. „Die öffentliche Diskussion nehmen wir selbstverständlich wahr und verstehen, dass dieses Thema viele Menschen bewegt. Unabhängig von unserer sportlichen Entscheidung sind wir uns bewusst, dass bei dem tragischen Verkehrsunfall Menschen ihr Leben verloren haben und Familien bis heute mit den Folgen leben müssen. Unser Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen sowie allen Betroffenen“, hieß es einleitend in dem Statement. Der Vorsitzende Richter hatte in seiner Urteilsbegründung hervorgehoben, dass es sich in dem Fall nicht um einen tragischen Unfall handele, sondern um ein Verbrechen. Die Urteile fielen deutlich härter aus als von der Staatsanwaltschaft beantragt.

 

Der Verein habe sich vor der Verpflichtung des Spielers intensiv mit der Situation auseinandergesetzt und mehrere persönliche Gespräche mit ihm geführt. Die Entscheidung sei nach sorgfältiger Abwägung getroffen worden. „„Wir kennen Vladislav bereits aus seiner Zeit in der Regionalliga und haben ihn sowohl auf als auch neben dem Platz kennengelernt. Nach intensiven Gesprächen sind wir zu der Überzeugung gelangt, dass er die Chance verdient, seinen sportlichen Weg bei uns fortzusetzen. Dabei geht es nicht darum, ein laufendes Verfahren zu bewerten, sondern einem jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, sich auf den Fußball zu konzentrieren und seinen Weg weiterzugehen“, erläuterte Hohkeppels Sportdirektor Kevin Theisen.

 

Der Klub hat die Kommentarfunktion zu dem Post auf Social Media deaktiviert. Offenbar war es zuvor aber schon zu heftiger Kritik gekommen. „Persönliche Beleidigungen, Hasskommentare, Hetze, Drohungen oder Diffamierungen gegenüber dem Spieler, seinen Angehörigen oder Vereinsvertretern werden wir jedoch nicht tolerieren. Entsprechende Inhalte werden dokumentiert und rechtliche Schritte behalten wir uns vor“, schreibt der Verein weiter. Die Kommentarfunktion zu der Stellungnahme wurde seitens der Hohkeppeler deaktiviert. 

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