FUSSBALL
Meisterfeier und Abschiede in Wipperfürth
Oberberg - Der neue Champion behält auch im letzten Spiel von Coach Giovanni Bernardo seine blütenreine Rückrundenweste - Tore satt beim Saisonfinale (AKTUALISIERT).
VfR Wipperfürth – VfR Marienhagen 3:2 (0:0).
Nach dem Spiel und auch schon mittendrin kullerten in Wipperfürth die Tränen. Nach dem Spiel wurde Trainer Giovanni Bernardo, der nach sechs Jahren sein Amt aus beruflichen Gründen zur Verfügung gestellt hat, mit großem Brimborium verabschiedet. Bereits nach exakt 26 Minuten war für Vereinsikone Tim Kappe Schluss. Nach 30 Jahren beim VfR zog er heute, ein letztes (und einziges) Mal in dieser Saison, das Trikot der Hansestädter an und führte die Mannschaft als Kapitän aufs Feld. Den Foulelfmeter zur 1:0-Führung verwandelte er schlafwandlerisch sicher, ehe er mit großem Beifall und Spalier von beiden Teams verabschiedet wurde.
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[Der Kreismeister bekam heute nach dem Spiel die begehrten Trophäen überreicht.]
Die 90 Minuten zwischen dem Meister der Liga und den Fußballdörflern aus Marienhagen wurde derweil alles andere als ein lockerer Kehraus. Von Beginn an agierten beide Teams äußerst intensiv mit einigen kleinen Nickligkeiten. „Das war ganz und gar kein Sommerkick“, freute sich Bernardo später aber doch über die perfekte Rückrunde. In allen 15 Begegnungen nach der Winterpause ging seine Truppe als Sieger vom Platz. Der Weg in seinem letzten Spiel war aber durchaus holprig. Besonders nach der Roten Karte gegen Mats Heinzemann – die alle Beteiligten als überzogen ansahen – wurde es eng. Radion Miller hatte zuvor für den Marienhagener Ausgleich gesorgt. Kurz vor dem Pausentee musste Torwart Phil Schmidt sein ganzes Können aufbieten, um einen Schuss von Marienhagens Nick Schmalenbach zu entschärfen. Auf der Gegenseite scheiterte Julian Dewald an Gästekeeper Dennis Kulisch, der wie die Mitspieler Jonathan Noß und Philipp Sulzer sein letztes Spiel im VfR-Dress absolvierte. Das Trio hängt seine Schuhe ebenfalls an den Nagel.
[Nach knapp 30 Jahren im VfR-Trikot wurde auch Tim Kappe verabschiedet.]
Nach dem Wechsel trafen Wael Majouj und Michel Hock jeweils ins eigene Tor, bevor Majouj eine Viertelstunde vor dem Ende auch auf der richtigen Seite einnetzte. Zu diesem Zeitpunkt war Marienhagens Noß schon vorzeitig unter die Dusche geschickt worden – für viele auch das eine zu harte Entscheidung. „Nach dem Platzverweis gegen uns war das Spiel wieder ausgeglichen. Am Ende verlieren wir das Ding durch einen Standard“, hätte Gästecoach Ingo Kippels gerne einen Zähler von den Ohler Wiesen entführt.
Am Freitagabend hatte Giovanni Bernardo seine Mannschaft zum „Sondertraining“ geladen. In einem Partybus wurde die Nacht zum Tag gemacht. Die Einheit hat sich hoffentlich gelohnt, denn nach der Begegnung soll es an den Ohler Wiesen abermals so richtig rundgehen. „Das war für mich heute der letzte Tanz. Jetzt mache ich erstmal eine Pause“, will sich Bernardo eine Auszeit vom Fußball gönnen. „Ich habe hier sechs Jahre lang alles hineingeworfen und bin so richtig leer“, ergänzte der Meistertrainer. Für die Party wird er aber wohl noch einmal alle Kräfte mobilisieren. Der nächste Flieger zum Job startet schließlich erst morgen früh.
Tore
1:0 Tim Kappe (6. Foulelfmeter), 1:1 Radion Miller (23.), 1:2 Wael Majouj (50. Eigentor), 2:2 Michel Hock (52. Eigentor), 3:2 Wael Majouj (76.).
Besondere Vorkommnisse
Rot gegen Wipperfürths Mats Heinzemann (38. grobes Foulspiel)
Rot gegen Marienhagens Jonathan Noß (70. grobes Foulspiel).
TuS Homburg-Bröltal – TuS Immekeppel 5:1 (3:0).
[Giovanni Bernardo verabschiedet sich mit Meisterschaft und Aufstieg von den Ohler Wiesen.]
Auch beim THB war der Abschiedsschmerz groß. Trainer Nils Labitzke hatte ein letztes Mal an der Linie das Sagen und wurde nach der Partie ebenso herzlich von der THB-Familie verabschiedet wie Oliver Maier und Bastian Noß, die ihre Laufbahn beenden. In einer sehr einseitig geführten ersten Hälfte war der THB den Gästen aus Immekeppel deutlich überlegen. Ben Gärtner und Jan Mortsiefer (2) hatten zur Pause deutlich vorgelegt, ehe die Gäste nach dem Seitenwechsel besser in Schwung kamen. Philipp Fabrizius konnte sogar verkürzen. Beide Mannschaften ließen in der Folge haufenweise Torchancen liegen, ehe Lars Rohlender in der Schlussphase einen Doppelpack schnürte. „Ein lachendes und ein weinendes Auge habe ich schon“ so Labitzke. „Ich werde die Jungs und alles hier vermissen. Aber jetzt kann ich auch mal wieder Urlaub machen, wann ich möchte - und für ein Bierchen komme ich bestimmt zurück auf den Sportplatz“, lautete sein letztes Fazit als Bröltaler Chefcoach.
Ihr Engagement verlängert hat derweil Immekeppels Trainerin Helen Alfes. „Seit dieser Woche ist es offiziell“, sagte sie auf Nachfrage von Oberberg-Aktuell. Für mindestens eine weitere Spielzeit bleibt sie auf dem Trainerstuhl.
Tore
1:0 Ben Gärtner (3.), 2:0 Jan Mortsiefer (20.), 3:0 Jan Mortsiefer (45.), 3:1 Philipp Fabrizius (52.), 4:1 Lars Rohlender (80.), 5:1 Lars Rohlender (81.).
Union Rösrath – TuS Lindlar 6:2 (4:1).
Der vorerst letzte Auftritt in der Kreisliga A wurde für den Bezirksligaaufsteiger aus Lindlar zum Desaster. Zwar startete die Truppe von Trainer Arlind Oseku ordentlich in den ersten Durchgang und lag durch Vesor Gashi sogar in Führung. Aber dann folgte ein absoluter Durchhänger, den die Union eiskalt ausnutzte. Kevin Rautenberg, der seine Schuhe nach der Partie an den Nagel hängte, schnürte einen Doppelpack, ehe Julian-Maurice Jeroch und Gian-Luca Schröder für die frühe Entscheidung sorgten. Erneut Schröder und Jeroch machten es, bei einem Gegentreffer von Tim Schmitz, deutlich. „Da kam einiges zusammen“, war Oseku mit der letzten Partie überhaupt nicht zufrieden. Anders dagegen Rösraths Sascha Brandenburg, der allerdings zugunsten eines Trainerkollegen auf einen eigenen Spielbericht verzichtete. „Heute geht mit Giovanni Bernardo der für mich beste Trainer des Fußballkreises in den Fußballruhestand. Er ist mein absoluter Lieblingstrainer, den ich sehr vermissen werde. Der für mich Größte verlässt die Bühne“, lobte Brandenburg den (ehemaligen) Wipperfürther Coach in den höchsten Tönen.
Tore
0:1 Vesor Gashi (11. Marc Bruch), 1:1 Kevin Rautenberg (12.), 2:1 Kevin Rautenberg (18.), 3:1 Julian-Maurice Jeroch (25.), 4:1 Gian-Luca Schröder (31.), 4:2 Tim Schmitz (60. Gian Luca Wester), 5:2 Julian-Maurice Jeroch (72.), 6:2 Gian-Luca Schröder (88.).
SSV Homburg-Nümbrecht II – SSV Bergneustadt 4:0 (0:0).
Beide Mannschaften taten sich im letzten Aufgalopp der laufenden Saison schwer. Sie begegneten sich zwar auf Augenhöhe, allerdings auf einem überschaubaren Niveau. „Das war ein echter Sommerkick“, vermisste Nümbrechts Trainer Fabian Reitmeister zunächst wirkliche Torraumszenen. Auch Bergneustadts Trainer Marcel Walker war nicht glücklich - zumal er aus Personalnot über die gesamten 90 Minuten selbst ranmusste. Ebenso wie Julian Mertens, der eigentlich zwischen den Pfosten steht, heute aber im Feld aushalf. „Nach der Pause hat Nümbrecht dann die Schlagzahl erhöht und wir sind eingebrochen“, gratulierte Walker den Hausherren zum Sieg. Finley Friedrichs (2), Bastian Kelm und Julian Lindenau trafen zum klaren Erfolg. „Die zweite Halbzeit war ein Spiel auf ein Tor. Ich bin mega happy“, freute sich Reitmeister.
Tore
1:0 Finley Friedrichs (51.), 2:0 Bastian Kelm (53.), 3:0 Finley Friedrichs (59.), 4:0 Julian Lindenau (66.).
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[Neben Tim Kappe wurde mit Tim Schulte (re.) ein weiteres Wipperfürther Urgestein verabschiedet.]
FV Wiehl II – TV Klaswipper 2:6 (2:4).
Für die Wiehler Zweitvertretung war es die Abschiedsvorstellung. Der Abstieg war für die Truppe von Trainer Michael Börger schon vorher besiegelt. Die Gastgeber legten fulminant los und wollten sich offensichtlich mit einem Dreier und aufrecht aus der Liga verabschieden. „Dann haben wir aber leider wieder das Spielen eingestellt“, konstatierte der maßlos enttäuschte Börger, der in der Kreisliga B einen Neustart anvisiert. Der TVK benötigte genau drei Minuten, um die Partie zu drehen. Sam Dreiner, Lukas Schneider und Stefan Koslowsky, der vor und nach der Pause noch zweimal traf, rückten den Spielstand für die Gäste wieder gerade. Dreiner machte dann mit seinem zweiten Treffer das halbe Dutzend voll. Da der bisherige Trainer Marvin Briem am letzten Sonntag zum letzten Mal an der Linie gestanden hatte und sich seit dieser Woche auf Weltreise befindet, wurde der TVK von Thomas Dreiner betreut. Der Co-Trainer zeigte sich sehr zufrieden. „Wir haben trotz des frühen Rückstands weiter Fußball gespielt und unterm Strich auch in der Höhe verdient gewonnen.“
Tore
1:0 Oliver Finger (5.), 2:0 Luan Melzig (13.), 2:1 Sam Dreiner (17.), 2:2 Lukas Schneider (18.), 2:3 Stefan Koslowsky (19.), 2:4 Stefan Koslowsky (45.+2), 2:5 Stefan Koslowsky (53. Foulelfmeter), 2:6 Sam Dreiner (75.).
FC Bensberg – BSV Bielstein 2:3 (1:3).
Die Bielsteiner beenden die Saison mit zwei Siegen am Stück. Beim FC Bensberg gewann die Mannschaft von Trainer Sven Reuber unter anderem dank zweier Treffer von Torjäger Bastian Buik. „Unser Saisonziel waren 30 Punkte, jetzt haben wir 32 Punkte geholt. Heute haben wir etwas über eine Stunde eine sehr gute Leistung gezeigt“, sagte der sportliche Leiter Björn Schumacher. Das Hinspiel hatte Bensberg ebenfalls verloren, wie sich Trainer Gabor Uhrmann erinnerte: „Gegen Bielstein haben wir einfach kein Glück. In den ersten 30 Minuten waren wir sehr schlecht, in der zweiten Halbzeit waren wir klar spielbestimmend. Ein Sieg für uns wäre heute aber nicht verdient gewesen.“ Kurz vor Schluss verpassten die Hausherren die Chance auf den Ausgleich.
Tore
0:1 Bastian Buik (6.), 1:1 Marcel Mai (26.), 1:2 Maximilian Sackner (35.), 1:3 Bastian Buik (38. Foulelfmeter), 2:3 Marcel Dominick (67.).
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[Zur Feier des Tages betraten die Mannschaften mit Einlaufkids aus der VfR-Jugend das Feld.]
SV Altenberg – RS 19 Waldbröl 1:0 (0:0).
Mit vier Siegen aus fünf Spielen können sich die Fußballer des SV Altenberg zufrieden aus der Saison verabschieden. Das Tor des Tages erzielte Miles Werner kurz nach der Halbzeitpause. Trainer Ingo Oedelshoff: „Wir haben die Führung bis zum Ende verteidigt. Viel ist nicht passiert.“ Auf der anderen Seite war Trainer Oliver Rempel trotz Niederlage mit dem Auftritt seiner Mannschaft einverstanden: „Es ging um nicht viel, deshalb ein Lob an die Jungs, die alles versucht haben. Es sollte am Ende nicht sein.“
Tore
1:0 Miles Werner (48.).
SSV Süng – Blau-Weiß Biesfeld 3:6 (1:1).
Beide Mannschaften boten den Zuschauern reichlich Tore, obwohl nichts mehr auf dem Spiel stand. Aufseiten der bereits abgestiegenen Sünger sagte Interimstrainer Bastian Taterra: „Es war zu spüren, dass die Luft raus war. Für die Jungs, die uns verlassen oder aufhören, war es ein schönes Abschlussspiel.“ Für die Gäste resümierte Trainer Maurice Velten: „Das war ein munterer Sommerkick, den die effizientere Mannschaft gewonnen hat.“
Tore
0:1 Tobias Rappenhöner (28.), 1:1 Leonard Klug (41.), 1:2 Merlin Rabes (52.), 1:3 Tobias Berger (59.), 1:4 Laurin Vosswinkel (61.), 2:4 Simon Hoffmann (65. Foulelfmeter), 2:5 Merlin Rabes (77.), 2:6 Merlin Rabes (83.), 3:6 Dennis Tebelius (87.).