FUSSBALL
Ingo Kippels wirft nach Pleite die Brocken hin
Oberberg - Der VfR Marienhagen steht nach Niederlage in Marienheide plötzlich ohne Trainer da - Bergneustadt bleibt ohne Punkt - Schmeichelhafter Waldbröler Erfolg gegen Klaswipper - THB souverän - Derschlag weiter auf Erfolgskurs - Lindlar II schlägt ersatztgeschwächte SSV-Reserve dank später Tore (AKTUALISIERT).
SSV Marienheide – VfR Marienhagen 2:1 (0:1).
[Der SSV Marienheide sammelte im Spiel eins nach der Trennung von Hansi Füting drei wichtige Zähler für den Klassenerhalt ein.]
Nach der Demission von Marienheides Trainer Hansi Füting und dessen Co-Trainer Thomas Miebach (OA berichtete) hatte erstmals der spielende Co-Trainer Andreas Matus interimistisch das Sagen. Und dieser war mit der Vorstellung seiner Mannschaft durchaus zufrieden. Im ersten Durchgang begegneten sich beide Teams noch auf Augenhöhe – Torchancen blieben Mangelware. Eine davon nutzte allerdings Marienhagens Yannick Berger ganz früh zur Gästeführung, während Luca Schrabe am Aluminium scheiterte (26.). Beide Mannschaften mussten personell improvisieren, wobei der SSV nach der Pause die höhere Qualität offenbarte.
René Radermacher schaffte direkt nach dem Wechsel den Ausgleich. Ein Eigentor von Calvin Seinsche brachte die Entscheidung zugunsten der Heimelf. „Nach der Pause war es ein Spiel auf ein Tor. Moritz Müller ist alleine mit zwei Hundertprozentigen noch an Marienhagens Torhüter Filipp Rosenthal gescheitert“, hätte sich Matus einen deutlicheren Erfolg gewünscht. „Wir waren nach der Pause mausetot und hätten noch fünf, sechs Stück kriegen können“, war Gästetrainer Ingo Kippels mächtig angefressen und fand das Ergebnis „maximal unbefriedigend“.
So unbefriedigend, dass der VfR-Coach sein Amt unmittelbar nach dem Spiel zur Verfügung stellte, wie er Oberberg-Aktuell mitteilte. „Ich habe die Mannschaft bereits in der Kabine darüber informiert, dass ich als Trainer nicht mehr zur Verfügung stehe“, sei er mit der Einstellung einiger Protagonisten nicht mehr einverstanden. „Das kann ich mit meinem Verständnis als Trainer nicht mehr vereinbaren. Ich wünsche dem Verein und der Mannschaft alles Gute. Vielleicht verstehen es ja einige Spieler jetzt auch als Weckruf und werden so richtig Gas geben. Dann habe ich mit meinem Rücktritt schon etwas erreicht." Vom Fußball hat Kippels die Nase vorerst voll. „Ich kann mir aktuell nicht vorstellen, noch einmal als Trainer zu arbeiten“, stünden jetzt wieder Job und Familie im Fokus.
Tore
0:1 Yannick Berger (5.), 1:1 René Radermacher (46.), 2:1 Calvin Seinsche (65. Eigentor).
[Nur selten waren die Marienhagener mal einen Schritt schneller.]
SSV Bergneustadt – BSV Bielstein 1:3 (0:2).
Der SSV Bergneustadt bleibt Träger der Roten Laterne. Auch gegen den Gast aus Bielstein gelang der Mannschaft von Trainer Marcel Walker kein Punktgewinn. „Und wir hatten wieder genügend Möglichkeiten, um Treffer zu erzielen“, hörte man schon etwas Verzweiflung in den Worten von Walker. Warum? Unter anderem schaffte es seine Mannschaft gleich zweimal nicht, einen Elfmeter zu verwandeln. Einmal scheiterte Luis Kahl an Gästetorhüter Florian Nitt, den zweiten Strafstoß schob Mirac Ören den Ball am Gehäuse vorbei. „Und dabei üben die Jungs das jetzt einmal in der Woche“, konnte Walker die Fehlschüsse nicht ganz nachvollziehen. Bastian Buik und Philipp Cramer hatten den BSV im ersten Durchgang in Führung geschossen. Gökay Yildiz schaffte für den SSV lediglich den Anschlusstreffer. Die zwei Fehlschüsse vom Punkt bestrafte Andreas Miller mit dem dritten Gästetreffer. „Nach 60 Minuten haben wir das Ruder übernommen und auch verdient gewonnen“, bilanzierte Bielsteins Co-Trainer Serkan Mutlu.
Tore
0:1 Bastian Buik (12.), 0:2 Philipp Cramer (29.), 1:2 Gökay Yildiz (72.), 1:3 Andreas Miller (90.+5)
Besondere Vorkommnisse
Bergneustadts Luis Kahl scheitert mit einem Foulelfmeter ans Bielsteins Torhüter Florian Nitt (45.)
Bergneustadts Mirac Ören schießt einen Foulelfmeter am Tor vorbei (80.)
![]()
RS 19 Waldbröl – TV Klaswipper 2:1 (1:0).
„Das war ein absolut glücklicher Arbeitssieg“, freute sich Waldbröls Trainer Oliver Rempel über den knappen Erfolg. Im ersten Durchgang hatten die Rasensportler mehr vom Spiel und lagen durch einen Treffer von Jan Krieger nicht unverdient in Führung. „Die erste Hälfte haben wir komplett verschlafen“, kritisierte TVK-Coach Chris Lisson. Nach dem Seitenwechsel kamen die Gäste aber immer besser in Tritt und durch Pascal Thiemt zum Ausgleich. Dieser ließ dann in der Folgezeit allerdings auch noch zwei Hochkaräter liegen. Einmal schoss er über den Kasten (63.), einmal traf er lediglich die Torumrandung (70.). „Und wenn du dann vorne die Dinger nicht machst, wirst du halt hinten bestraft“, ärgerte sich Lisson über den späten Siegtreffer der Hausherren durch Veli Ümit. „Klaswipper hat uns in der zweiten Hälfte mehrfach leben lassen und war stärker als wir“, nahm Rempel die drei Zähler trotzdem gerne an. „Bei uns herrscht trotz einer guten Leistung mal wieder die Ernüchterung“, trauerte Lisson einem möglichen Punktgewinn hinterher.
Tore
1:0 Jan Krieger (28.), 1:1 Pascal Thiemt (56.), 2:1 Veli Ümit (88.).
![]()
[Ingo Kippels erklärte nach der Partie seinen Rücktritt.]
TuS Immekeppel – TuS Homburg-Bröltal 1:4 (1:2).
Aron Jungjohann brachte den THB mit einem fulminanten Treffer der Marke „Wembley“ in Führung, Jan Mortsiefer legte wenig später den zweiten Treffer nach. „Trotzdem waren wir in der ersten Hälfte richtig stark“, freute sich Immekeppels Trainerin Helen Alfes über die Leistung ihres derzeitigen Minikaders. Kapitän Marc Kieslich gelang sogar noch vor der Pause der Anschlusstreffer. Zweimal musste THB-Keeper Till Geldmacher (43., 44.) in höchster Not klären und hielt die Führung fest. Trotzdem haderte Alfes nach der Partie mit den individuellen Fehlern vor den ersten beiden Gegentreffern. „Und das im dritten Spiel in Folge“, sei hier Redebedarf vorhanden. Nach der Pause kamen die Gäste besser in Tritt und hielten das Spiel unter Kontrolle. Jan Mortsiefer schrieb zudem mit zwei weiteren Treffern das perfekte Drehbuch, inklusive Happy End. „Der Erfolg war insgesamt absolut verdient“, freute sich Bröltals Trainer Mats Bollmann über drei zusätzliche Zähler auf der Habenseite.
Tore
0:1 Aron Jungjohann (12.), 0:2 Jan Mortsiefer (23.), 1:2 Marc Kieslich (34.), 1:3 Jan Mortsiefer (53. Markus Wagner), 1:4 Jan Mortsiefer (65.).
![]()
[Für Marienheides Interimscoach Andreas Matus (2.v.re.) war es ein erfolgreicher Nachmittag.]
Borussia Derschlag – SV Refrath 4:3 (2:1).
Die Erfolgsserie von Borussia Derschlag geht weiter: Im fünften Spiel hintereinander ging die Mannschaft von Trainer Dimitri Wirschke als Sieger vom Platz. Allerdings blieb es bis zum Schluss spannend, wie der Übungsleiter berichtete: „Ein paar graue Haare habe ich heute bekommen, aber es macht aktuell einfach Spaß“, sagte er angesichts der Siegesserie. „Wir haben heute ein gutes Spiel mit zu vielen Gegentoren gezeigt.“ Nach zwei frühen Treffern auf beiden Seiten erzielte Derschlag mit dem Pausenpfiff die erneute Führung. Dabei blieb es lange, bevor es in der Schlussphase noch einmal turbulent wurde. Zunächst hätte Refraths Trainer Bernd Möldgen gerne eine Rote Karte beim Gegner gesehen, als Jerry Wagner auf dem Weg zum Tor vermeintlich gefoult wurde. Stattdessen blieb die Pfeife stumm.
„Er wäre frei durch gewesen“, ärgerte sich Möldgen. Und auch Wirschke
sagte: „Wir hätten uns über einen Platzverweis nicht beschweren können.“ Refrath gelang trotzdem der Ausgleich, bevor Derschlag per Doppelschlag eigentlich den Sack zumachte. Durch den erneuten Anschluss der Gäste blieb es aber bis zum Schlusspfiff spannend. Möldgen machte seiner Mannschaft trotz der bereits fünften Saisonpleite keinen Vorwurf: „Die Jungs sind heute gelaufen und haben gekämpft.“ Kritisch sah er aber den Unparteiischen, bei dem die Gelbe Karte aus seiner Sicht zu locker saß.
„Wir mussten deshalb viel wechseln, weil Spieler Gelb-Rot-gefährdet waren. Der Schiedsrichter hat das Spiel nicht entschieden, aber doch beeinflusst. Die Fehler zu den Gegentoren haben wir schon selbst gemacht.“
Tore
1:0 Triantafilos Vlachos (8.), 1:1 Jerry Wagner (10.), 2:1 Devin Korn (45.), 2:2 Jasper Dröge (80.), 3:2 Albin Krasniqi (84.), 4:2 Emin Yagci (86. Foulelfmeter), 4:3 Jonathan Frohnert (88.).
![]()
SV Altenberg – FC Bensberg 3:3 (0:2).
Beide Trainer sprachen nach dem Spiel von einem gerechten Unentschieden. Aus Sicht von Bensbergs Gabor Uhrmann war die Punkteteilung aufgrund des späten Ausgleichs aber dennoch bitter. „Vor dem Spiel hätten wir diesen Punkt allerdings sofort unterschrieben“, sagte Uhrmann mit Blick auf die erneut sehr dünne Personaldecke. „Großer Respekt an die Mannschaft, die bis zum Schluss gekämpft hat.“ In der ersten Halbzeit waren die Gäste die deutlich bessere Mannschaft und verpassten eine noch deutlichere Führung.
„Wir waren gar nicht auf dem Platz. In der Kabine wurde es entsprechend etwas lauter“, berichtete Altenbergs Trainer Alexander Herd. Seine Mannschaft zeigte eine entsprechende Reaktion und kam per Doppelschlag zum Ausgleich nach etwas über einer Stunde. „Danach hätten wir das Spiel auf unsere Seite ziehen können“, so Herd. Stattdessen vollendete Christopher Kovacs einen Konter mit seinem dritten Tor zur erneuten Führung für die Gäste. In der Schlussminute traf Norwin Kühn per Kopfball nach einer Ecke zum 3:3-Endstand.
Tore
0:1 Christopher Kovacs (35.), 0:2 Christopher Kovacs (38.), 1:2 Sebastian Zuther (61. Foulelfmeter), 2:2 Anton Otter (63.), 2:3 Christopher Kovacs (86.), 3:3 Norwin Kühn (90.+4).
![]()
TuS Lindlar II – SSV Homburg-Nümbrecht II 3:1 (0:1).
Die Gäste aus Nümbrecht waren mit dem letzten Aufgebot in Lindlar angereist. So musste Trainer Fabian Reitmeister ebenso als einer von lediglich drei Auswechselspieler auf der Bank Platz nehmen wie der eigens für das Spiel reaktivierte Christian Schiering. Und trotzdem ging die SSV-Reserve durch Yannick Selbach in Führung. „Wir haben fußballerisch im ersten Durchgang überhaupt nichts auf die Kette bekommen“, ärgerte sich Lindlars Coach Joey Ebert über die Leistung seiner Mannen.
Nümbrecht agierte mit einer tief stehenden Defensive und konnte immer wieder Nadelstiche setzen, womit die Hausherren überhaupt nicht klarkamen. Nach dem Seitenwechsel erzielte die TuS-Zweitvertretung durch einen fulminanten Dropkick von Goalgetter Tobias Mibis den Ausgleich. In der Schlussphase machten der überragende Jendrik Müller und Tarak Munis den Dreier perfekt. „Wir haben uns für den Kampf belohnt und freuen uns über die drei Punkte“, so Ebert. Gästecoach Fabian Reitmeister zollte seinem Minikader Respekt. „Die Jungs haben eine tolle Moral bewiesen und sich den Allerwertesten aufgerissen.“
Tore
0:1 Yannick Selbach (35.), 1:1 Tobias Mibis (49.), 2:1 Jendrik Müller (86. Justin Ebert), 3:1 Tarak Munis (90.).

BILDERGALERIE