FUSSBALL
Kreispokal: Nümbrecht gewinnt Derby in der Verlängerung - Rossenbach gelingt die Überraschung
Oberberg - SSV schlägt den Landesliga-Rivalen und Titelverteidiger aus Wiehl im Kreispokal-Viertelfinale durch ein Tor in der Verlängerung, die Gäste vergeben kurz vor Schluss einen Elfmeter - Underdog Rossenbach feiert Halbfinaleinzug nach Sieg gegen Bensberg - Süng enttäuscht auf ganzer Linie und fliegt gegen Refrath raus (AKTUALISIERT).
Kreispokal-Viertelfinale der Herren
SSV Homburg-Nümbrecht – FV Wiehl 1:0 nach Verlängerung (0:0, 0:0, 0:0).
Dramatisch ist das Pokalderby erst in der Schlussphase geworden. Nach recht chancenarmen 90 Minuten nutzten die Nümbrechter, kurz nach Beginn der zweiten Hälfte der Verlängerung, einen Fehler der Wiehler und gingen mit 1:0 in Führung. Wenig später verschoss der Gast einen Foulelfmeter und die Hausherren konnten über den Halbfinaleinzug jubeln. In Überschwang verfiel nach dem Schlusspfiff aber niemand im Lager der Nümbrechter. „Wie erwartet war es kein gutes Spiel. Aber wie immer im Pokal geht es ums Weiterkommen. Wir waren viel zu nervös und haben nicht gut Fußball gespielt. Aber morgen fragt niemand mehr danach. Der Endstand ist zu Null und wir haben ein Tor gemacht. Mehr braucht man über das Spiel nicht zu reden“, fasste es SSV-Trainer Marcus Voike kurz und knackig zusammen.
[Nümbrechts Ritsuki Oyama im Zweikampf mit dem Wiehler Yannik Clemens.]
Die beiden Landesligakonkurrenten begannen verhalten. Torchancen waren erstmal Mangelware und Derbystimmung wollte nicht so recht aufkommen. In den ersten zehn Minuten erzielten die Nümbrechter zwar zwei Tore, protestierten aber nicht, als jeweils Abseits angezeigt wurde. Die erste echte Torchance hatte Nümbrechts Felix Sievers, der eine verunglückte Kopfballrückgabe von Bastian Schwarz mit der Fußspitze über das Wiehler Tor bugsierte (11.). Auf der Gegenseite bereitete Yannik Clemens für Ali-Can Gültekin vor, der aus rund 17 Metern abzog, doch den Ball nicht richtig traf (15.). Drei Minuten später verfehlte SSV-Innenverteidiger Philipp Rüttgers nach einer Ecke per Kopf knapp das Gehäuse, in Minute 34 setzte Wiehls Yannick Zwiebel einen harmlosen Schuss aus rund 20 Metern ab, der zudem weit am Pfosten vorbei ging. Ricardo Bauerfeinds Schüsschen wurde auf der Gegenseite derweil leichte Beute für Wiehls Keeper Justin Broy (36.). Mehr war aus der ersten Hälfte des Pokalderbys nicht zu vermelden.
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[Sascha Mühlmann sah auf beiden Seiten nur wenige Torchancen.]
Nach dem Seitenwechsel ging es zunächst weiter wie gehabt. Nümbrechts Felix Klein knallte das Rund aus 20 Metern weit über die Querstange (53.), Wiehls Vinzent Stoffel zielte aus der Distanz ebenfalls meterweit zu hoch (59.) und nach einer Stunde Spielzeit deutete sich an, dass es ein langer Abend werden könnte. Doch dann wurde es plötzlich hektisch: Nach einem Freistoß der Wiehler köpfte Elias Butzmuehlen nur hauchdünn am SSV-Kasten vorbei (61.), nur eine Minute später legte Butzmuehlen für Vinzent Stoffel auf, der vollkommen freistehend, von der Strafraumgrenze wuchtig über den Querbalken schoss. Es waren die bis dato besten Gelegenheiten des Spiels, das nach dem Strohfeuer aber schnell wieder an Schwung verlor.
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[Eine kleine Pyro-Show durfte beim Derby nicht fehlen.]
Erst in Minute 74 kombinierten sich die Gäste über Yannik Clemens und Florian Liebelt wieder vielversprechend durch die gegnerische Abwehr, Butzmuehlen scheiterte jedoch an Nümbrechts Schlussmann Matteo Tessarolo. Dann hatten die Platzherren die erste wirkliche Torchance ihres Spiels: Nach einer Hereingabe von Dennis Kania lenkte Wiehls Schlussmann Justin Broy den Kopfball von Felix Klein mit den Fingerspitzen über den Querbalken (80.). Nicht unerwartet ging es in die Verlängerung, in der die Wiehler die erste gefährliche Situation produzierten. Knapp fünf Minuten des Nachschlags waren gespielt, als Yannik Clemens von der Strafraumgrenze nur knapp am Torwinkel vorbeischoss. Weitere Ereignisse blieben im ersten Durchgang der Verlängerung aus.
[Nümbrechts Felix Adamietz im Zweikampf mit Wiehls Yekcan Yildirim.]
Kurz nach Wiederanpfiff schlugen die Nümbrechter dann eiskalt zu: Nach einem Ballverlust der Wiehler trat Nümbrechts Felix Klein den Ball scharf in die Mitte, wo Dennis Kania sich energisch durchsetzte und das Leder zum 1:0 in die Maschen drückte (107.). Damit begann die spannendste Phase der Partie, in der die Wiehler nur sechs Minuten später die Chance zum Ausgleich bekamen. Kania foulte Justus Dabringhausen im Strafraum und es hieß Elfmeter für Wiehl. Den Strafstoß von FV-Innenverteidiger Ali-Can Gültekin fischte Nümbrechts Torwart Matteo Tessarolo jedoch glänzend aus dem rechten unteren Eck und bewahrte sein Team damit vor dem drohenden Elfmeterschießen. Die Wiehler drängten zwar weiter auf den Ausgleich, doch sämtliche Versuche wurden von den Hausherren abgeblockt.
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[Nümbrechts Trainer Marcus Voike war nicht immer zufrieden mit seiner Mannschaft ( von oben). Dennis Kania gelang der Siegtreffer. Wiehls Torwart Justin Broy parierte zwischenzeitlich einen Kopfball von Nümbrechts Felix Klein.]
„Ich würde sagen, die Mannschaft mit den besseren Torchancen ist ausgeschieden. In der zweiten Halbzeit waren wir definitiv stärker. Ich glaube, Nümbrecht schießt in der 80. Minute das erste Mal aufs Tor. Wir hatten da schon drei Chancen, wo wir in Führung gehen können. Nümbrecht nutzt dann in der Verlängerung einen Fehler von uns und gewinnt dann verdient, weil sie eben ein Tor mehr geschossen haben. Aber ich glaube, dass wir uns nichts vorwerfen müssen. Wir haben einen Riesenkampf geliefert. Die Jungs haben das gut gemacht. Ich hätte nicht gedacht, dass wir es so lange offen gestalten können. Es war kein fußballerischer Leckerbissen, aber Kampf und Leidenschaft haben gestimmt“, sah Wiehls Trainer die Begegnung mit einem lachenden, aber auch weinenden Auge. Nümbrechts Coach Marcus Voike hatte bereits das nächste Ligaspiel im Blick. „Die 120 Minuten heute haben Körner gekostet. Ich musste einige Spieler angeschlagen auswechseln. Das wird schwierig für Sonntag, aber wir genießen das heute erstmal. Wir sind jetzt im Halbfinale und haben noch zwei Schritte zu gehen, den Pokal in Händen zu haben.“
Tore
1:0 Dennis Kania (107.).
Besonderes Vorkommnis
Nümbrechts Torwart Matteo Tessarolo pariert einen Foulelfmeter von Wiehls Ali-Can Gültekin (114.).
SV Refrath – SSV Süng 6:2 (4:0).
Der Traum vom Halbfinaleinzug im Kreispokal war für die Gäste schon nach gut 20 Minuten beendet. Der A-Ligist erwischte einen maximal unglücklichen Matchstart und lag nach Treffern von Jerry Wagner (2), Leon Zaun und Noah Brückner mit 0:4 im Hintertreffen. "Das haben wir richtig stark gemacht“, freute sich Bernd Möldgen, Trainer der „Blues“. Süngs sportlicher Leiter Florian Scharf war dagegen angefressen. „Das war absolutes Totalversagen und einfach nur beschämend“, fiel sein Urteil über die ersten 45 Minuten vernichtend aus.
Erst nach dem Seitenwechsel sei man besser in Tritt gekommen. Mehr als die beiden Treffer durch Sinan Amiti und Simon Hoffmann sprangen aber nicht heraus. Ein möglicher Spannungsbogen konnte sich erst gar nicht aufbauen, da der B-Ligist durch Jasper Dröge und Daniel Jung noch zweimal nachlegte. „Das Ergebnis sagt alles aus“, war Scharf nach dem Aus enttäuscht. Der Frust muss allerdings schnell abgehakt werden, da am Sonntag in der Liga das Kellerduell gegen Schlusslicht FV Wiehl II ansteht.
Tore
1:0 Jerry Wagner (5.), 2:0 Leon Zaun (9.), 3:0 Noah Brückner (12.), 4:0 Jerry Wagner (22.), 5:0 Jasper Dröge (53.), 5:1 Sinan Amiti (69.), 5:2 Simon Hoffmann (73.), 6:2 Daniel Jung (90.+5).
Spvg. Rossenbach – FC Bensberg 3:1 (0:1).
Die Überraschung ist perfekt: Die Rossenbacher lieferten gegen den A-Ligisten eine bärenstarke Partie ab und sicherten sich das Ticket für das Semifinale und den FVM-Pokal. Den Hausherren war jederzeit anzumerken, dass sie das Spiel unbedingt gewinnen wollten. Das konnten die Gäste nicht von sich behaupten. „Die Euphorie überwiegt bei uns. Nach dem Rückstand sah es zunächst nicht gut aus, aber dann haben wir Moral bewiesen und sind verdient ins Halbfinale eingezogen“, freute sich Rossenbachs Trainer Mark Hertrampf mit der Mannschaft ausgiebig über den riesigen Erfolg.
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[Ekstase pur in Rossenbach: Hier bejubelt Florian Schneider seinen Treffer zum 2:1 mit den Fans.]
Die Bensberger Führung kurz vor der Pause sorgte kurz für Funkstille am Platz, aber genau 40 Sekunden nach Wiederanpfiff traf Erik Jödden infolge eines Eckballs aus dem Gewühl heraus zum Ausgleich. Bensberg wirkte nervös und keine drei Minuten später drehte Florian Schneider den Rückstand mit dem 2:1 komplett um. Der Favorit besetzte das Zentrum nur spärlich, lediglich Christopher Kovacs sorgte ab und an für Gefahr vor dem von Keeper Patrick Krämer fehlerfrei gehüteten Rossenbacher Tor. Nils Hertrampf machte knapp 20 Minuten vor Schluss mit dem 3:1 den Deckel drauf – eine Antwort hatte Bensberg nicht mehr parat.
„Rossenbach hat verdient gewonnen. Bei uns haben einige Spieler die falsche Einstellung gezeigt. Mit so einer Arroganz kann man keine Runde weiterkommen“, fand Gästecoach Gabor Uhrmann nach der Pleite klare Worte. Hertrampf und Co. hingegen könnte nun der ganz große Wurf gelingen. Im Halbfinale empfängt Rossenbach den SV Refrath - es wird also definitiv ein B-Ligist ins Endspiel einziehen.
Tore
0:1 Marcel Dominick (42.), 1:1 Erik Jödden (46.), 2:1 Florian Schneider (49.), 3:1 Nils Hertrampf (71.).
Ergebnisse und Spielplan
Viertelfinale
Spiel 57: Spvg. Rossenbach – FC Bensberg 3:1
Spiel 58: SSV Homburg-Nümbrecht – FV Wiehl 1:0 nach Verlängerung
Spiel 59: SV Altenberg – Union Rösrath 3:2 nach Verlängerung
Spiel 60: SV Refrath - SSV Süng 6:2
1. Halbfinale (Mittwoch, 27. Mai/19:30 Uhr)
Spiel 61: Rossenbach - Refrath
2. Halbfinale (Donnerstag, 28. Mai/19:30 Uhr)
Spiel 62: Nümbrecht – Altenberg
Spiel um Platz drei (Sonntag, 14. Juni)
Spiel 63: Verlierer Spiel 61 – Verlierer Spiel 62
Finale (Sonntag, 14. Juni)
Spiel 64: Sieger Spiel 61 – Sieger Spiel 62

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