FUSSBALL

Erster Pokalsieg der Vereinsgeschichte: Nümbrecht setzt sich die Krone auf

thg, hp; 14.06.2026, 20:00 Uhr
Fotos: Michael Kleinjung (Finale), Holger Plum (Spiel um Platz drei), Thomas Giesen (Siegerehrung Finale) --- Der SSV Homburg-Nümbrecht hat erstmals den Kreispokal gewonnen.
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Erster Pokalsieg der Vereinsgeschichte: Nümbrecht setzt sich die Krone auf

thg, hp; 14.06.2026, 20:00 Uhr
Oberberg - Der Landesligist tut sich im Endspiel gegen Kreisliga B-Vertreter Refrath lange Zeit schwer, doch in der zweiten Halbzeit platzt der Knoten - Rossenbach verliert das Spiel um Platz drei gegen den SV Altenberg, zeigt aber eine couragierte Leistung (AKTUALISIERT).

Zum zweiten Mal fanden die Kreispokalendspiele als „Dessert“ nach dem Ende des Ligaspielbetriebs statt. Nach der Premiere bei brütender Hitze in der Frielingsdorfer ONI-Arena fungierte in diesem Jahr der VfL Engelskirchen - bei recht kühlen, aber immerhin weitgehend trockenen äußeren Bedingungen - als Ausrichter. Das Zuschauerinteresse war allerdings schon einmal größer. Nach Angaben des Fußballkreises Berg kamen über den Tag verteilt rund 500 Besucher in den Sportpark Leppe.

 

Der Kreisvorsitzende Jürgen Liehn zog dennoch ein positives Fazit: „Wir haben einen gelungenen Pokalsonntag erlebt hier in Engelskirchen, wieder gut organisiert vom Verein. Die Spiele waren alle gut und fair und wir haben verdiente Sieger gesehen. Den Unterlegenen muss ich Respekt zollen, vor allem den Refrathern, die lange das 0:0 gehalten haben. Das ist eine großartige Leistung für einen B-Ligisten. Wir sind zufrieden mit diesem Sonntag und hoffen, dass die deutsche Mannschaft in ihrem WM-Spiel gleich auch erfolgreich ist.“

 

Kreispokalfinale der Herren (in Engelskirchen) 

 

SV Refrath - SSV Homburg-Nümbrecht 0:4 (0:0). 

 

[Niklas Clemens (re.) erzielte den Treffer zum 2:0.]

 

Die Nümbrechter sind am Ziel: Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte holte sich der SSV den Kreispokaltitel. Dabei hatte es der Landesligist deutlich schwerer als gewünscht. 56 Minuten hielt sich der B-Ligist aus Refrath schadlos, dann löste der Favorit den Knoten. „Die Jungs haben sich in die Geschichtsbücher eingetragen. Darauf können sie stolz sein. Ich wusste, dass das Spiel schwer wird. Ich kenne solche Spiele, die gewinnt man nicht im Vorbeigehen. Der Gegner hat das auch gut gemacht, aber ich wusste auch, dass sie das Tempo nicht das ganze Spiel mitgehen können. Deswegen haben wir auch souverän und verdient gewonnen“, zog Nümbrechts Trainer Marcus Voike Bilanz.

 

 

Zu Beginn der Partie war der Klassenunterschied zwischen dem Underdog aus der B-Liga und dem Landesligisten nicht übermäßig zu spüren. Die Refrather beteiligten sich durchaus am Spiel und attackierten den Favoriten früher, als man es vermuten konnte. Die Nümbrechter wirkten derweil ein wenig abwesend und waren häufig einen Schritt zu spät. An der vorangegangenen Mannschaftstour konnte es nicht liegen, denn mit Felix Klein stand nur ein Mallorcafahrer auf dem Platz. Abschlüsse gab es zwar im ersten Durchgang, aber so wirklich gefährlich wurde es zunächst auf keiner Seite. Nümbrechts Niklas Clemens zielte nach drei Minuten nach Vorarbeit von Kilian Seinsche deutlich zu hoch, Refraths Luca Vogel köpfte den Ball nach einer Ecke über das Tor (7.), im Gegenzug scheiterte Felix Sievers an Refraths Torwart Jan-Patrick Sennhenn (8.).

 

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Clemens, Sievers und Klein hatten weitere Halbchancen (17., 18., 33.), ehe Ricardo Bauerfeind nach einer Ecke etwas Pech hatte. Keine drei Meter vor der Torlinie traf er den Ball nicht richtig (37.). Kilian Seinsche scheiterte an Keeper Sennhenn (38.) und auf der Gegenseite verzog Refraths Jerry Wagner nach einer Ecke aus aussichtsreicher Position (40.). Jasper Dröge hatte die beste Chance für den Außenseiter. Sein 30-Meter-Hammer strich aber Zentimeter über den Torwinkel (41.). Im Gegenzug schloss Nümbrechts Felix Adamietz nach einem 40-Meter-Sololauf ab, und verfehlte das Gehäuse nur um Zentimeter. So ging es torlos in die Pause. Nach dem Seitenwechsel bekam der Landesligist aber Oberwasser und der Druck wuchs deutlich.

 

[Kilian Seinsche treibt das Nümbrechter Spiel an.]

 

 

Kilian Seinsche schloss nach Vorarbeit von Sievers aus der Drehung ab und nur im letzten Moment wurde der Ball von einem Refrather von der Torlinie gekratzt (50.). Sieben Minuten später spielte der Favorit den B-Ligisten gnadenlos aus. Felix Adamietz verlagerte mit einem 30-Meter-Pass auf Felix Klein, der auf Seinsche ablegte. Dessen Pass schob Felix Sievers überlegt zur Führung ein (57.). Der Knoten war damit geplatzt und die Nümbrechter legten nach. Niklas Clemens besorgte das 2:0 (64.), nach einer Ecke bugsierte Henry Schäumer den Ball zum 3:0 über die Linie (70.) und die Entscheidung war gefallen. Auch beim 4:0 demonstrierten die Nümbrechter dann doch den Klassenunterschied der beiden Teams. Felix Adamietz schlug einen langen Ball hinter die Abwehrkette, Mike Großberndt, der das letzte Spiel seiner Karriere absolvierte, schlug eine scharfe Hereingabe und Felix Sievers verwandelte überlegt zum 4:0 (73.). Die Refrather vergaben in der Schlussphase noch die Chance auf den Ehrentreffer. Der eingewechselte Erik Canis platzierte einen wuchtigen Schuss knapp über das Nümbrechter Gehäuse.

 

 

„Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft. Schön ist auch, dass Robin Brummenbaum noch seine Minuten bekommen hat“, gönnte Nümbrechts Coach Voike dem Torjäger der vergangenen Jahre einen würdigen Abschied aus der Landesligatruppe. Der Mittelstürmer wechselt als spielender Co-Trainer in die 2. Mannschaft. Voike war froh, die Aufgabe gegen den Außenseiter erfolgreich erledigt zu haben. „So ein Gegner hat nichts zu verlieren. Solche Mannschaften muss man auch erstmal bespielen. Alle können gut verteidigen, alle sind gut ausgebildet. Da hat es jeder schwer, Chancen zu kreieren. Unter dem Strich war es eine schöne Leistung über das Jahr, mit den ganzen Verletzungen, die wir hatten. Wir haben den Pokal geholt und heute genießen wir und feiern“, sagte er.

 

[Dieser Treffer von Ricardo Bauerfeind fand keine Anerkennung.]

 

 

Bei seinem Gegenüber Bernd Möldgen hielt sich der Frust über die Niederlage in Grenzen. „Es war ein Topspiel von uns. Wir hatten in etwa die gleiche Vorbereitung, wie der Gegner, vielleicht war es bei uns noch etwas schlimmer. Die Mannschaften haben sich ja auf Mallorca getroffen. Wir hatten am Freitag bei uns noch ein Elfmeterschießenturnier und haben uns auch nicht zurückgehalten. Ich bin sehr zufrieden damit, wie wir es angegangen sind. Wir waren mutig und haben alles, was wir uns vorgenommen haben, auf den Platz gebracht. Der Gegner war auch sauer auf uns und hat wohl gehofft, dass er es etwas einfacher haben wird“, erklärte Möldgen. „Als früh in der zweiten Hälfte unser Innenverteidiger Moritz Pößl verletzt raus musste, hatten wir danach etwas Unordnung und die Lücken wurden zu groß. Dann kam die Qualität des Gegners zum Tragen und sie haben es auch gut gemacht. Nümbrecht hat verdient gewonnen. Dass es für uns nicht gereicht hat, ist in Ordnung. Ich bin trotzdem sehr zufrieden“, so Möldgen.

 

 

Tore

0:1 Felix Sievers (57.), 0:2 Niklas Clemens (64.), 0:3 Henry Schäumer (70.), 0:4 Felix Sievers (73.). 

 

[Der SSV strich eine Siegprämie von 1.000 Euro ein.]

 

Spiel um Platz drei der Herren (in Engelskirchen)

 

SV Altenberg – Spvg. Rossenbach 2:0 (2:0).

 

Es war eine sehr faire Partie und beide Teams zeigten zum Abschluss der Saison eine ansprechende Leistung, wobei das Gros der Spielanteile und Chancen aufseiten des A-Ligisten aus Altenberg lag. Die Kicker der Spielvereinigung hatten zwischen dem letzten Liga-Spieltag am vergangenen Sonntag und dem heutigen Pokalduell ihre Mannschaftstour im Norden Deutschlands mit Bravour absolviert. Allerdings fiel Pokalheld Florian „Fitti“ Schneider kurzfristig aus.

 

[Die Szene, die zum Elfmeter führte: Altenbergs Kapitän Friso Bratzel wurde von Patrick Kremer noch erwischt, nachdem dieser den Ball gespielt hatte.]

 

Die junge Altenberger Truppe begann druckvoll und schon nach neun Minuten drückte Miles Werner den Ball zur Führung über die Linie. Der starke Rossenbacher Torhüter Patrick Kremer hatte zuvor einen Schuss aus kurzer Distanz pariert und das Spielgerät schulbuchmäßig nach außen abgewehrt, doch Werner, der in der zweiten Halbzeit ins Abwehrzentrum zurückgezogen wurde, traf aus spitzem Winkel.

 

Keine vier Minuten später stand Kremer erneut im Mittelpunkt, als er im Sechszehner zwar zuerst den Ball berührte, dann aber noch den gegnerischen Spieler touchierte. Der Schiedsrichter entschied auf Strafstoß, den Kremer halten konnte. Nach gut einer halben Stunde besaß Marcel Romünder mit einem Heber, der knapp das Ziel verfehlte, eine dicke Chance zum Ausgleich. Im direkten Gegenzug erhöhte Paul Büsch für den SVA auf 2:0.

 

[Trotz der frühen Anstoßzeit fanden sich schon viele Zuschauer im Engelskirchener Stadion ein.]

 

Anschließend setzte Miles Werner einen Kopfball an die Latte und verpasste somit die vorzeitige Entscheidung. Unmittelbar vor dem Pausenpfiff verpasste Julian Elsner die Chance, per Kopf zu verkürzen. In der zweiten Halbzeit erhöhte Rossenbach die Schlagzahl, am Ende fehlte jedoch die Durchschlagskraft. „Mit etwas mehr Spielglück machst du das 1:1 und kassierst dann nicht umgehend den zweiten Gegentreffer oder verkürzt unmittelbar vor der Pause noch. Doch wir müssen uns am Ende bei unserem starken Keeper bedanken, sonst wäre es höher ausgefallen“, erklärte Rossenbachs Coach Mark Hertrampf und fügte an: „Altenberg hat eine faire Truppe. Ich wünsche ihnen viel Erfolg in der nächsten Saison.“

 

Damit geht die Pokalreise des B-Ligisten auf Platz vier zu Ende – ein hervorragendes Abschneiden, das mit dem Sprung in den FVM-Pokal belohnt wurde. Hertrampf und Co. blicken nun gespannt auf die Auslosung der Auftaktrunde und hoffen auf einen attraktiven Gegner.  

 

Tore
1:0 Miles Werner (9.), 2:0 Paul Büsch (33.).

 

Besonderes Vorkommnis
Rossenbacher Keeper Patrick Kremer pariert einen Foulelfmeter von Altenbergs Martin Vogler (13.).

BILDERGALERIE

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