FUSSBALL
Lagebild des Amateurfußballs: FVM-Zahlen zu Gewalt und Diskriminierung
Oberberg – DFB stellt zum zwölften Mal das „Lagebild Amateurfußball“ vor – Im Fußballverband Mittelrhein wurde in der vergangenen Saison in mehr als 63.500 Partien knapp 380 Gewalt- oder Diskriminierungsvorfälle erfasst, die Zahl der Spielabbrüche belief sich auf 70.
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) veröffentlichte das 12. „Lagebild Amateurfußball". Seit der Saison 2014/15 lässt der DFB auf Grundlage des Spielberichts der Schiedsrichter jährlich ermitteln, wie es mit Blick auf Gewalt und Diskriminierung um die Lage des Amateurfußballs in Deutschland bestellt ist.
Im gesamten FVM-Gebiet fanden in der Saison 2025/26 mehr als 63.500 Spiele statt. Dabei wurden bei 384 Partien Gewalt- oder Diskriminierungsvorfälle erfasst, was einer Quote von 0,60 Prozent entspricht. In 70 Fällen führten die Vorfälle zu einem Spielabbruch. Damit bewegen sich die Zahlen auf einem ähnlichen Niveau wie in der Vorsaison 2024/25. Damals wurden bei über 62.000 Spielen rund 360 Gewalt- oder Diskriminierungsvorfälle registriert, was einer Quote von 0,59 Prozent entsprach. Vorzeitig abgebrochen wurden insgesamt 78 Spiele.
„Die Statistik zeigt, dass sich die Zahl der Vorfälle im FVM-Gebiet auf einem gleichbleibenden Niveau wie in der vergangenen Saison befindet. Gleichwohl bewegt uns aber jeder einzelne Vorfall, denn hinter jedem Vorfall stehen auch Menschen, die unter dem Verhalten anderer Personen zu leiden haben“, erklärt Johanna Sandvoß, Vorsitzende der Kommission für gesellschaftliche Verantwortung, und betont: „Die vorliegenden Daten erlauben lediglich eine quantitative Betrachtung. Aussagen zur Intensität oder zum persönlichen Erleben sind damit nicht verbunden.“
„Gleichzeitig darf nicht vergessen werden, dass das, was auf den Fußballplätzen am Mittelrhein passiert, auch in einem gesamtgesellschaftlichen Kontext zu sehen ist. Menschen kommen mit gewissen Energien und Emotionen auf den Fußballplatz. Die Verantwortung für ein gutes Miteinander tragen wir alle durch unser Verhalten und aktives Eingreifen. Leidenschaft und Emotionen sind erwünscht, Gewalt und Diskriminierung haben auf unseren Plätzen nichts zu suchen und werden auch konsequent geahndet“.
Bundesweit zeigten sich bei insgesamt 1,284 Millionen abgeschlossenen Spielberichten leichte Veränderungen. Während die Zahl der Partien mit gemeldeten Gewalt- oder Diskriminierungsvorfällen zum dritten Mal in Folge zurückging (auf 5.450), wurden geringfügig mehr Spiele abgebrochen (842 nach 825 im Jahr zuvor). Damit wurde bei 0,42 Prozent aller Spiele mit abgeschlossenem Spielbericht ein Vorkommnis gemeldet und 0,07 Prozent abgebrochen.
Zu den zentralen Bausteinen der Gewaltprävention im Amateurfußball zählen weiterhin die Kapitänsregel und das DFB-STOPP-Konzept. Beide Maßnahmen sollen dazu beitragen, Konflikte zu entschärfen, die Kommunikation auf dem Platz zu verbessern und Eskalationen möglichst zu verhindern. Darüber hinaus arbeiten der DFB und seine Landesverbände kontinuierlich an Schulungs-, Präventions- und Unterstützungsangeboten für Vereine, Schiedsrichter und weitere Beteiligte.
Das DFB-STOPP-Konzept kam in der Saison 2025/26 in 348 Spielen im FVM zur Anwendung. Über 90 Prozent dieser Spiele konnten regulär und demzufolge ohne einen Spielabbruch beendet werden. FVM-Präsident Christos Katzidis: Die Erfahrungen der vergangenen beiden Spielzeiten zeigen, dass das DFB-STOPP-Konzept und die Kapitänsregel eine hohe Akzeptanz bei allen Beteiligten genießen und zunehmend Anwendung finden. Mit diesen Maßnahmen stärken wir die Eigenverantwortung aller Beteiligten und setzen ein klares Zeichen für Fairness und gegenseitigen Respekt.“