FUSSBALL

FV-Coach Sascha Mühlmann tritt nach Niederlage im Kellerduell zurück

thg, lo; 27.09.2026, 22:50 Uhr
Fotos: Björn Loos --- Das Spiel gegen Marialinden war die letzte Amtshandlung von Sascha Mühlmann. Er trat unmittelbar nach dem Abpfiff zurück.
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FV-Coach Sascha Mühlmann tritt nach Niederlage im Kellerduell zurück

thg, lo; 27.09.2026, 22:50 Uhr
Oberberg - Nach der Heimpleite gegen Marialinden hat Sascha Mühlmann seinen Trainerposten in Wiehl zur Verfügung gestellt - Der SSV Homburg-Nümbrecht kassiert in Brauweiler das entscheidende Gegentor in der Schlussminute - Schönenbach ist gegen Endenich chancenlos - Die Sparkasse Gummersbach präsentiert die Landesliga (AKTUALISIERT).

FV Wiehl – TuS Marialinden 1:2 (1:1).

 

Der Krisengipfel ist zum Schicksalsspiel geworden: Nach dem 1:2 gegen den bislang ebenfalls punktlosen TuS Marialinden hat Sascha Mühlmann seinen Rücktritt als Trainer des FV Wiehl erklärt. Bereits in der vergangenen Saison hatte der Klub einen ähnlichen Fehlstart hingelegt, holte erst am siebten Spieltag das erste Remis. In der laufenden Serie war die Pleite gegen den Mitkonkurrenten aus dem Rheinisch-Bergischen die fünfte in Folge - und die führte zum Ende der Ära Mühlmann.  

 

„Wir hatten heute zwei emotionale Momente. Den ersten mit dem Abpfiff, als die Niederlage feststand, und den zweiten dreieinhalb Minuten später, als Sascha seinen Rücktritt erklärt hat“, zeigte sich der sportliche Leiter Uwe Pack überrascht über den Entschluss des Coaches. „Sascha Mühlmann hat unheimlich hohe Sympathiewerte in der Mannschaft und im Vereinsumfeld. Wir haben mit dieser Entscheidung nicht gerechnet, müssen sie aber akzeptieren“, so Pack weiter.

 

[Alexander Marks ist vor Patrick Mocan am Ball.]

 

Neun Jahre lang war Mühlmann auf der Eichhardt tätig, zunächst als Trainer der Bezirksliga-Reserve. Nach dem großen Umbruch im Sommer 2023 rückte er zur Erstvertretung auf, mit der er jeweils den Klassenerhalt in der Landesliga schaffte. „So kurz nach dem Schlusspfiff fehlen mir noch ein bisschen die Worte. Der Kopf ist leer und die Kraft ist raus. Vielleicht kommt jetzt jemand, der mit neuer Power und Energie an die Sache herangeht. Es sind noch 25 Spiele Zeit, um die Situation zu korrigieren. Am Ende ist es so, dass der Verein und die Mannschaft an erster Stelle stehen. Daher war es für mich genau der richtige Zeitpunkt, diesen Schritt zu gehen“, erklärte Mühlmann gegenüber OA.

 

Nachdem sich die Ereignisse am heutigen Nachmittag überschlagen haben, kann der Verein selbstverständlich noch keine Nachfolgeregelung präsentieren. Ob die Verantwortlichen bis zum Derby gegen den SSV Homburg-Nümbrecht, das schon am kommenden Freitag stattfindet, einen neuen Trainer finden werden, erscheint fraglich. „Wir müssen jetzt erst einmal schauen, wie es weitergeht – und welche geeigneten Kandidaten überhaupt auf dem Markt sind“, so Pack.               

 

[Justus Dabringhausen versucht Luke Roggendorf den Ball abzunehmen.]

 

Zu Beginn war beiden Teams die Nervosität anzumerken. Ali Can Gültekin verfehlte das Ziel um einen Meter (5.), bevor sich die Hausherren den ersten größeren Defensivaussetzer erlaubten. Nach einem Ballgewinn bediente Nick Unterbäumer den durchgestarteten Carlos Nieto Y Schötz, der Bastian Schwarz im Laufduell abschüttelte und die Kugel aus halbrechter Position unter die Latte nagelte – 0:1. Ein denkbar schlechter Auftakt für Wiehl, das um eine schnelle Antwort bemüht war und vor allem im Zentrum viel Platz offeriert bekam. So hatte in der 13. Minute Jan Peters freie Bahn, sein schwacher Abschluss stellte Torwart Leon Tenten aber vor keine große Herausforderung. Auf der Gegenseite senste Luke Roggendorf mit dem Außenrist recht deutlich vorbei (14.).

 

Nach einem Abseitstor von Yannik Clemens (23.) folgte die beste Phase des FV: Justus Dabringhausen blieb an der Außenlinie hartnäckig und klaute seinem Gegenspieler das Leder. Nach einem kurzen Dribbling nach innen visierte er das lange Eck an, schoss jedoch um Zentimeter daneben (25.). Nur 60 Sekunden später legte Yekcan Yildirim das Spielgerät zurück auf Florian Liebelt. Dessen Abschluss geriet zu zentral, Tenten war auf dem Posten. Danach konnte sich Marialinden wieder etwas befreien: Nieto Y Schötz segelte an einer Flanke vorbei (27.) und ein Roggendorf-Freistoß landete auf der Querstange (32.). Beim Ausgleich profitierte die Mühlmann-Elf von einem Fehlpass, den Dabringhausen abfing. Sein Zuspiel in die Mitte ließ Liebelt clever durch und Peters schloss unhaltbar ab.           

 

Wenige Sekunden nach Wiederbeginn gab es die kalte Dusche für den FV, als Nieto Y Schötz zum zweiten Mal erfolgreich war. Die anschließenden Bemühungen der Gastgeber, der Begegnung noch eine andere Wendung zu geben, schlugen fehl - Sascha Mühlmanns Abschied war besiegelt. „Es war in vielen Dingen eine gute Leistung, aber trotzdem stehen wir immer noch bei null Punkten“, konstatierte Pack. (lo)   

 

Tore

0:1 Carlos Nieto Y Schötz (8.), 1:1 Jan Peters (37.), 1:2 Carlos Nieto Y Schötz (46.).

 

FV Wiehl

Justin Broy; Kevin Derksen, Bastian Schwarz, Alexander Marks (68. Gino Lanfranco), Yekcan Yildirim (87. Sem Likya), Yannick Zwiebel (60. Vinzent Stoffel), Ali Can Gültekin, Yannik Clemens, Jan Peters (68. Elias Butzmuehlen), Justus Dabringhausen (68. Yüksel Özkan), Florian Liebelt.

 

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Grün-Weiß Brauweiler – SSV Homburg-Nümbrecht 2:1 (0:0).

 

Unglücklicher konnte die Schlussphase der Begegnung für die Nümbrechter kaum verlaufen. Die letzte Spielminute war angebrochen, als sich die Gastgeber im Mittelfeld den Ball erkämpften. Nümbrechts Trainer Marcus Voike hatte allerdings beim Ballverlust von Felix Sievers ein klares Foulspiel eines Grün-Weißen gesehen, doch der Pfiff der Unparteiischen blieb aus. Brauweiler erspielte sich eine Ecke in deren Folge der Siegtreffer fiel. Matti Fiedler schoss den Abpraller aufs Nümbrechter Tor, im Gewühl wurde das Spielgerät abgefälscht und der Ball trudelte unhaltbar für SSV-Torwart Matteo Tessarolo über die Linie.

 

[Jan Peters hätte schon in der 13. Minute den Ausgleich erzielen müssen, sein Abschluss war aber zu harmlos.]

 

„Das war natürlich sehr ärgerlich. Klar, kann man die Ecke besser verteidigen, aber wir hätten heute verdient einen Punkt mitnehmen müssen. Das sind Spiele, die nachwirken“, war Voike schwer enttäuscht vom Ausgang der Partie. In der ersten Halbzeit lieferten sich die beiden Parteien ein ausgeglichenes Duell. Torchancen waren auf beiden Seiten Mangelware und es ging torlos in die Pause. Felix Adamietz hatte die beste Gelegenheit, sein Torschuss fischte aber Brauweilers Schlussmann Julian Roloff glänzend aus dem Toreck. Auch nach dem Seitenwechsel zeigten sich die Kontrahenten auf Augenhöhe, dann mussten die Nümbrechter einen echten Nackenschlag hinnehmen. Brauweiler fuhr einen Konter und Alexander Gerhards schloss mit einem satten Schuss ab. Den fälschte jedoch Nümbrechts Ricardo Bauerfeind ebenso unhaltbar für Tessarolo ab und der Ball schlug im Winkel ein. „So ein Tor kriegt man alle 100 Jahre mal“, konnte es Voike nicht fassen.

 

Die Gäste ließen sich vom Gegentreffer allerdings nicht beeindrucken und setzten die Hausherren unter Druck. Klare Torchancen blieben zunächst zwar aus – immer wieder hatten die Grün-Weißen bei Abschlüssen ein Bein im Weg – doch die Bemühungen wurden belohnt. Dean-Robin Paes schloss ab und erneut wehrte Brauweiler den Schuss ab. Doch diesmal landete der Abpraller beim gerade erst eingewechselten Michael Ojesanmi, der die Kugel zum Ausgleich in die Maschen schob. „Wir waren zurück im Spiel, waren gierig und drauf und dran noch nachzulegen. Aber am Ende stehen wir mit leeren Händen da. Den Ärger müssen wir jetzt in die nächsten Wochen mitnehmen und uns die Punkte zurückholen“, so Voike. (thg)

 

Tore

1:0 Alexander Gerhards (58.), 1:1 Michael Ojesanmi (79.), 2:1 Matti Fiedler (90.).

 

SSV Homburg-Nümbrecht

Matteo Tessarolo: Felix Adamietz, Henry Schäumer, Moritz Becker (90. Kilian Seinsche), Lukas Grünberg (80. Sebastian Ramspott), Ricardo Bauerfeind, Mouad Zaki (79. Joscha Trommler), Felix Sievers (90. Ritsuki Oyama), Niklas Clemens, Collins Ihekaire (79. Michael Ojesanmi), Dean-Robin Paes.

 

[Glück hatten die Wiehler bei einem Lattenfreistoß von Luke Roggendorf.]

 

SV Schönenbach – FV Bonn-Endenich 0:6 (0:3).

 

Für die Schönenbacher gab es gegen den Top-Aufstiegsfavoriten aus Endenich erwartungsgemäß nichts zu holen. Das lag auch nicht an der Abwesenheit von Torwart Frederic Löhe, der krank absagen musste. Ersatzkeeper Arne Scherbaum lieferte bestmöglich ab. SVS-Trainer Torsten Reisewitz hatte die Begegnung schnell abgehakt und war sogar durchaus zufrieden mit dem Auftritt seiner Equipe. „Das Ergebnis geht absolut in Ordnung und spiegelt die Qualität des Gegners wider. Endenich ist nicht der Gegner, gegen den wir Punkte holen müssen. Ich bin zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft. Läuferisch und kämpferisch haben sie alles abgerufen“, zog er ein positives Fazit.

 

[Kapitän Bastian Schwarz schirmt den Ball vor Marvin Hennecken ab.]

 

Gegen die Offensivpower der Gäste war an diesem Sonntag kein Kraut gewachsen. Endenich, das sich kurz vor Saisonbeginn noch mit Ex-Profi Peniel Mlapa verstärkt hatte, dominierte die Partie und kam auch schnell zur Führung durch den 35-jährigen Mittelstürmer, der in der Bundesliga schon für Klubs wie Hoffenheim oder Mönchengladbach spielte. Nils Remagen markierte das 2:0, dann hatten die Hausherren ihren großen Moment. Nach einem Konter scheiterte Danylo Kowalenko an Endenichs Schlussmann Malte Eisberg, im Gegenzug schlugen die Bonner erneut durch Mlapa eiskalt zu. „Und so gehen wir statt mit 1:2 mit 0:3 in die Pause. Damit war dann auch der Deckel drauf“, hakte Reisewitz die Partie bereits nach 45 Minuten ab.

 

Nach dem Seitenwechsel versuchten die Schönenbacher ein Debakel zu vermeiden und stellten sich noch defensiver auf. Mit Erfolg, denn es dauerte bis zur 73. Spielminute, ehe Mlapa abermals knipste. Andrew Schmidt machte den Doppelschlag zum 5:0 perfekt und Elias Bosbach setzte den Schlusspunkt für die deutlich überlegenen Endenicher. Reisewitz: „Im ruhenden Spielaufbau haben wir sie gut verteidigt, aber nach Ballverlusten in der eigenen Hälfte kriegt man sie schwer gestoppt.“ (thg)

 

Tore

0:1 Peniel Mlapa (18.), 0:2 Nils Remagen (35.), 0:3 Peniel Mlapa (45.), 0:4 Peniel Mlapa (73.), 0:5 Andrew Schmidt (75.), 0:6 Elias Bosbach (81.).

 

SV Schönenbach

Arne Scherbaum; Prince Gbeke, Meikel Harder, Davin Dresbach, Emre Bodur, Elham Isakoski, Siamnd Al-Awde, Gabriel Werner (45. Masaya Taki/70. Baris Polatkan), Muhammed Akar, Leif Bergmann, Danylo Kowalenko (63. Umut Kizilyar).

 

Tabelle und Ergebnisse Landesliga

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