FUSSBALL

Schönenbacher Neun-Tore-Spektakel mit Happy End - Wiehl "auswärts wie gelähmt"

thg, lo; 26.10.2026, 01:00 Uhr
Fotos: Thomas Giesen --- Der SV Schönenbach feierte gegen den TuS Marialinden den zweiten Sieg in Folge und befreite sich aus der Abstiegszone.
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Schönenbacher Neun-Tore-Spektakel mit Happy End - Wiehl "auswärts wie gelähmt"

thg, lo; 26.10.2026, 01:00 Uhr
Oberberg - Die Reisewitz-Elf gewinnt torreiches Duell gegen Kellerkonkurrent Marialinden, gibt aber beinahe eine komfortable Führung aus der Hand - Wiehl holt sich die nächste hohe Pleite in der Fremde ab - Nümbrecht entführt Punkte aus Köln - Die Sparkasse Gummersbach präsentiert die Landesliga (AKTUALISIERT).

SV Schönenbach – TuS Marialinden 5:4 (2:0).

 

Zwei Siege in Folge, dabei neun Tore erzielt und auf Platz elf der Tabelle gesprungen – die Schönenbacher können sich über zwei erfolgreiche Spieltage freuen. Doch nach dem Abpfiff hielt sich die Freude bei SVS-Trainer Torsten Reisewitz in Grenzen. „Es ist schade. Wie die Schlussphase des Spiels verlaufen ist, nervt schon sehr. Hätten wir noch fünf Minuten länger gespielt, dann hätten wir das Ding verloren. Aber auch in diesem Spiel gab es nur drei Punkte zu gewinnen“, wollte Reisewitz die Begegnung schnell abhaken.

 

Für den Gastgeber verlief die erste Hälfte fast nach Plan, nur mit den Toren wollte es zunächst nicht so recht klappen. Marialinden verzeichnete zwar die erste Chance durch Romano Collina (11.), doch feldüberlegen zeigten sich die Hausherren. Siamnd Al-Awde vergab nach Vorarbeit von Muhammed Akar die erste Torgelegenheit der Schönenbacher, dann war es erneut der TuS, der gefährlich wurde. Nach einer Flanke von Romano Collina traf Carlos Schötz per Kopf nur den Außenpfosten (19.). Schönenbach drückte weiter und kam zu weiteren Gelegenheiten. Nach Ablage von Danylo Kovalenko schloss Leif Bergmann aus rund 17 Metern ab, Marialindens Torwart Julian Schoepe lenkte den Ball aber neben den Torpfosten (24.).

 

[Prince Gbeke machte über die rechte Außenbahn Druck und leitete immer wieder Angriffe der Schönenbacher ein.]

 

In Minute 33 war es dann so weit. Prince Gbeke passte in die Schnittstelle der TuS-Abwehr und Kovalenko versenkte das Rund zur Führung. Nach einem Fehler im Aufbauspiel konterten die Schönenbacher ihren Gegner kurz vor der Pause dann gnadenlos aus. Kowalenko schickte Muhammed Akar, der von der Strafraumgrenze zum 2:0 ins lange Eck traf. „Unser Matchplan ist aufgegangen. Wir haben dem Gegner nur eine Torchance zugestanden und haben selbst die Tiefe gesucht. So ist auch das erste Tor gefallen. Auch in der zweiten Hälfte lief bis zum 5:1 alles nach Plan“, war Schönenbachs Trainer Torsten Reisewitz zunächst zufrieden.

 

[Bis zum 5:1 war man im Lager der Schönenbachr noch guter Dinge. Nach dem Abpfiff war man froh, den Sieg über die Zeit gerettet zu haben.]

 

Nach dem Seitenwechsel bereitete Akar über die Außenbahn das 3:0 des eingewechselten Gabriel Werner vor, und erzielte nach Vorlage von Werner selbst das 4:0. Vom 1:4 durch Roger Schäfer ließen sich die Schönenbacher kaum beeindrucken und stellten durch Leif Bergmann schnell wieder den Vier-Tore-Vorsprung her. Doch dann lief die Partie völlig aus dem Ruder. Marialindens Toptorjäger Andre Peters verkürzte auf 2:5 (80.), dann sah Siamnd Al-Awde die Gelb-Rote Karte (85.). Nun völlig aufgelöst, kassierte der Gastgeber noch das 3:5 durch Peters und sogar den Doppelschlag durch Ahmad Ghulami und es drohte der Kollaps. „Ich hätte nie gedacht, dass das Spiel noch einmal kippen könnte“, meinte Reisewitz. (thg)

 

Tore

1:0 Danylo Kowalenko (33.), 2:0 Muhammed Akar (44.), 3:0 Gabriel Werner (56.), 4:0 Muhammed Akar (58.), 4:1 Roger Schäfer (66.), 5:1 Leif Bergmann (76.), 5:2 Andre Peters (80.), 5:3 Andre Peters (88.), 5:4 Ahmad Ghulami (89.).

 

Besonderes Vorkommnis

Gelb-Rot gegen Schönenbachs Siamnd Al-Awde (85.).

 

SV Schönenbach

Frederic Löhe; Prince Gbeke, Sven Wurm (50. Gabriel Werner), Meikel Harder, Emre Bodur, Elham Isakoski (59. Umut Kizilyar), Siamnd Al-Awde, Davin Dresbach, Leif Bergmann, Muhammed Akar, Danylo Kovalenko.

 

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SC Rheinbach - FV Wiehl 5:0 (3:0).

 

Ist die Aufbruchsstimmung beim FV Wiehl bereits wieder perdu? Eine Woche nach dem ersten Saisonerfolg gegen den FC Pesch präsentierte die Mannschaft von Interimscoach Marek Lesniak wieder ihr „Auswärtsgesicht“ und unterlag dem ambitionierten SC Rheinbach, der angesichts des dritten Dreiers in Folge langsam ins Rollen zu kommen scheint, glatt mit 0:5. Damit sind die Wiehler in der Fremde weiterhin ein gern gesehener Punktelieferant. Alle Auftritte auf externem Terrain in dieser Spielzeit endeten mit hohen Pleiten.

 

[Davin Dresbach räumte im Mittelfeld der Schönenbachr auf.]

 

„Die Jungs spielen auswärts wie gelähmt. Das ist das größte Problem“, erklärte Lesniak, der heute auf einige verletzte und erkrankte Akteure verzichten musste und mit einer dünn besetzten Bank unterwegs war. Erstmals im Kader stand der U19-Kicker Karl Krieger. Nach neun Minuten musste Torhüter Justin Broy, der am vergangenen Sonntag noch seine Weiße-Weste-Premiere gefeiert hatte, zum ersten Mal hinter sich greifen, als Elvin Jashari den SCR in Führung brachte. Und damit nahm das Unheil seinen Lauf.

 

Jashari erzielte Mitte des ersten Durchgangs das 2:0, danach folgte die beste Phase der Gäste, die jedoch nicht für den Anschluss herstellen konnten. Stattdessen traf Selim Caliskanoglu zum 3:0, was die frühe Vorentscheidung bedeutete. „Zwei der drei Gegentore in der ersten Halbzeit waren absolut vermeidbar. Solche Stellungsfehler darfst du dir in der Landesliga nicht erlauben. Das wird sofort bestraft“, merkte Lesniak an.  

 

[Siamnd Al-Awde war eine der Stützen im zentralen Mittelfeld der Schönenbacher, sah aber in der Schlussphase die gelb-rote Karte.]

 

Als Rheinbachs Goalgetter Samir Malaab kurz nach Wiederanpfiff auf 4:0 stellte, ging es endgültig lediglich noch um Schadensbegrenzung für die Wiehler, die sich nicht nur defensiv anfällig zeigten, sondern auch auf dem Weg nach vorne harmlos blieben. „Wir hatten im gesamten Spiel vielleicht drei, vier Chancen. So kannst du kein Spiel gewinnen“, konstatierte Lesniak. Jan Peters und der eingewechselte Elias Butzmuehlen verpassten eine Verbesserung des Resultats, bevor Caliskanoglu den Schlusspunkt setzte. „Rheinbach war besser, aber wenn wir eine Leistung wie gegen Pesch abgerufen hätten, wäre mehr drin gewesen. So ist das einfach wieder brutal. Wir müssen schnell den Mund abputzen. Am Mittwoch geht es schon im Pokal für uns weiter“, so Lesniak. (lo)    

 

Tore

1:0 Elvin Jashari (9.), 2:0 Elvin Jashari (27.), 3:0 Selim Caliskanoglu (38.), 4:0 Samir Malaab (49.), 5:0 Selim Caliskanoglu (88.).

 

FV Wiehl

Justin Broy; Gino Lanfranco (72. Niclas Zeder), Bastian Schwarz, Ali Can Gültekin, Kevin Derksen, Yekcan Yildirim (72. Yüksel Özkan), Vincent Stoffel (62. Karl Krieger), Yannik Clemens, Florian Liebelt (62. Elias Butzmuehlen), Jan Peters, Justus Dabringhausen.

 

 

SC Blau-Weiß Köln – SSV Homburg-Nümbrecht 1:2 (1:1).

 

Marcus Voike hatte offenbar den richtigen Riecher: „Bei Borussia Mönchengladbach stand ein 17-Jähriger in der Startelf. Da ist mir die Idee gekommen, Marc Wolf von Beginn an zu bringen“, sagte er nach der Partie mit einem Augenzwinkern. Die Gladbacher hatten mit Wael Mohya einen Jugendspieler von Beginn an auflaufen lassen und besiegten den VfB Stuttgart mit 3:2 auswärts. Der U19-Spieler der Nümbrechter sorgte derweil mit seinem späten 2:1 für den Siegtreffer der Gäste.

 

Die liefen jedoch früh einem Rückstand hinterher. Nach einer Ecke sorgte Oliver Bering für den Führungstreffer der Hausherren. „Der Gegner hatte nach zehn Sekunden mal eine Ecke, aus der zweiten machen sie das Tor. Aber wir habe ein gutes Gesicht gezeigt und sind nicht eingebrochen“, freute sich Voike über die Reaktion seiner Mannschaft, die noch vor dem Seitenwechsel zum Ausgleich kam.

 

Ebenfalls nach einer Ecke stand Henry Schäumer goldrichtig und versenkte den Ball zum 1:1 in den Maschen. Zuvor vergaben die Gäste beste Gelegenheiten. Kilian Seinsche traf nur die Unterkannte der Querlatte, Felix Klein und Ricardo Bauerfeind zielten mit Abschlüssen nur knapp neben das gegnerische Gehäuse. „Wir waren bis zur Pause dominant, dann hat der Gegner sich offensiver aufgestellt“, sagte Voike dessen Elf nach dem Seitenwechsel bei einem Pfostentreffer Glück hatte, nicht erneut in Rückstand zu geraten. Die Hausherren, immerhin Tabellendritter, drängten nun auf den Siegtreffer, Nümbrecht versuchte sich in schnellen Gegenangriffen.

 

„Wir hatten gute Chancen nach Kontern, aber hatten auch Szenen wo wir dachten, das läuft heute nicht gut. Aber die Jungs haben alles reingeschmissen und gut gearbeitet“, hatte Voike zeitweise Zweifel, ob es zu etwas Zählbarem reicht – bis Felix Klein den Ball für Marc Wolf querlegte und der aus rund zwölf Metern einschob. „Die Punkte tun uns gut, aber wir flippen jetzt nicht aus. Die Mannschaft hat aber eine gute Reaktion gezeigt“, so Voike. (thg)

 

Tore

1:0 Oliver Bering (18.), 1:1 Henry Schäumer (45.), 1:2 Marc Wolf (85.).

 

SSV Homburg-Nümbrecht

Matteo Tessarolo; Felix Adamietz, Henry Schäumer, Sebastian Ramspott, Moritz Becker, Ricardo Bauerfeind, Joscha Trommler (76. Fritz Schäfer), Marc Wolf (89. Niklas Goße), Niklas Clemens (71. Collins Ihekaire), Kilian Seinsche, Felix Klein (89. Dogukan Bülbül).

 

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