FUSSBALL
Nümbrecht greift nach dem ersten Pokalsieg – Trostpflaster für den THB?
Oberberg - Am Sonntag wird die lange Fußballsaison mit dem Kreispokalfinaltag in Engelskirchen abgeschlossen - In beiden Endspielen scheinen die Rollen klar verteilt zu sein.
Sollten kurzfristig nicht noch Relegationsrunden notwendig werden – hier gilt es unter anderem den Abmelde-Stichtag 20. Juni abzuwarten -, bilden die Endspiele im Bitburger-Kreispokal am kommenden Sonntag den Abschluss einer langen Saison. Für die drei Partien kehrt der Fußballkreis Berg in den Sportpark Leppe in Engelskirchen zurück. Der Startschuss fällt bereits um 11 Uhr mit dem bedeutungslosen Spiel um Platz drei der Herren. Der Gewinner des Herrenfinales – Landesligist Nümbrecht wird von Underdog Refrath herausgefordert - tritt die Nachfolge des FV Wiehl an, der sich 2025 mit 7:5 nach Verlängerung gegen den SV Schönenbach durchgesetzt hatte. Bei den Frauen reist der TuS Homburg-Bröltal als amtierender Champion und klarer Favorit an.
Vorschau Kreispokal der Herren (Finale)
SV Refrath – SSV Homburg-Nümbrecht (Sonntag, 15:30 Uhr).
Es fehlen: Dennis Kania, Philipp Rüttgers, Robin Brummenbaum, Caleb Murphy, Dean-Robin Paes, Niklas Goße, Moritz Becker, Tom Hillenbach.
Zum Spiel: Für die Nümbrechter wäre es der erste Kreispokalsieg der Vereinsgeschichte. Trainer Marcus Voike hat jedoch schon nach dem letzten Landesligaspiel kein Blatt vor den Mund genommen: Die Vorbereitung auf das Kreispokalfinale ist nur sehr eingeschränkt möglich und das ist vorsichtig ausgedrückt. Ein Großteil der Mannschaft flog nach dem jüngsten 4:0-Erfolg beim Saisonabschluss gegen den SC Lindenthal-Hohenlind noch am gleichen Tag nach Mallorca. Wie es dort zugeht, kann sich der Leser vorstellen. Erst am Donnerstag kehrt die Truppe zurück. Am Freitag ist der einzige Trainingstermin angesetzt. „Wir versuchen uns da ein bisschen zu bewegen. Wir wollen ein wenig ausschwitzen, mehr ist aber auch nicht möglich. Mitten auf dem Feld steht ja die Leinwand für die Fußball-Übertragungen. Da haben wir nur wenig Platz drumherum, um was mit dem Ball zu machen“, erklärt Voike.
Beklagen will er sich darüber aber nicht. Schon im Vorfeld hatte er Verständnis geäußert und geht davon aus, dass seine Jungs das Finale am Sonntag gebührend angehen werden. Zudem ist er sich ziemlich sicher, dass die Qualität seiner Mannschaft auch nach diesem Vorlauf ausreichen sollte, um den drei Klassen tiefer spielenden B-Ligisten zu besiegen. „Wir wollen nicht um den heißen Brei herumreden. Wir sind auf allen Positionen besser besetzt als der Gegner. Ich denke, dass die am Anfang emotional alles reinhauen werden. Wenn wir ruhig bleiben und es so seriös angehen, wie am Sonntag gegen Lindenthal, bin ich mir sicher, dass wir das Spiel gewinnen werden.“
Zu voll will Voike den Mund trotz der unübersehbaren Favoritenrolle dann aber doch nicht nehmen und blickt auf seine eigenen Erfahrungen als aktiver Fußballer zurück. „Wir haben damals mit Germania Windeck gegen Hoffenheim lange 1:0 geführt und nur durch einen Elfmeter den Ausgleich bekommen und sind in die Verlängerung gegangen“, erinnert er an das ungleiche Duell des damaligen Fünftligisten aus der NRW-Liga gegen den Bundesligisten, der Spieler wie Roberto Firmino in der Startelf aufbot, und nimmt die Partie als mahnendes Beispiel. „Ich gehe davon aus, dass alle wissen, was sie schaffen können. Der Verein hat noch nie den Pokal gewonnen. Aber man kann solche Sachen 1.000-mal sagen. Im Unterbewusstsein nimmt man den Gegner vielleicht doch zu leicht oder ist nervös“, so Voike. (thg)
Vorschau Kreispokal der Frauen (Finale)
TuS Immekeppel – TuS Homburg-Bröltal (Sonntag, 13 Uhr).
Es fehlen: Marie Rüße, Julia Pöhlmann, Sina Garz.
Zum Spiel: Der Vorjahressieger strebt nach der Titelverteidigung: Der TuS Homburg-Bröltal geht als haushoher Favorit in das Kreispokalfinale. Gegner ist der TuS Immekeppel, der in dieser Saison schon einmal jubeln durfte. Der Underdog holte den Staffelsieg in der Kreisliga B und spielt somit in der kommenden Spielzeit eine Liga höher. In Bröltal ist die Stimmung hingegen gedrückt. Durch die 1:2-Niederlage gegen Alemannia Aachen rutschte der THB in der Mittelrheinliga am letzten Spieltag auf einen Abstiegsplatz ab und muss sich nach zwei Jahren aus der höchsten Verbandsspielklasse verabschieden.
„Ganz verdaut haben ich den letzten Sonntag noch nicht“, erklärt Coach Mats Bollmann, der beim Endspiel ein letztes Mal an der Seitenlinie stehen wird. Er übernimmt künftig die 1. Herrenmannschaft der Bröltaler und hofft, sich mit dem Pokalsieg als Trostpflaster für den verpassten Klassenerhalt verabschieden zu können. „Das Gute ist, dass wir eine ‚Stehauf-Mannschaft‘ sind. Natürlich tut der Abstieg megaweh, aber die Mädels haben schon beim Saisonabschluss des Vereins wieder mitgefeiert. Das zeigt auch, wie intakt die Truppe ist.“
Wenngleich die Rollen klar verteilt sind, warnt Bollmann vor dem Außenseiter, der zum größten Teil mit Akteurinnen besetzt ist, die 2024/2025 noch für den SSV Süng in der Landesliga gespielt haben, ehe sie geschlossen zum TuS wechselten. Dass die Immekeppelerinnen über Qualität verfügen, haben sie im laufenden Wettbewerb unter Beweis gestellt. So kegelten sie die höherklassigen Vertreter Biesfeld (Landesliga/3:1) und Lindlar (Bezirksliga/2:1) raus, bevor man wegen des Nichtantritts von Halbfinal-Kontrahent SC 27 Bergisch Gladbach kampflos ins Endspiel einzog.
Bollmann: „Wenn wir den Gegner unterschätzen, kann es sehr unangenehm werden. Ich wünsche mir, dass es uns gelingt, das negative Erlebnis in der Liga abzuschütteln und den Blick nach vorne zu richten. Wir haben in dieser Saison eine sehr gute Pokalrunde gespielt. Dafür wollen wir uns belohnen.“ Mit Ausnahme der Langzeitverletzten sind beim THB alle Spielerinnen an Bord hat. (lo)
Vorschau Kreispokal der Herren (Spiel um Platz drei)
SV Altenberg – Spvg. Rossenbach (Sonntag, 11 Uhr).
Zum Spiel: Rossenbachs Trainer Mark Hertrampf plaudert kein Geheimnis aus, wenn er über den Stellenwert des „kleinen“ Pokalfinals gegen den SV Altenberg (Kreisliga A) sagt: „Es geht nur um die Goldene Ananas.“ Anders als im Endspiel, dessen Sieger den Kreispokal entgegennehmen darf, ist der Ausgang dieser Partie völlig egal, weil beide Teams für den FVM-Pokal qualifiziert sind. Aber der Wettbewerbssponsor hat sich gegen die Vernunft durchgesetzt.
Das bedeutet im Umkehrschluss aber nicht, dass Rossenbach die Begegnung herschenken möchte. „Wir wollen das Spiel gewinnen, dafür sind die Jungs im laufenden Wettbewerb mit den Extraschichten an oder auch über ihre Grenzen gegangen und haben eine tolle Pokalserie hingelegt. So weit ist bisher noch keiner von ihnen gekommen. Wir bauen darauf, dass wir in der Pokalrunde noch gegen keinen A-Ligisten das Nachsehen hatten“, erläutert Hertrampf.
Einzig hinter Topstürmer Erik Jödden steht ein Fragezeichen, der Rest will im letzten Pflichtspiel trotz der einen oder anderen Blessur auf die Zähne beißen. Florian Schneider zum Beispiel hat 40 Prozent seiner Saisontore im Pokalwettbewerb erzielt und dabei ein ganz wichtiges im Viertelfinale gegen den A-Ligisten FC Bensberg. In Rossenbach hätte niemand etwas dagegen, wenn Schneider am Ende häufiger im Pokal als in der Meisterschaft treffen würde.
Also werden die Rossenbacher nochmal alles aus dem Köcher holen und für 90 Minuten vergessen, dass die Spielzeit viele Körner gekostet hat. Sollte es nach Ablauf der regulären Spielzeit unentschieden stehen, wird direkt ein Elfmeterschießen durchgeführt. (hp)