FUSSBALL

Nach Spielabbruch wegen Schlägerei: Sportgericht verhängt Sperren

lo; 12.02.2026, 10:22 Uhr
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Nach Spielabbruch wegen Schlägerei: Sportgericht verhängt Sperren

lo; 12.02.2026, 10:22 Uhr
Oberberg – Das wegen Tumulten abgebrochene Kreisliga D-Spiel zwischen Marienheide III und Frömmersbach II wurde für beide Mannschaften als verloren gewertet – Vier Spieler wegen tätlicher Angriffe gesperrt.

Nach dem Abbruch der Kreisliga D-Partie zwischen dem SSV Marienheide III und dem SV Frömmersbach II (Staffel 8) am letzten Spieltag der Hinrunde Anfang Dezember hat das Sportgericht des Fußballkreises Berg unter dem Vorsitz von Stefan Flock nach rund anderthalbstündiger Verhandlung ein Urteil gefällt:  Die wegen einer Schlägerei abgebrochene Begegnung wird für beide Mannschaften als verloren gewertet, die Vereine müssen ein Ordnungsgeld von jeweils 100 Euro berappen.

 

Zudem wurden pro Team zwei Spieler wegen tätlicher Angriffe zu Sperren verdonnert. Die Fußballer auf Marienheider Seite müssen für 18 bzw. sechs Spiele zuschauen, das Frömmersbacher Duo, das bereits vereinsintern bis zum Saisonende gesperrt wurde, wurde für zwölf bzw. neun Spiele aus dem Verkehr gezogen. Die Mindeststrafe in solchen Fällen beträgt sechs Spiele, bis zu 72 sind möglich. Auch Sperren auf Dauer können von den Sportgerichten ausgesprochen werden.   

 

Das Foul ein SSV-Spielers an einem Gästekicker in der 74. Minute war Auslöser der Tumulte. Dieser revanchierte sich mit einem Schlag ins Gesicht des Marienheiders, der zurückkeilte. Danach lief die Szenerie komplett aus dem Ruder. Laut Aussagen der geladenen Zeugen befanden sich inklusive Zuschauer zwischen 50 und 70 Personen auf dem Platz, weitere Schläge und sogar Tritte sollen verteilt worden sein.

 

Der Schiedsrichter versuchte in der unübersichtlichen Situation vergeblich, das DFB-Stopp-Konzept anzuwenden und die Mannschaften zur Abkühlung in die eigenen Strafräume zu schicken. Als dieses Vorhaben scheiterte, brach er die Partie ab. Auch sämtliche Schlichtungs- und Beruhigungsversuche der Trainer sowie weiterer Personen aus beiden Lagern schlugen fehl.   

 

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass eine Fortsetzung des Matches nicht mehr möglich war. Da sich die Beschuldigten während der gestrigen Befragung nicht zur Sache äußern wollten – offenbar gab es auch Ermittlungen durch die Polizei -, blieb vieles im Dunkeln. Das Gericht kam aber zu der Überzeugung, dass das Quartett die tätlichen Angriffe unterschiedlicher Schwere - daher die Abstufung bei den Sanktionen - begangen hatte. Für einen Frömmersbacher wirkte sich strafmildernd aus, dass er sich bei dem Attackierten später entschuldigt hatte. Die längste Sperre (18 Spiele) kam unter anderem dadurch zustande, dass der Akteur einen eigenen Mitspieler, der schlichtend eingegriffen hatte, geschlagen haben soll.  

 

Bei der Beurteilung des Strafmaßes stützte sich das Gericht auf die Stellungnahmen der Vereine sowie den Bericht des Schiedsrichters, wie Stefan Flock betonte. Die Vereine verzichteten auf Rechtsmittel, das Urteil ist also rechtskräftig. Ein Wiedersehen wird es in der Rückrunde nicht geben: Wie der stellvertretende Vorsitzende des SSV Marienheide, Tim Wessels, im Laufe der Verhandlung erklärte, wird der Klub die 3. Mannschaft aus Personalmangel vom Spielbetrieb abmelden.   

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