FUSSBALL

Neuerlichen Fehlstart vermeiden und mehr Griffigkeit an den Tag legen

lo; 12.08.2026, 09:00 Uhr
Fotos: Michael Kleinjung.
FUSSBALL

Neuerlichen Fehlstart vermeiden und mehr Griffigkeit an den Tag legen

lo; 12.08.2026, 09:00 Uhr
Wiehl – Für den FV Wiehl steht auch in seiner 13. Landesliga-Saison in Serie der Klassenerhalt im Vordergrund – Trainer Sascha Mühlmann rückt die Grundtugenden in den Fokus und spricht von einer „brutal ausgeglichenen Liga“.

Eine Berg- und Talfahrt erlebte der FV Wiehl in seiner zwölften Landesliga-Saison in Folge. Nach einem kompletten Fehlstart mit sechs Pleiten am Stück stand das Team von Trainer Sascha Mühlmann schon mit dem Rücken zur Wand, warf dann aber den Rettungsanker aus und verbuchte in den nächsten Wochen so viele Zähler, dass die Abstiegsränge bereits vor Weihnachten verlassen werden konnten. Nach der Winterpause erhielt das Konto kontinuierlich Zuwachs, ehe sich, auch aufgrund einer dünnen Spielerdecke, die Negativerlebnisse wieder häuften.

 

Da sich aber Eintracht Hohkeppel II nach der Hinrunde aus dem Spielbetrieb verabschiedet hatte und Fortuna Bonn früh weit abgeschlagen war, war letztlich bloß noch ein Abstiegsplatz in der Verlosung. Trotz zunehmend schwächerer Leistungen im letzten Saisondrittel gelang es den Wiehler, den Konkurrenten SpVg. Flittard auf Abstand zu halten und im Schlussklassement mit 30 Punkten auf Platz elf zu landen. Kein Grund für Jubelsprünge, doch die Erleichterung über den abermaligen Ligaverbleib war – erst recht nach dem verkorksten Auftakt – groß.

 

Nun geht’s für den FV Wiehl in die 13. Landesliga-Spielzeit in Serie. Und die soll natürlich anders beginnen als die vorherige. „Nach den sechs Niederlagen mussten wir unsere Ziele schnell über den Haufen werfen“, will Mühlmann nicht wieder in eine solche Drucksituation geraten. Seine Schützlinge arbeiten im bisherigen Verlauf der Vorbereitung sehr gut mit, die physischen Grundlagen wurden gelegt. „In den nächsten drei Wochen wird es darum gehen, die Abläufe zu verfeinern, Automatismen zu entwickeln und die Neuzugänge weiter zu integrieren“, betont Mühlmann. Zuletzt wurde mit der Verpflictung des jungen Offensivakteurs Marc Can Fotue Kamga (FC Pesch U19) noch ein weiterer Transfer getätigt. 

 

[Trainer Sascha Mühlmann hofft darauf, sich aus dem Abstiegskampf raushalten zu können.]

 

Der sportliche Aufschwung in der vergangenen Saison war mit einer taktischen Umstellung verbunden. Nun folgt zwar nicht die totale Rolle rückwärts, doch der Übungsleiter testet verschiedene Varianten. „Aktuell spielen wir viel mit Viererkette, das bedeutet aber nicht, dass wir uns von der Dreier-/Fünferkette verabschieden. Wir wollen flexibler werden, uns etwas einfallen lassen. Zum Beispiel auch, ob wir mit einem, zwei oder drei Stürmern spielen“, erläutert der Coach.

 

Die Systemfrage sei indes nicht der entscheidende Faktor, sondern vielmehr, wie das kickende Personal die Vorgaben mit Leben füllt. Hier sieht Mühlmann Verbesserungspotenzial. „Ich erwarte, dass sich die Jungs besser und genauer an den Matchplan halten und wir als Mannschaft ein Stück weit erwachsener agieren. Es wird darum gehen, nicht unbedingt eklig zu spielen, aber das Liebe und Nette ein wenig beiseitezulegen und griffiger zu sein“, nimmt Mühlmann eigenen Angaben zufolge die Grundtugenden Einstellung, Disziplin, Zweikampfhärte und Laufbereitschaft vermehrt ins Visier. „Wenn da jeder noch zehn bis 15 Prozent drauflegt, bin ich guter Dinge“, so der Trainer.

 

Defensiv muss Wiehl sich steigern, wie die 69 Gegentore aus der abgelaufenen Spielzeit belegen (nur Absteiger Flittard war anfälliger). Einige hohe Pleiten waren indes darauf zurückzuführen, dass die Verletztenliste ellenlang war. Was die Personallage angeht, hat Mühlmann momentan kaum Sorgenfalten, wenngleich sich der beste Torschütze des Vorjahres, Justus Dabringhausen, wegen anhaltender Oberschenkelprobleme im Wartestand befindet.

 

WERBUNG

„Bei ihm werden wir kein Risiko eingehen“, soll der Goalgetter seine Blessur in Ruhe auskurieren. Vermutlich wird er erst nach ein paar Spieltagen sein Comeback feiern. Kevin Derksen und Paul Neuendorff, die die Rückserie in Gänze verpasst hatten, sind zurück im Aufgebot, einzig Rene Gailowitz fällt nach seiner schweren Knieverletzung für unbestimmte Zeit aus. Sicherlich kein Nachteil: Aus der letztjährigen Stammelf sind lediglich Collins Ihekaire (nach Nümbrecht) und Maximilian Vollmer weggebrochen, wobei Letztgenannter im Tor ein „Job-Sharing“ mit Justin Broy betrieb.    

 

Die Zielsetzung auf der Eichhardt bleibt unverändert: Das Erreichen des Ligaverbleibs steht ganz oben auf der Agenda. „Auf das Damoklesschwert Klassenerhalt müssen wir im Rückspiegel immer ein Auge werfen“, macht Mühlmann deutlich. Im Idealfall möchte man sich über „Zwischensteps“ an den einstelligen Tabellenbereich herantasten. „Dafür müsste allerdings alles passen. Wir würden gleich zu Beginn ein Maximum an Punkten benötigen und unsere Qualitäts- und Unterschiedsspieler dürften nicht länger ausfallen“, schränkt der Trainer ein.

 

Am ersten Spieltag trifft Wiehl vor eigenem Publikum auf Bonn-Endenich - angesichts diverser hochkarätiger Neuzugänge nicht nur Mühlmanns Favorit auf die Meisterschaft. Grün-Weiß Brauweiler und der FV Bad Honnef werden seiner Einschätzung nach die Top-Herausforderer des ersten FV-Gegners sein. „Dann gibt es vielleicht noch drei, vier Mannschaften in Lauerstellung und dahinter sehe ich fast alle Teams auf einem Level. Die Liga ist in diesem Jahr wieder brutal ausgeglichen“, stellt sich Mühlmann darauf ein, dass die Punktausbeute im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden muss, um über dem Strich zu bleiben.

 

[Sascha Mühlmann mit den Neuzugängen Felix Krüger (v.li.), Yüksel Özkan, Nick Lamsfuß, Marc Can Fotue Kamga, Elias Butzmuehlen und Sem Likya.]

 

Zugänge

Elias Butzmuehlen, Yüksel Özkan (beide eigene U19), Mohammed Teet (eigene U19/mit Seniorenspielberechtigung), Felix Krüger (SV Frielingsdorf), Sem Likya (Borussia Derschlag), Nick Lamsfuß (DJK Wipperfeld), Marc Can Fotue Kamga (FC Pesch U19)

 

Abgänge

Collins Ihekaire (SSV Homburg-Nümbrecht), Mirac Ören (SSV Bergneustadt), Finn Hartmann (Ziel unbekannt), Maximilian Vollmer, Thorben Riske (beide Laufbahn beendet)

 

Der Kader

 

Tor

Justin Broy, Ron Lony, Mohammed Teet

 

Abwehr

Rene Gailowitz, Gino Lanfranco, Alexander Marks, Bastian Schwarz, Louis Usko, Kevin Derksen, Niclas Zeder, Ali Can Gültekin, Nick Lamsfuß, Sem Likya

 

Mittelfeld

Marvin Bollow, Vinzent Stoffel, Yannick Zwiebel, Yannik Clemens, Jordy Schurzmann, Yekcan Yildirim, Felix Krüger, Yüksel Özkan

 

Angriff

Jan Peters, Florian Liebelt, Paul Neuendorff, Justus Dabringhausen, Toni Skoro, Elias Butzmuehlen, Marc Can Fotue Kamga

 

Trainer

Sascha Mühlmann (wie bisher)

 

Co-Trainer

Philipp Schneider, Jan Peters

 

Torwarttrainer

Sebastian Hofacker

 

Physiotherapeutin

Sarah Schenn

 

Betreuer

Marco Althof, Sebastian Menning

 

Sportlicher Leiter

Uwe Pack

WERBUNG