FUSSBALL

Schönenbach wie ein angeschlagener Boxer

lo, thg; 03.09.2026, 10:00 Uhr
Foto: Dietmar Scherbaum --- Der SV Schönenbach leidet unter den Auswirkungen des Pokalfights gegen den SSV Nümbrecht und hat vor dem Auswärtsspiel beim 1. FC Spich Personalprobleme.
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Schönenbach wie ein angeschlagener Boxer

lo, thg; 03.09.2026, 10:00 Uhr
Oberberg - Der SV Schönenbach geht personell stark angeschlagen in das zweite Landesligaspiel gegen den 1. FC Spich - Der SSV Homburg-Nümbrecht will auch in Mondorf die Erfolgswelle reiten - Der FV Wiehl muss zum starken Aufsteiger Köln-Deutz.

Vorschau Landesliga (2. Spieltag)

 

1. FC Spich – SV Schönenbach (Sonntag, 15 Uhr).

 

Es fehlen: Sven Wurm, Elham Isakoski, Niels Smuda.

 

Einsatz fraglich: Davin Dresbach.

 

Zum Spiel: Für die Schönenbacher hätte der erste Landesligaspieltag der Vereinsgeschichte kaum frustrierender verlaufen können. Gleich zum Auftakt fehlten dem Aufsteiger mit Sven Wurm und Niels Smuda zwei Defensivspieler aus der Abwehrkette ebenso wie Mittelfeldabräumer Elham Isakoski. Bei der 1:4-Niederlage gegen den FV Bad Honnef verletzte sich mit Davin Dresbach dann auch noch der dritte Kicker aus der Abwehrreihe. Ob Dresbach in Spich einsatzfähig ist, ist unklar.

 

„Es ist natürlich bitter, dass wir die Pokalniederlage mit in die Meisterschaft schleppen. Alle fehlen uns in der Defensive sehr. Ich hoffe, dass die beiden Sperren nicht so schlimm werden“, sagt Schönenbachs Trainer Torsten Reisewitz. Isakoski hatte wegen einer Notbremse vier Spiele Pause aufgebrummt bekommen. Einen Grund sieht Reisewitz dafür nicht. Von „Rohem Spiel“, wie der Unparteiische es vermerkt habe, sei im Video der Begegnung nichts zu sehen. Auch sei Isakoski nicht letzter Mann gewesen, sodass auch eine Notbremse nicht zu erkennen sei. Auf das Ergebnis des schriftlichen Sportgerichtsverfahrens im Falle von Sven Wurm warte man noch.

 

Reisewitz ist also schon gleich zu Beginn der Spielzeit zum Improvisieren gezwungen. „Wir haben ja unsere Chancen und machen auch unser Tor. Aber defensiv sind wir sehr, sehr dünn besetzt. Das wird gegen Spich eine Herausforderung.“ Ein wenig Abhilfe hätte noch der Transfermarkt schaffen können. „Zwei oder drei“ Neuzugänge hatten die Schönenbacher noch auf dem Schirm, doch bei keinem Kandidaten folgte eine Unterschrift, sodass am Sonntag die Personaldecke wieder ziemlich dünn sein werde. Schon gegen Honnef war Reisewitz gezwungen, Ersatztorwart Arne Scherbaum als Feldspieler einzuwechseln.

 

Die Spicher haben ebenfalls einen schwachen Start in die Saison hingelegt. Nach dem 0:5 bei Blau-Weiß Köln ist die neuformierte Truppe von Trainer Leonard Barth erster Tabellenletzter. Zwölf Zugänge stehen 13 Abgängen gegenüber, inklusive Torjäger Jonas Degenhart, der in der vergangenen Spielzeit 17-Mal traf und nun für den FV Bonn-Endenich die Schuhe schnürt. „Ich kenne Leo Barth schon lange. Er hat eine Mannschaft mit einer guten Struktur. Es ist ungewöhnlich, dass die fünf Gegentore bekommen. Einer von uns wird einen echten Fehlstart haben. Ich hoffe, dass es für uns so läuft wie mit einem angeschlagenen Boxer“, so Reisewitz. (thg)

 

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TuS Mondorf – SSV Homburg-Nümbrecht (Sonntag, 15 Uhr).

 

Es fehlen: André Dej, Joscha Trommler, Marc Wolf, Kilian Seinsche, Niklas Goße, Sebastian Ramspott, Tom Hillenbach.

 

Zum Spiel: Die Nümbrechter reiten auf einer Erfolgswelle. Nach Siegen im Supercup Mittelrhein- und Kreispokal gelang am vergangenen Wochenende der fast perfekte Start in die neue Landesligasaison. Und schon beginnen auch die Probleme. Neben den drei Langzeitausfällen Sebastian Ramspott, Niklas Goße und Tom Hillenbach fehlen am Sonntag vier weitere Spieler. Glücklich für die Nümbrechter ist aber, dass keine langwierigen Verletzungen zu beklagen sind. André Dej ist im Urlaub, Kilian Seinsche krank, Marc Wolf am Knöchel angeschlagen und Joscha Trommler privat verhindert. Zudem kehrt Fritz Schäfer erst am Samstag aus dem Urlaub zurück und ist noch keine Option für die Partie in Mondorf. „So schnell geht es. Da denkt man, dass man einen großen Kader hat und plötzlich fehlen auf einmal sieben oder acht Spieler. Wir können noch froh sein“, sagt SSV-Trainer Marcus Voike.

 

Schwerwiegender bleibt die Trainingssituation. Am vergangenen Dienstag war man mal wieder gezwungen, für ein Alternativprogramm zu sorgen. Einen Fußballplatz konnte man nicht organisieren. „Einige Spieler gehen dann laufen, andere werden behandelt. Wir machen Stabilisierungsübungen und die Videoanalyse. Es ist nicht anders machbar. Der Dienstag ist ein Tag, an dem fast alle anderen Mannschaften selbst trainieren“, erklärt Voike und wundert sich ein wenig, dass es dennoch so gut für seine Equipe läuft. „Was die Jungs machen, ist schon aller Ehren wert. Die sind mental und körperlich an die Grenze gegangen. Das haben wir in der letzten Saison keine zweimal in Folge geschafft. Wir wollen die Welle weiter reiten. Und wenn wir es schaffen, weiter unser Herz auf dem Platz zu lassen, dann sind wir schwer zu schlagen. Einige Jungs sind gegen Deutz zwischen zwölf und 13 Kilometer gelaufen. Das ist schon top. Und Qualität haben wir ja auch“, ist Voike begeistert.

 

Qualität habe offenbar auch der nächste Gegner. Am vergangenen Sonntag besiegten die Mondorfer auswärts den TuS Marialinden mit 3:1. „Sie haben das Spiel nach Rückstand noch gedreht. Das ist immer positiv und heißt, dass die Mannschaft intakt ist. Ich denke, Kleinigkeiten werden das Spiel entscheiden“, so Voike. Im vergangenen Jahr belegte der TuS Rang neun in der Endabrechnung, bastelte aber in der Sommerpause intensiv am Kader und bediente sich bei Klubs aus der Mittelrhein- und Landesliga. Zudem holte man sich Talente aus der U19 des Bonner SC ins Team. „Das ist schon eine ordentliche Truppe mit Tendenz nach oben. Zwei Siege zum Ligastart wären schon schön, aber das wird für uns genauso schwer wie gegen Deutz am Sonntag.“ (thg)

 

 

SV Deutz 05 – FV Wiehl (Samstag, 15:15 Uhr).

 

Es fehlen: Ali Can Gültekin, Alexander Marks, Jordy Schurzmann, Paul Neuendorff, Marc Can Fotue Kamga, Toni Skoro, Justus Dabringhausen, Rene Gailowitz.

 

Zum Spiel: Am ersten Spieltag wartete auf den FV Wiehl die wahrscheinlich schwierigste Aufgabe überhaupt. Der Titelkandidat Nummer eins FV Bonn-Endenich gab seine Visitenkarte auf der Eichhardt ab. Die Hausherren verkauften sich über weite Strecken sehr teuer, waren dem Favoriten in der ersten Halbzeit sogar ebenbürtig. Die Youngster Elias Butzmuehlen und Yüksel Özkan versäumten es, die Elf von Sascha Mühlmann in Führung und die Endenicher stärker ins Schwitzen zu bringen. Nach der Pause ließen die FV-Kicker etwas nach und der Gast schlug eiskalt zu. Zunächst mit einem Jokertor von Ex-Profi Peniel Mlapa, später klingelte es noch dreimal im Kasten von Goalie Justin Broy.

 

Das 0:4 liest sich happig, doch Wiehl wurde unter Wert geschlagen. „Wir können aus dem Spiel mehr positive als negative Dinge mitnehmen“, glaubt Mühlmann nicht, dass die Niederlage nachhaltige Auswirkungen auf das Nervenkostüm hat. „Die Stimmung beim Training am Dienstag war gut“, berichtet der Coach. Die erste Dienstreise in der Liga führt die Wiehler auf die „Schäl Sick“ in Köln. Der SV Deutz 05 ist ein Jahr nach dem bitteren Gang in die Bezirksliga – 36 Punkte reichten damals nicht zum Klassenerhalt – zurück. Als Vizemeister hinter dem SV Schönenbach lösten die Schwarz-Gelben das Landesliga-Ticket.

 

„Deutz hat eine enorme Qualität und ist kein typischer Aufsteiger“, erwartet Mühlmann eine der kniffligsten Auswärtspartien der Saison – gegen einen Gegner, „der  spielerisch sehr stark ist, viel Tempo hat und fußballerisch gut ausgebildet ist“, wie er betont. „Wenn bei Deutz in diesem Jahr alles passt, sehe ich sie unter den Top 5 oder 6.“ Wie sie zu knacken sind, hat am ersten Spieltag der Wiehler Lokalrivale SSV Homburg-Nümbrecht vorgemacht. Die Equipe von Marcus Voike feierte einen 4:1-Erfolg, dessen Deutlichkeit allerdings über den Spielverlauf hinwegtäuscht.

 

Aber im Fußball zählen nun einmal die Tore, um eine Binsenweisheit zu bemühen. Und das war sowohl für Wiehl gegen Endenich als auch für Deutz gegen Nümbrecht  der Knackpunkt. „Die Möglichkeiten, die sich uns bieten, müssen wir besser nutzen“, hofft Mühlmann auf mehr Kaltschnäuzigkeit im Abschluss. „Ansonsten gehen wir genauso ins Spiel wie gegen Endenich.“ Alexander Marks und Ali Can Gültekin gesellen sich urlaubsbedingt auf die Ausfallliste. Bei Justus Dabringhausen, bester Torschütze der abgelaufenen Spielzeit ist der Genesungsprozess derweil so weit fortgeschritten, dass er schon am übernächsten Wochenende wieder im Kader stehen könnte. (lo)        

 

Vorschau Jugendfußball (1. Spieltag)

 

A-Junioren Mittelrheinliga

SV Bergisch Gladbach 09 – FV Wiehl (Sonntag, 11 Uhr)

 

A-Junioren Bezirksliga

SV Frömmersbach – DJK Roland West Köln (Samstag, 17:30 Uhr)

 

B-Junioren Mittelrheinliga

FV Wiehl – SV Bergisch Gladbach 09 (Samstag, 16 Uhr)

 

C-Junioren Bezirksliga

FV Wiehl – FC Pesch (Samstag, 14 Uhr)

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