FUSSBALL

Schilamows Dreierpack als Schlüssel: SVF besteigt den Thron

lo; 14.06.2026, 09:50 Uhr
Fotos: Holger Plum, Björn Loos --- Der SV Frömmersbach ist neuer Ü32-Kreismeister.
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Schilamows Dreierpack als Schlüssel: SVF besteigt den Thron

lo; 14.06.2026, 09:50 Uhr
Oberberg - Nach „Silber“ im Vorjahr krönte sich der SV Frömmersbach zum Ü32-Kreismeister - Finalerfolg gegen Gastgeber SV Bechen vor stolzer Kulisse - Neuer Pokal für den Sieger - Nümbrecht gewinnt Spiel um Platz drei (AKTUALISIERT).

Trotz großartiger Unterstützung durch die eigenen Fans, die vor dem Anpfiff sogar für eine Rauchkulisse in den Vereinsfarben Blau und Gelb gesorgt hatten, wurde es im Finale der Ü32-Kreismeisterschaften nichts mit einem „Heimsieg“ des SV Bechen, der für die Ausrichtung der Endspiele des Zunft-Kölsch-Pokals den Zuschlag erhalten hatte. Nach dem „Silberrang“ 2025 durfte diesmal der SV Frömmersbach jubeln. Der Vorjahreszweite wies die Gastgeber am Ende recht deutlich in die Schranken und sahnte eine stolze Prämie von 1.500 Euro (mindestens 75 Prozent davon müssen gemäß der Wettbewerbsregularien an die eigene Jugendabteilung weitergeleitet werden) und 100 Litern Bier ab.

 

[Die eine oder andere Bierdusche durfte aufseiten des Siegers nicht fehlen.]

 

Und nicht nur das: Auch eine neuwertige Trophäe nahm der Champion mit auf die Heimreise, nachdem Titelverteidiger Heiligenhauser SV das imposante Vorgängermodell während der Mannschaftstour auf Mallorca verbaselt hatte. Um den neuen Ehrenpreis anschaffen zu können, hatte Alfons Arnoldy, Vorsitzender des Ausschusses für Breitensport und Gesundheit, das Kapital von HSV-Teamchef Marco Hartenfels erhalten.

 

Für Arnoldy waren die heutigen Finalpartien mehr oder weniger die letzte Amtshandlung. Er reicht den Staffelstab an seinen Nachfolger Eckhard Demmer weiter. Alexander Keferstein vom SV Bechen sprach Arnoldy einen großen Dank für dessen langjährige Tätigkeit und das Engagement im Ü-Fußball aus, überreichte ihm im Namen des Klubs einen Präsentkorb. Arnoldy revanchierte sich bei dem Verein aus dem „Eseldorf“ mit vielen Komplimenten. „Ich finde es toll, was ihr heute hier auf die Beine gestellt habt“, dankte er dem SV Bechen.      

 

Mindestens ein großes Wiedersehen wird es aber noch geben: Die Erzquell Brauerei als Sponsor der Ü32-Kreismeisterschaften lädt die vier Finalteams am 11. September zum Umtrunk ins Braustübchen nach Bielstein ein.

 

[Eckhard Demmer (re.) ehrte zusammen mit Ralf Zimmermann (4.v.re.) und Christian Will (3.v.re.) vom Kreisvorstand die Vertreter der vier Finalteams.]

 

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Finale

 

SV Bechen – SV Frömmersbach 1:4 (1:1).

 

Am Ende war es eine klare Sache für die leicht favorisierten Frömmersbacher, doch die Hausherren durften wenigstens eine Halbzeit lang vom Coup vor heimischer Kulisse träumen. Der SVF besaß zu Beginn ein optisches Übergewicht, war dann aber in der Defensive bei einer Flanke von der linken Seite überhaupt nicht im Bilde. Jonas Schumacher hatte so viele Freiheiten, dass er sich sogar erlauben konnte, beim ersten Versuch ein Luftloch zu schlagen. Im zweiten Anlauf drückte er die Kugel über die Linie.

 

[Yannick Conrad im Zweikampf mit Bechens Jamiu Gdadamosi.]

 

Auf der Gegenseite traf Jean-Marc Bremicker den Ball in aussichtsreicher Position nicht richtig (14.), bevor Andre Schilamow von links Richtung Mitte abbog, mehrere Gegenspieler austanzte und aus zentraler Lage trocken zum Ausgleich traf. Bechen hielt kämpferisch hervorragend dagegen, wollte die Titelchance auf eigenem Platz unbedingt nutzen. Glück hatte der SVB indes, als Florian Friedrich nach einer schönen Kombination über Schilamow und Bremicker am stark reagierenden Keeper Simon Stefer scheiterte (27.). Kurz vor dem Seitenwechsel verpasste der freistehende Schumacher seinen zweiten Treffer, als er um Zentimeter an einer Hereingabe vorbeiflog (35.).

 

[Sebastian Wasem feierte ein erfolgreiches Comeback im SVF-Trikot.]

 

Unmittelbar nach Wiederbeginn verfehlte ein Schilamow-Freistoß den Torwinkel knapp (36.). Kurz darauf brachte SVF-Trainer Roger Castillo mit Sebastian Wasem einen Blitz-Transfer der Gäste – der frühere Mittelrheinliga-Fußballer des SSV Bergneustadt ist erst seit wenigen Tagen wieder bei seinem Heimatverein angemeldet – und der Neuzugang sorgte gleich für mehr Ordnung im Spiel. So bereitete Wasem eine Möglichkeit von Tristan Wolf vor. Stefer bekam im letzten Moment die Finger dazwischen (52.).

 

Insgesamt war nun zu erkennen, dass die Kraftreserven bei den niemals aufsteckenden Bechenern aufgebraucht waren, sodass der Gegner größere Räume vorfand. Das 1:2 resultierte allerdings aus einem erneuten ruhenden Ball von Schilmow, der erfolgreich die Torwartecke anvisierte. Bechens Widerstand war gebrochen, die Castillo-Elf ließ nichts mehr anbrennen. Schilamow schwang sich mit seinem dritten Treffer per platziertem Flachschuss von der Strafraumgrenze zum Matchwinner auf. Den Schlusspunkt setzte Kapitän Wolf nach einem Assist von Wasem.

 

[Coach Roger Castillo klatscht mit Matchwinner Andre Schilamow ab.]

 

Während die SVB-Kicker  - als Trostpflaster erhielten sie 1.000 Euro und 50 Liter Zunft Kölsch - trotz der Pleite von den Zuschauern gefeiert wurden, herrschte bei den Frömmersbachern Genugtuung, es diesmal geschafft zu haben. Erleichtert zeigte sich Coach Castillo, der sich im Vorjahresendspiel einen Achillessehnenriss zugezogen hatte. „Ich freue mich persönlich sehr über den Sieg, den sich die Mannschaft einfach verdient hat. Wir sind ein super ausgeglichen besetztes Team mit einem guten und breiten Kader. Chapeau an die Jungs, dass sie es so durchgezogen haben. Wenn die Truppe so zusammenbleibt, wird der Verein noch auf Jahre etwas davon haben.“

 

Tore

1:0 Jonas Schumacher (11.), 1:1 Andre Schilamow (23.), 1:2 Andre Schilamow (56.), 1:3 Andre Schilamow (60.), 1:4 Tristan Wolf (66.).

 

[Tristan Wolf (re.) erzielte den Treffer zum 1:4-Endstand.]

 

Spiel um Platz drei

 

SSV Homburg-Nümbrecht – SV Frielingsdorf 3:1 (2:0).

 

Die beiden Mannschaften waren im Halbfinale jeweils knapp an den Finalisten gescheitert (Nümbrecht gegen Frömmersbach sogar erst im Elfmeterschießen), mussten im Spiel um Platz aber auf diverse Stammkräfte verzichten, weshalb das Tempo nicht ganz so hoch war. Stefan Radermacher vergab für Frielingsdorf die erste Topchance, SSV-Goalie Sebastian Krieger behielt die Oberhand (3.). Danach waren die Nümbrechter überlegen, profitierten bei der Führung allerdings von einem mehr als fragwürdigen Handelfmeter, den Tom Barth verwandelte. Nach starker Vorarbeit von Robert Arnds erhöhte Viktor Haupt noch vor der Pause auf 2:0.   

 

[Torschützen unter sich: Nümbrechts Tom Barth und der Frielingsdorfer Kapitän Daniel Müller.]

 

In Durchgang zwei ruhten sich die Nümbrechter etwas zu sehr auf dem Vorsprung aus. Die Quittung gab’s in Form des Anschlusstreffers durch Daniel Müller, der nach einer Krieger-Parade per Abstauber erfolgreich war. Zuvor hatte David Frielingsdorf einen Freistoß aus großer Distanz an die Querstange gejagt (42.). Der SVF konnte die Verlängerung aber nicht erzwingen. Praktisch mit dem Schlusspfiff sorgte Arnds für die Entscheidung. Nümbrecht durfte sich über 500 Euro und 30 Liter Bier freuen, Frielingsdorf bekam immerhin 250 Euro und 20 Liter Gerstensaft.

 

Tore

1:0 Tom Barth (26. Handelfmeter), 2:0 Viktor Haupt (28.), 2:1 Daniel Müller (51.), 3:1 Robert Arnds (70.).   

BILDERGALERIE

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