FUSSBALL

SVF will wieder schnell in sichere Tabellengefilde

lo; 11.08.2026, 06:00 Uhr
Fotos: Michael Kleinjung.
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SVF will wieder schnell in sichere Tabellengefilde

lo; 11.08.2026, 06:00 Uhr
Lindlar – Nach der starken Aufstiegssaison ändert sich an der Zielsetzung des SV Frielingsdorf nichts – Trainer Andy Dreiner: „Die Liga ist diesmal eine Wundertüte“ – Schnelles Umschaltspiel bleibt der Trumpf.

Eindrucksvoll meldete sich der SV Frielingsdorf in der Bezirksliga zurück. Nachdem Andy Dreiner das Traineramt von Aufstiegscoach Christoph Liehn übernommen hatte, geriet der SVF bei seinem Comeback kein einziges Mal in Abstiegsnöte. Im Verlauf der Rückrunde verbesserte die Dreiner-Elf ihre ohnehin gute Bilanz sogar noch einmal, ließ dabei mit mehreren Erfolgen gegen die Spitzenteams aufhorchen. Am Ende sicherte sich Frielingsdorf den sechsten Platz und lag damit deutlich über dem Soll.

 

Vor allem offensiv wusste der Neuling zu überzeugen, lediglich Aufsteiger Deutz und DJK Südwest Köln trafen häufiger als die Equipe vom Scheelbach. Das Sahnehäubchen: Philipp Schmidt sicherte sich mit 19 Treffern die Torjägerkrone. Nach einigen Wacklern während Hinserie stabilisierte sich nach der Winterpause auch die Defensive. Selbst eine längere Verletzungsmisere im Herbst wurde überstanden, ohne in gefährliches Fahrwasser zu geraten. Alles in allem also eine höchst zufriedenstellende Spielzeit für den Klub, deren Verantwortliche nun gespannt sind, wie die gemeinhin als schwieriger geltende zweite Saison nach dem Aufstieg laufen wird.  

 

[Andy Dreiner geht in Frielingsdorf in seine zweite Saison.]

 

„Als Aufsteiger wird man anders wahrgenommen. Nachdem wir im letzten Jahr gezeigt haben, dass wir nicht zu unterschätzen sind, werden sich die Gegner entsprechend auf uns einstellen“, sagt Dreiner, der nach etwas mehr als der Hälfte der Vorbereitung zufrieden mit den bisherigen Eindrücken ist. „Die Jungs ziehen in jeder Einheit super mit“, betont der Übungsleiter. Zwar gab es zuletzt urlaubsbedingt eine kleine personelle Delle, ansonsten stehen ihm jedoch die meisten seiner Spieler zur Verfügung. Auch die Rekonvaleszenten wie die Everding-Zwillinge Luca und Jannis oder Laurin Schenk, die zum Teil fast die komplette Vorsaison verpassten, arbeiten sich wieder heran, wobei man bei ihrer Rückkehr nichts übers Knie brechen wird.

 

In den Testspielen hinterließ der SVF bislang einen gefestigten Eindruck, einziger Negativausreißer war die 3:6-Niederlage gegen den Landesligisten TuS Marialinden. „Da waren wir im Kollektiv defensiv schlecht. Das sind Dinge, woran wir noch arbeiten müssen“, habe die Fehlervermeidung laut Dreier oberste Priorität. Grundsätzlich wird an der gewohnten Spielweise festgehalten. „Wir wissen um unsere Stärke und das ist das schnelle Umschaltspiel. Gleichzeitig wollen wir uns aber auch weiterentwickeln, ein paar Sachen anpassen und flexibler werden“, so Dreiner.

 

Als taktische Variante sei eine Formation mit einer Dreierkette denkbar. „Damit könnten wir den einen oder anderen Gegner vor Herausforderungen stellen, ein bisschen variabler sein“, hält sich Dreiner eventuelle System-Anpassungen offen. Zurückgreifen kann er weiterhin auf das bewährte Gerüst. Zwar hat ein Quintett den Klub verlassen, doch für Ersatz wurde gesorgt. Unter anderem mit Lorenzo Provenzano vom Gemeinde- und Ligarivalen TuS Lindlar sowie Daniel Okojie und Petros Kioutsoukis, die aus Westfalen in die ONI-Arena gewechselt sind. Sollte nicht erneut eine „Personalseuche“ ausbrechen, ist das Aufgebot breit genug aufgestellt.

 

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Eine konkrete Platzierung als Zielsetzung möchte Dreiner nicht nennen. „Ich sage auch nicht, dass wir das Vorjahr bestätigen wollen, denn wir wissen, dass extrem viel in unsere Richtung gelaufen ist. Für uns als Verein ist es wichtig, dass wir uns langfristig in der Bezirksliga etablieren. Wir hoffen auf eine ruhige Saison und wollen wieder nichts mit unten zu tun haben“, äußert sich der Trainer vorsichtig.

 

Prognosen seien ohnehin schwierig, wie er findet: „Für mich ist die Liga diesmal eine Wundertüte.“ Allein durch die Vielzahl an Lokalduellen – die Nachbarn Lindlar, Wipperfürth und Hohkeppel II stoßen neu hinzu – steigt der Grad der Unberechenbarkeit. Derbys, und davon hat Frielingsdorf zum Auftakt gleich zwei vor der Brust, haben bekanntlich (häufig) einen ganz eigenen Charakter, die Favoritenrolle verschwimmt.

 

Was die Aufstiegskandidaten betrifft, hat Dreiner indes eine klare Nummer eins: Jan Wellem Bergisch Gladbach. „Sie haben sich gut verstärkt und den Kader verjüngt. Ich glaube, dass sie jetzt reif sind, ganz oben zu landen.“ Chancen räumt er zudem DJK Südwest Köln und der SpVg. Rheindörfer Nord ein. Und den SV Weiler-Volkhoven hat er ebenfalls auf dem Zettel. Dreiner: „Sie haben viele erfahrene Spieler und sind kein typischer Aufsteiger. Das könnte die Überraschungsmannschaft werden.“

                   

[Die Coaches Andy Dreiner (re.) und Thomas Kaiser (li.) mit den Neuzugängen Daniel Okojie (v.li.), Leon Schmidtke und Lorenzo Provenzano.]

 

Zugänge

Leon Schmidtke (SSV Süng), Lorenzo Provenzano (TuS Lindlar), Daniel Okojie (Kiersper SC), Petros Kioutsoukis (SC Lüdenscheid), Leo Heller (eigene U19/mit Seniorenspielberechtigung), Pascal Häger (zuletzt SV Refrath)

 

Abgänge

Felix Krüger (FV Wiehl), Jesse Lück (SV Schnellenbach), Julian Buss (SG Agathaberg), Sören Wendeler (eigene 2. Mannschaft), Norman Lemke, Gianluca Fliegner (beide Laufbahn beendet)

 

Der Kader

 

Tor

Lukas Borkes, Leon Schmidtke, Leo Heller

 

Abwehr

Niklas Grumann, Frederik Orbach, Luca Everding, Maurice Häger, Fabian Januszewski, Yannick Blumberg, Jannis Everding, Jon Langen, Jonathan Schmidt, Daniel Okojie

 

Mittelfeld

Marvin Cortes, Etienne Parmentier, Timo Weber, Marvin Bieg, Laurin Schenk, Philipp Schmidt, Kevin Ufer, Pedros Kioutsoukis, Lorenzo Provenzano, Pascal Häger

 

Angriff

Vincent Diewerge, Justin Ufer, Niklas Yegin, Leon Dema

 

Trainer

Andreas Dreiner (wie bisher)

 

Co-Trainer

Thomas Kaiser

 

Torwarttrainer

Sascha Nußbaum

 

Betreuer

Willi Radermacher, Michael Ufer, Ulli Cramer

 

Sportliche Leitung

Patrick Linhart, Marco Houf

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