FUSSBALL
Trübe Stimmung statt Euphorie: Hohkeppel empfängt Viktoria Köln zum Pokalkracher
Lindlar – Hohkeppel empfängt mit dem Drittligisten im Halbfinale des Bitburger-Pokals den Favoriten auf den Titel – Die Stimmung im Lager der Eintracht ist aber gedämpft.
Von Thomas Giesen
Eintracht Hohkeppel – Viktoria Köln (Donnerstag, 19 Uhr).
Es fehlen: Ferhat Saglam, Ufumwen Osawe, Joel Vieting, Gjastin Nrejaj.
Zum Spiel: Die Tage vor dem Halbfinale im Mittelrheinpokal hatten sich die Hohkeppeler anders vorgestellt. Im besten Fall wäre man jüngst nach einem Sieg im Topspiel der Mittelrheinliga am Ligaprimus SV Bergisch Gladbach vorbeigezogen und mit mächtig breiter Brust in den Pokalkracher mit der Kölner Viktoria gegangen. Nach der 2:4-Pleite ist aber selbstredend von Euphorie keine Spur. Bei Eintrachts Trainer Abdullah Keseroglu sitzt die Enttäuschung über die Niederlage gegen die Bergisch Gladbacher jedenfalls noch tief.
„Ich will nicht lügen. Bei mir hat sich noch keine Vorfreude auf das Spiel eingestellt. Wir sind jetzt in der Pflicht, uns auf das Spiel vorzubereiten. Spätestens am Spieltag wird das Kribbeln aber wieder zu spüren sein“, ist sich der Coach sicher, dass die trübe Stimmung nur ein vorübergehendes Gefühlstief ist. „Wir sind alle nur Menschen. Wir haben alle daran zu knabbern, wie sich das Spiel entwickelt hat, aber das darf nur einen oder zwei Tage dauern. Wir müssen unsere Schlüsse daraus ziehen und Dinge besser machen. Wir müssen auch die Chance sehen, die wir am Donnerstag haben. Das ist ein Riesenspiel für den Verein. Wir können Geschichte schreiben. Eintracht Hohkeppel war noch nie im Finale des Mittelrheinpokals und wir können jetzt am Tag der Amateure teilnehmen. Das ist eine Riesensache. Wenn wir den Fokus darauf richten, dann können wir uns darauf auch freuen“, denkt Keseroglu positiv.
Vor drei Jahren gab es das Duell im FVM-Pokal-Halbfinale schon einmal. Seinerzeit hielt der SVE in der ersten Halbzeit sehr gut mit, sodass es mit einem 0:0 in die Kabinen ging. Nach der Pause nutzten die Domstädter die Fehler der Hausherren eiskalt aus und setzten sich mit 5:1 durch.
Mit der allerbreitesten Brust dürften indes auch die Kölner nicht nach Hohkeppel reisen. Viermal in Folge hat der Drittligist verloren, allerdings standen mit dem VfL Osnabrück, 1860 München und jüngst Rot-Weiß Essen Teams aus der Beletage der 3. Liga im Spielplan. Gegen den Tabellenvorletzten TSV Havelse setzte es jedoch eine schmerzliche Pleite. Nach einer 2:0-Führung unterlag die Viktoria noch mit 2:3 und kassierte den Knockout erst in der Nachspielzeit. Keseroglu will sich davon nicht blenden lassen: „Wir wissen, dass wir gegen eine Topmannschaft spielen. Die gehören in der 3. Liga zu den spielerisch besten Mannschaften. Sie haben eine hohe Spielintelligenz, sind sehr aktiv und immer in Bewegung. Die Mannschaft ist topfit und sehr quirlig. Wir müssen die Eins-gegen-Eins-Situationen für uns entscheiden, sonst wird es schwierig“, sagt er und betont die Favoritenrolle, die die zwei Klassen höher spielenden Gäste innehaben.
„Aber sie müssen auch an ihre Grenze gehen. Es ist ein anderer Platz, sie werden sich auf den Kunstrasen vorbereiten und kommen vielleicht auch nicht mit großem Selbstvertrauen. Wir haben nichts zu verlieren und werden mutig und offensiv auftreten“, verspricht Keseroglu den Gästen, sich wehren zu wollen. Das Aufgebot für das Pokalhalbfinale ist derweil knapp bemessen. Aus dem 17er-Kader fehlen vier Feldspieler. Neben den seit Wochen verletzten Gjastin Nrejaj und Joel Vieting fällt Ufumwen Osawe wegen einer Wadenverletzung aus, Ferhat Saglam ist mit der Nationalmannschaft Liechtensteins auf Länderspielreise.
Da die Parksituation rund um die Hohkeppeler Sportanlage sehr begrenzt sei, bittet der Verein, die Parkplätze am Freilichtmuseum Lindlar zu nutzen. Von dort wird in der Zeit von 17 bis 19 Uhr alle 25 Minuten ein Shuttlebus zur Verfügung gestellt, der die Zuschauer zum Platz bringt. Die Rückfahrt wird zwischen 20:30 Uhr und 21:30 Uhr angeboten.