FUSSBALL

Wenn der Pokal zum Spagat wird

thg, lo, jlo, hp; 27.04.2026, 21:25 Uhr
Archivfoto: Michael Kleinjung --- Faire Szene aus dem Landesliga-Derby vor vier Wochen: Nümbrechts Ricardo Bauerfeind hilft seinem von Krämpfen geschüttelten Gegenspieler - Vor allem die Wiehler müssen in der englischen Woche im Hinblick auf den Kampf um den Klassenerhalt behutsam mit ihren personellen Ressourcen umgehen.
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Wenn der Pokal zum Spagat wird

thg, lo, jlo, hp; 27.04.2026, 21:25 Uhr
Oberberg - In dieser Woche findet im Kreispokal die Runde der letzten Acht statt - Die Sieger qualifizieren sich für den Verbandscup, mehrere Teams müssen den Fokus aber auf die Liga richten - Derby der Favoriten in Nümbrecht, Süng und Rossenbach hoffen auf das Halbfinalticket.

Vorschau Kreispokal-Viertelfinale

 

SSV Homburg-Nümbrecht – FV Wiehl (Mittwoch, 19:30 Uhr).

 

Es fehlen: Kilian Seinsche, Niklas Clemens, Robin Brummenbaum, Niklas Goße, Moritz Becker, Tom Hillenbach – Collins Ihekaire, Justus Dabringhausen, Louis Usko, Jan Peters, Paul Neuendorff, Alexander Marks, Marvin Bollow, Rene Gailowitz, Kevin Derksen.

 

Einsatz fraglich: Caleb Murphy - keiner.

 

Zum Spiel: Im Fußball-Kreispokal bricht die heiße Phase an: Am Mittwoch stehen die Paarungen des Viertelfinals auf dem Programm. Wer sich durchsetzt, hat das Ticket für den FVM-Pokal sicher in der Tasche. Und es steht bereits fest, dass der Fußballkreis Berg auf Verbandsebene durch drei Kreisligisten vertreten wird, denn die beiden verbliebenen höherklassigen Vertreter treffen direkt aufeinander. Der SSV Homburg-Nümbrecht empfängt den amtierenden Pokal-Champion FV Wiehl zum Favoriten-Derby.

 

Vor gerade einmal einem Monat kreuzten die Landesligisten letztmals die Klingen, durch ein spätes Tor kamen die Nümbrechter auf der Wiehler Eichhardt zu einem 2:2. Insgesamt ist es, rechnet man die beiden Partien beim Sparkassen-Cup im vergangenen Sommer dazu, schon das fünfte Duell der beiden Klubs in dieser Saison. Die bisherige Bilanz (zwei Siege, ein Unentschieden, eine Niederlage) spricht für den SSV. Allerdings hatte sich Wiehl im Pokalwettbewerb des Vorjahres gegen den ewigen Rivalen durchgesetzt. 4:1 hieß es im Achtelfinale für den späteren Gewinner.

 

Die Nümbrechter steuern nun vor heimischer Kulisse auf ihren Saisonhöhepunkt zu. Denn für das Team von Trainer Marcus Voike ist es der einzig verbliebene, denn in der Landesligameisterschaft ist für den SSV alles gelaufen. Der jüngste 4:0-Sieg gegen den SC Rheinbach hat noch einmal richtig Auftrieb gegeben. „So eine Woche ist ja auch ganz schön. Man hat am Sonntag gewonnen und kann mit einem guten Gefühl ins nächste Training am Dienstag gehen. Da kann man ja nicht mehr viel machen. Die Angeschlagenen können sich auskurieren. Aber das Ziel ist klar: Wir haben einige Runden überstanden, jetzt wollen wir auch ins Endspiel und den Pokal gewinnen“, sagt Voike.

 

Dass es noch ein steiniger Weg werden wird, ist ihm bewusst. Der größte Brocken auf der Reise zum Titel ist der FV Wiehl. „Es waren ja immer enge Spiele. Schon beim Sparkassen-Cup war es knapp und die beiden Saisonspiele waren bis in die Schlussphase völlig offen. Derbys haben tatsächlich ihre eigenen Regeln, auch wenn das für manche nur ein Spruch ist. Aber in diesen Spielen ist es egal, was man für eine Form vorher hatte. Der aktuelle Stand ist völlig uninteressant. Kleinigkeiten und Glück entscheiden solche Spiele oft. Alle sind motivierter, bei einigen ist vielleicht aber auch der Druck höher“, macht sich Voike auf einen weiteren spannenden Schlagabtausch gefasst. Entscheidend könne sein, ob die Wiehler die beiden Offensivasse Justus Dabringhausen und Jan Peters aufbieten können.

 

„Peters stand am Sonntag gar nicht im Kader und Dabringhausen war auf der Bank, ist aber nicht eingewechselt worden. Vielleicht haben sie beide geschont. Mit ihnen wären sie jedenfalls viel torgefährlicher. Das waren wir lange Zeit in der Liga nicht. Aber in den letzten beiden Spielen war das deutlich besser mit den fünf Toren gegen Flittard und den vier Treffern gegen Rheinbach. Wenn wir es gegen Wiehl erneut schaffen, unsere Möglichkeiten zu nutzen, dann bin ich sicher, gehen wir als Sieger vom Platz“, so Voike. Die personelle Lage ist weiterhin angespannt. Kilian Seinsche plagt sich mit einer Rippenverletzung herum und kann nur ohne Gegnerkontakt trainieren. Niklas Clemens ist noch immer im Urlaub, alle anderen Ausfälle sind langzeitverletzt. Caleb Murphy war krank, könnte aber rechtzeitig fit werden.

 

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Die Vorfreunde aufs Pokalderby hält sich bei Wiehls Trainer Sascha Mühlmann arg in Grenzen, schließlich ist seine Equipe noch im Abstiegskampf gefordert. Die volle Konzentration gelte daher der kommenden Ligabegegnung gegen Blau-Weiß Köln. „Wir werden gucken, dass wir am Mittwoch eine spielfähige Mannschaft am Start haben werden, aber in Hinblick aufs Wochenende werden wir ein bisschen rotieren und die Jungs, die wir am Sonntag unbedingt brauchen, schonen“, macht Mühlmann klar.

 

Das Thema Titelverteidigung hat er nicht abgehakt („Wir schenken nichts her und werden eine gute Truppe aufs Feld schicken“), doch den Klassenerhalt – derzeit beträgt der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz sechs Punkte - werden die Wiehler nicht zugunsten eines eventuellen neuerlichen Pokalsieges opfern. „Im Fokus steht der Klassenerhalt und den wollen wir möglichst in den nächsten drei Wochen eintüten“, sagt Mühlmann mit Blick auf die anstehenden Aufgaben in der Meisterschaft.

 

Eine weitere Bewährungschance erhalten die einsatzberechtigten A-Junioren. Die Youngster Elias Butzmuehlen und Yasin Tarikus standen bereits beim 1:4 gegen Landesliga-Tabellenführer Neunkirchen-Seelscheid in der Startformation. Etwas ausrichten konnten die personell gebeutelten Wiehler gegen den Titelaspiranten nicht. „Wir hätten gerne etwas mitgenommen, doch Neunkirchen war an diesem Tag einfach zu stark für uns“, so Mühlmann. Bitter aus seiner Sicht, dass mit Collins Ihekaire eine Stammkraft verletzt ausgewechselt werden musste. Er wird neben den Langzeitausfällen sowie Justus Dabringhausen (ebenfalls angeschlagen) und Louis Usko (Urlaub) gegen Nümbrecht nicht im Kader stehen.  

 

Der SSV Süng gastiert derweil beim B-Ligisten SV Refrath. Die Mannschaft von Interimstrainer Reiner Dörpinghaus verlor am letzten Sonntag sein Ligaspiel gegen Union Rösrath mit 1:4 und verharrt damit auf dem drittletzten Tabellenrang der Kreisliga A. Der Klub schwebt damit nach wie vor in ärgster Abstiegsnot und hat am kommenden Wochenende die Begegnung gegen Tabellenschlusslicht FV Wiehl II vor der Brust. „Aufgrund unserer derzeit angespannten Personalsituation müssen wir die Belastung im Blick behalten. Der Fokus liegt unverändert auf dem Klassenerhalt in der Kreisliga A ein Ziel, bei dem noch alles möglich ist und für das wir in den kommenden Wochen jeden einzelnen Punkt benötigen“, sagt Süngs sportlicher Leiter Florian Scharf.

 

Trotzdem möchte man sich das Zusatzbonbon nicht entgehen lassen. „Der Pokal hat seinen eigenen Reiz, seine eigene Dynamik und natürlich ist es unser klares Ziel, eine Runde weiterzukommen. Wir werden dort antreten, um zu gewinnen und uns bestmöglich zu präsentieren.“ Trotzdem sei es nicht ausgeschlossen, dass gezielt rotieren werde, um die Kräfte optimal zu verteilen. Die Refrather verpassten in der Liga durch eine 2:3-Niederlage beim SV Bechen, den Sprung auf einen direkten Aufstiegsplatz und muss damit ebenfalls den Spagat zwischen beiden Wettbewerben bewältigen.

 

Als zweiter B-Ligist unter den letzten Acht hofft die Spvg. Rossenbach zu Hause gegen den Fünften der Kreisliga A aus Bensberg auf den Halbfinaleinzug. Die Generalprobe in der Liga gelang. Die Mannschaft von Mark Hertrampf gewann mit 2:1 beim SV Schnellenbach, obwohl der Coach lediglich zwei Auswechselspieler auf der Bank hatte. Am Mittwoch sieht es personell wieder besser aus, allerdings ist Christian Ückerseifer nach einer Operation am Sprunggelenk nicht dabei. „Es ist für uns schon ein großer Erfolg, dass wir so weit gekommen sind. Vielleicht ist das Pokalgesetz ja auf unserer Seite. Wir sind heiß und wollen jetzt auch eine Runde weiterkommen, um in den FVM-Pokal einzuziehen. Dann würden wir auch in Köln gegen Alemannia Aachen spielen, wenn wir die zugelost bekommen“, träumt Hertrampf vom ganz großen Los.

 

Spielplan Kreispokal der Herren

 

Viertelfinale (Mittwoch, 29. April/19:30 Uhr)

Spiel 57: Spvg. Rossenbach – FC Bensberg

Spiel 58: SSV Homburg-Nümbrecht – FV Wiehl

Spiel 59: SV Altenberg – Union Rösrath

Spiel 60: SV Refrath - SSV Süng

 

1. Halbfinale (Mittwoch, 27. Mai/19:30 Uhr)

Spiel 61: Sieger Spiel 57 – Sieger Spiel 60

 

2. Halbfinale (Donnerstag, 28. Mai/19:30 Uhr)

Spiel 62: Sieger Spiel 58 – Sieger Spiel 59

 

Spiel um Platz drei (Sonntag, 14. Juni)

Spiel 63: Verlierer Spiel 61 – Verlierer Spiel 62

 

Finale (Sonntag, 14. Juni)

Spiel 64: Sieger Spiel 61 – Sieger Spiel 62

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