FUSSBALL
Frustbewältigung in Schönenbach – SVF nimmt vorzeitigen Klassenerhalt ins Visier
Oberberg - Landesliga: Nach dem neuerlichen Aufeinandertreffen im Pokal geht es für Wiehl in der Meisterschaft mit einem Heimspiel weiter, während Nümbrecht bei einem Aufstiegsaspiranten antritt - Bezirksliga: Schönenbach muss nach der Schmach gegen Jan Wellem eine Reaktion zeigen, Frielingsdorf kann sich mit Sieg gegen Hürth II fast aller Sorgen entledigen.
Vorschau Landesliga (25. Spieltag)
FV Wiehl – Blau-Weiß Köln (Sonntag, 15:15 Uhr).
Grün-Weiß Brauweiler - SSV Homburg-Nümbrecht (Sonntag, 15:30 Uhr).
Nachdem im Kreispokal-Viertelfinale die fünfte und letzte Auflage des Derbys zwischen Nümbrecht und Wiehl in dieser Saison über die Bühne gegangen ist - der SSV gewann in einem zähen Kick mit 1:0 nach Verlängerung (siehe Bericht) -, geht es für die beiden Landesligisten am Sonntag in der Meisterschaft weiter. Die Wiehler könnten mit einem Sieg im Heimspiel gegen Aufsteiger Blau-Weiß Köln einen entscheidenden Schritt Richtung Klassenerhalt tätigen. Die Mannschaft von Sascha Mühlmann hat sechs Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz, den die SpVg. Flittard belegt. Der Drittletzte des Klassements erweckt momentan nicht den Eindruck, eine große Aufholjagd starten zu können. Das Kellerduell gegen Schlebusch ist für die Flittarder fast schon die letzte Chance, um im Kampf um den Ligaverbleib neue Hoffnung schöpfen zu können. Auf der Eichhardt begegnen sich derweil zwei Teams auf Augenhöhe. Blau-Weiß Köln hat drei Zähler mehr auf dem Konto als Wiehl, könnte sich mit einem Erfolg wohl fast aller Sorgen entledigen. Das Hinspiel endete 1:1.
Nümbrecht ist raus aus dem Rennen um den Aufstieg – ganz im Gegensatz zum kommenden Gegner, der nach der jüngsten Niederlage in Lindenthal-Hohenlind auf Rang drei zurückgefallen ist und sich somit nun in der Rolle des Herausforderers befindet. Entschieden ist der Titelkampf allerdings längst noch nicht. Lediglich drei Punkte trennen Brauweiler, das von vielen als spielstärkste Mannschaft der Liga eingeschätzt wird, von Primus Neunkirchen-Seelscheid, der wiederum nur zwei Zähler vor Lindenthal-Hohenlind liegt. Gute Erinnerungen haben SSV-Coach Marcus Voike und Co. ans Hinspiel: 2:1 hieß es seinerzeit für Blau-Gelb. Im Saisonendspurt liefern sich die Nümbrechter (38 Punkte) mit dem FV Bad Honnef (41 Punkte) ein Duell um Platz vier. (lo)
Vorschau Bezirksliga (25. Spieltag)
FC Hürth II - SV Frielingsdorf (Sonntag, 12:30 Uhr).
Hinspiel: 0:4.
Es fehlen: Etienne Parmentier, Aaron Kronenberg, Gianluca Fliegner, Laurin Schenk, Yannick Blumberg, Jannis Everding, Luca Everding.
Einsatz fraglich: Kevin Ufer.
Zum Spiel: In den zurückliegenden Spielen gegen die Topteams hat sich der SV Frielingsdorf mehr als achtbar aus der Affäre gezogen, konnte dabei sogar einige Glanzpunkte setzen. So wurde Aufstiegsaspirant DJK Südwest Köln mit 5:1 vom Platz gefegt und der jüngste Triumph gegen die bis dahin beste Rückrundenmannschaft war nicht minder spektakulär. Die Mannschaft von Andy Dreiner brachte dem SV Bergfried Leverkusen die erste Niederlage im neuen Kalenderjahr und stellte bei dem 6:3-Erfolg erneut unter Beweis, dass man gegen die Gegner aus der höchsten Qualitätskategorie der Liga nicht nur bestehen, sondern diese auch vor ernsthafte Probleme stellen kann.
Die Kuh ist allerdings noch nicht komplett vom Eis: Zwar beträgt das Polster auf den ersten Abstiegsplatz acht Zähler (zudem stellt das positive Verhältnis im Vergleich zur Konkurrenz einen Bonuspunkt dar), doch die Klubs im Tabellenkeller haben sich nicht aufgegeben und punkten regelmäßig, sodass Vorsicht geboten ist. Noch dazu stehen für die Frielingsdorfer an den letzten sechs Spieltagen fast ausschließlich Duelle gegen Widersacher aus dem unmittelbaren Dunstkreis des Tableaus auf dem Programm. Etwaige Rückschläge könnten daher doppelt wehtun, auf der anderen Seite gehen die Fußballer aus dem Scheelbachtal nach den gelungenen Auftritten der Vorwochen mit breiter Brust ins Saisonfinale.
Am Sonntag gastiert Frielingsdorf zur „Frühschicht“ um 12:30 Uhr beim direkten Tabellennachbarn FC Hürth II. Ein weiterer Dreier dort wäre wohl die halbe Miete auf dem Weg zum vorzeitigen Klassenerhalt. Dreiner wirft weiterhin den Blick in den Rückspiegel, weiß aber auch um die solide Ausgangsposition für seine Mannschaft vor dem Endspurt. „Wir müssen nicht groß auf andere gucken, sondern wollen unser Ding durchziehen und weiter Punkte sammeln. Das Ziel ist, den Abstand nach unten zu vergrößern und vielleicht noch ein, zwei Tabellenplätze nach oben zu klettern. Spannend machen wollen wir es nicht mehr“, stellt der Übungsleiter klar.
Dem Trainer ist bewusst, dass die kommenden Begegnungen eine andere Charakteristik besitzen werden als die Partien gegen die Vertreter aus der Spitzengruppe. „Wahrscheinlich werden unsere nächsten Gegner tiefer stehen. Da müssen wir an guten Lösungen im eigenen Ballbesitz arbeiten“, so Dreiner, der damit rechnet, dass die Hausherren Verstärkung aus dem Kader der 1. Mannschaft erhalten werden, die als Primus der Landesliga Staffel 2 dicht vor dem Aufstieg steht. „Darauf muss man sich einstellen, aber wir müssen uns nicht verstecken und können nach unseren letzten Leistungen mit Selbstvertrauen an die Aufgabe rangehen“, erklärt der Coach, der auf Etienne Parmentier (Gelbsperre) verzichten muss. (lo)
SV Schönenbach – SC Brühl (Sonntag, 15:15 Uhr).
Hinspiel: 5:2.
Es fehlen: Rolf Unzola, Patrick Schmidt, Astrit Dauti, Pascal Königs.
Zum Spiel: Die Schönenbacher haben am Sonntag die Gelegenheit, sich den Frust von der Seele zu schießen. Nach dem verheerenden 0:5 gegen Jan Wellem Bergisch Gladbach sitzt die Enttäuschung im Lager des SVS tief. Von einer Pflichtaufgabe gegen den Tabellenletzten will Matthias Siebertz, Sportlicher Leiter der Schönenbacher, aber nichts wissen. „Wenn wir gegen Brühl so auftreten wie in der zweiten Halbzeit gegen Jan Wellem, dann verlieren wir gegen jeden. In meinen Augen war das Arbeitsverweigerung“, sagt Siebertz und legt nach: „Jan Wellem hatte sogar große Verletzungssorgen. Aber wenn die ernst gemacht hätten, dann hätten die uns zweistellig vom Platz geschossen. Man muss sich das mal vorstellen. Man fährt da als Tabellenführer hin und ist sogar in Bestbesetzung. Da fragt man sich schon, wie die Einstellung ist.“
Trotz aller Kritik müsste schon ein mittleres Wunder geschehen, um gegen die Brühler nicht als Sieger vom Platz zu gehen. Erst drei Punkte hat das Ligaschlusslicht auf dem Konto und 121 Gegentore kassiert. Mehr als fünf im Schnitt pro Spiel. Ein Punktverlust ist ohnehin verboten, denn trotz der jüngsten Pleite haben die Schönenbacher noch immer alle Karten selbst in der Hand, um am Saisonende den Sprung in die Landesliga noch zu schaffen. Einerseits, weil sogar Platz zwei für den Aufstieg reichen könnte, andererseits, weil man im Restprogramm noch alle dicken Fische der Liga hat. Nach den Begegnungen mit Brühl und Heiligenhaus geht es in direkter Folge gegen drei der vier Topteams der Liga – Rheindörfer Nord, Deutz und Südwest Köln.
Siebertz ist skeptisch: „Immer, wenn es bei uns um etwas geht, wackeln bei uns die Knie. Ich wäre früher für solche Spiele gestorben. Aber da habe ich wohl eine andere Einstellung. Vielleicht komme ich auch aus einer anderen Zeit. Mich wundert jedenfalls nichts mehr“, erklärt er und will nicht über eine Favoritenrolle sprechen. Aus personeller Sicht gibt es jedenfalls keinen Grund zur Klage. Bis auf die Langzeitausfälle ist der Kader komplett. (thg)
Vorschau Jugendfußball
A-Junioren Bezirksliga (17. Spieltag)
SV Schlebusch - FV Wiehl (Sonntag, 13 Uhr)
B-Junioren Mittelrheinliga (21. Spieltag)
FV Wiehl – SV Deutz 05 (Samstag, 17:45 Uhr)