GUMMERSBACH

"Kyrie" und "Gloria“ in gelungener Kombination

vma; 18.03.2026, 09:15 Uhr
Fotos: Vera Marzinski --- Die Kantorei Gummersbach und das Orchester „Amis du Baroque“ bildeten eine glanzvolle Einheit.
GUMMERSBACH

"Kyrie" und "Gloria“ in gelungener Kombination

vma; 18.03.2026, 09:15 Uhr
Gummersbach – Die Kantorei Gummersbach und das Orchester „Amis du Baroque“ bildeten bei zwei Konzerten in der Evangelischen Kirche eine glanzvolle Einheit,

Von Vera Marzinski

 

Die Kantorei Gummersbach und das Orchester „Amis du Baroque“ präsentierten unter der Leitung von Annette Giebeler an zwei Tagen Musik von Dvořák, Mozart, Mendelssohn-Bartholdy und Vivaldi. „Die Musik wäscht den Alltagsstaub von der Seele“ zitierte Annette Giebeler zu Beginn des Konzertes am Sonntag. Und gegen den Alltagsstaub fand das Konzert „Kyrie Gloria“ am vergangenen Wochenende gleich zweimal in der Evangelischen Kirche Gummersbach statt.

 

[Während Chor und Ensemble im Altarbereich spielten und sangen, konnten die Konzertgäste Frank Stinder an der Orgel durch das Orgel-Fenster sehen.]

 

Mit dem virtuosen „Concerto in C-Dur für zwei Trompeten“ von Antonio Vivaldi eröffneten Karsten Dobermann und Rainer Henseler die Konzerte. Mit einer strahlend hellen Eröffnungsfanfare und dem Dialog zwischen den Solostimmen und dem Orchester – hervorragend. Vivaldi hat hier ein besonders schönes Konzert für Soloinstrumente und Orchester geschrieben, dass den glasklaren, lebhaften Trompetenstimmen bedeutsamen Raum gibt und die barocke Daseinsfreude ausdrückt.

 

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Begleitet wurden die beiden Trompeter vom Orchester „Amis du Baroque“. Ein Musikensemble, das vor allem im Bereich der Barockmusik aktiv ist, insbesondere in Nordrhein-Westfalen unter der musikalischen Leitung von Dobermann. Und auch bei den Chorstücken spielten das Ensemble sowie Frank Stinder an der Orgel. Das Konzert endete mit „Wer nur den lieben Gott lässt walten“. Dies ist eine von den acht Choralkantaten, die Felix Mendelssohn-Bartholdy nach intensiver Beschäftigung mit der Musik von Johann Sebastian Bach in der Zeit zwischen 1827 und 1832 geschrieben hat. Die Kantate erfordert wendiges und vorausschauendes Singen – in der dritten Strophe schließt sich eine zarte, liedhafte Sopranarie an. Im Gummersbacher Konzert übernahmen der Figuralchor und ein kleines Sopran-Vokalensemble die Solopassagen.

 

[Solistisch brillierten Karsten Dobermann (re.) und Rainer Henseler bei Vivaldis „Concerto in C-Dur“.]

 

Zuvor jedoch gleich zwei Messen mit identischem Text, aber doch ganz unterschiedlich. Zum einen Missa in C-Dur“ von Wolfgang Amadeus Mozart, die prinzipiell dem Typus der „Missa brevis“, also Kurzmesse, angehört und auch als „Orgelsolo-Messe“ bezeichnet wird. Diesen Beinamen verdankt das Werk der eigenständig-solistischen Präsenz der Orgel während des Benedictus. Antonin Dvořák schuf mit der „Messe in D-Dur, op. 86“ ein Werk für Soli, Chor und Orgel. Die Messe sollte in dieser Kapelle aufführbar sein, was bedeutete, dass Dvořák auf eine Orchester-Besetzung oder größeren Chor – zunächst – verzichten musste. Die Orchesterfassung wurde erstmals 1893 in London uraufgeführt. Mit ausgefeilter und kontrastreicher Dynamik wirkt hier das Kyrie und das Gloria beginnt in freudigem punktiertem Rhythmus. Im Mittelteil wird dies mit einem besinnlicheren Abschnitt kontrastiert und ab der Erwähnung der Sünden der Welt ist das Gloria von wachsender Unruhe geprägt.

 

[Als Zugabe stimmte Kantorin Annette Giebeler gemeinsam mit dem Publikum noch einmal „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ an.]

 

Dvořáks „Messe in D-Dur“ mit der „Missa in C-Dur“ von Mozart zu verbinden, ist nicht unüblich und wird oft als „gelungene Kombination“ bezeichnet. Sie bieten einen Kontrast zwischen Mozarts oft strahlender oder dramatischer Wiener Klassik und der warmen, romantischen Klangsprache Dvořáks. Sowohl die Mozart- als auch die Dvořák-Messe trug die Kantorei mit grandioser Intonation vor. Ein besonderes Konzert, bei dem zwei unterschiedliche Epochen und Stimmungen der geistlichen Musik, aber auch Chor, Ensemble und Orgel hervorragend verbunden wurden. Der Freundeskreis für Kirchenmusik in der Evangelischen Kirche Gummersbach unterstützte die Konzerte – der Eintritt war frei, es wurde aber darum gebeten, die Auftritte durch eine angemessene Ausgangskollekte zu würdigen.

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