GUMMERSBACH

Akrobatische Weltreise in der Halle 32

vma; 14.06.2026, 16:00 Uhr
Fotos: Vera Marzinski --- Eine aufregende Reise um die Welt erlebten die Zuschauer in der Halle 32 mit dem „Ensemble Persona“.
GUMMERSBACH

Akrobatische Weltreise in der Halle 32

vma; 14.06.2026, 16:00 Uhr
Gummersbach – Das Ensemble Persona aus München zeigte das Schauspiel-Spektakel „In 80 Tagen um die Welt“ auf der Grundlage des weltberühmten Romans von Jules Verne.

Von Vera Marzinski

 

Ein Wettlauf gegen die Zeit ist das Stück – 80 Tage verpackt in zwei Stunden. Dabei wurde die Welt einmal schnell umrundet. Eine rasante Reise, die humorvoll, teilweise sehr laut ist und auch die philosophische Seite der Geschichte zeigte. Die Inszenierung vom Ensemble Persona aus München in der Halle 32 verlegte die Geschichte zudem in den Zirkuskontext, wobei viele akrobatische Aktionen – insbesondere durch Daniela Maier und Nick-Robin Dietrich, der zudem noch in weiteren Rollen zu sehen war – eingesetzt wurden.

 

Die Geschichte: Philea Fogg (Anja Neukamm) geht in ihrem Londoner Club eine riskante Wette ein. Die wagemutige Lady will in 80 Tagen die Welt zu umrunden. Gemeinsam mit ihrem Diener Passepartout (Yannick Zürcher) begibt sie sich auf eine fantastische Abenteuerreise, immer verfolgt von Inspektor Fix (Korbinian Josef Müller), der die beiden um jeden Preis zu stoppen versucht, denn angeblich hat die Fogg eine Bank ausgeraubt.

 

[Lady Philea Fogg (Anja Neukamm) und ihr Diener Passepartout (Yannick Zürcher) entspannt beim Tee vor dem Start zur rasanten 80-tägigen Fahrt.]

 

Das schillernde Spektakel erzählt vom fiebrigen Streben nach Erfolg und avancierte mit Schauspiel, Musik und Artistik zu einem dynamischen, modernen Theaterabend. Mit Leichtigkeit, Witz und Raffinesse stellte er zentrale Fragen an unsere moderne Existenz. Der Roman von Jules Verne – Erstveröffentlichung 1873 - feiert die Faszination des Reisens und die Sehnsucht, neue Orte und Kulturen zu erkunden. Die Reise führt von London über den Suezkanal nach Indien. Dort retten sie die indische Prinzessin Aouda (Julia Gröbl), die sich ihnen anschließt. Weiter geht es nach Hongkong, Japan und quer durch die Vereinigten Staaten.

 

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In einem Rhönrad-ähnlichen Gestell wird die Weltkarte dargestellt und die Akrobatin nutzt dies für Einlagen oder mimt die Uhrzeiger. Die Erde wird so zu einer lebendigen Uhr. „Schneller, weiter“ heißt es bei den Darstellern – das passt dazu, dass es oft sehr hektisch und teilweise sehr laut ist. Ein Karussell wird zum Schiff nach Honkong. Es geht über Bombay, das 1995 offiziell in Mumbai umbenannt wurde. Aus dem Off kommt deshalb immer wieder „Bombay – Mumbai“. Auch andere aktuelle Dinge werden mit eingebaut. So nutzen sie Schienenersatzverkehr, einen Aggertalsperren-Kutter und reisen durch die geschlossene Straße von Hormus.

 

Passepartout geht zwischenzeitlich verloren und schließt sich dem Zirkus „The Flying Dutchman“ an - wo doch der Diener eigentlich Franzose ist. Und nach dem Gewinn der Wette fragen sie sich, was als Nächstes ansteht? Einstimmig: Der Flug zum Mond.

 

[Viel Artistik im Stück – vor allem mit Zirkus- und Performance-Artistin Daniela „Danimisima“ Maier.]

 

Das Ensemble Persona brachte das Stück als rasantes, zirzensisches Schauspiel-Spektakel auf die Bühne. Die Gruppe entstand 2015 aus einem Projekt zur Förderung junger Schauspieler und präsentiert seit 2016 jährlich im Rahmen der Sommerfestspiele Schloss Nymphenburg große Klassiker der Weltliteratur, mit dem sie im gesamten deutschsprachigen Raum gastieren. „In 80 Tagen um die Welt“ entstand als Co-Produktion mit dem Scharoun Theater Wolfsburg unter der Regie von Tobias Maehler. Musikalisch umrahmt wurde das Ganze von Simõn Rubio am Schlagwerk und Jovan Tomiċ am Akkordeon.

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