GUMMERSBACH

Eine Handball-Legende soll Gummersbacher Ehrenbürger werden

pn; 25.09.2026, 11:30 Uhr
Fotos: Michael Kleinjung ----- Heiner Brand soll die Ehrenbürgerwürde verliehen werden.
GUMMERSBACH

Eine Handball-Legende soll Gummersbacher Ehrenbürger werden

  • 0
pn; 25.09.2026, 11:30 Uhr
Gummersbach - Auf Anregung von vier Gummersbacher Bürgern soll Heiner Brand das Ehrenbürgerrecht erhalten - Der Stadtrat entscheidet kommende Woche.

Von Peter Notbohm

 

Heiner Brand ist einer der bekanntesten Söhne der Stadt Gummersbach. Nun soll er vor seinem 75. Geburtstag im kommenden Jahr zum Ehrenbürger der Stadt ernannt werden, die höchste Auszeichnung, die von der Stadt verliehen werden kann. „Wenn nicht er, wer dann?“, fragte Uwe Töpfer, einer der vier Gummersbacher Initiatoren der Bürgeranregung, in Anlehnung an den Höhner-Hit „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ am Donnerstag im Gummersbacher Hauptausschuss.

 

Wie außergewöhnlich die Verleihung des Ehrenbürgerwürde wäre, zeigt ein Blick in die Historie: Erst sechs Menschen wurden überhaupt damit ausgezeichnet, letztmals der Industrielle und frühere Bürgermeister Martin Siebert 1967. Der Hauptausschuss empfahl die Anregung einstimmig. Das letzte Wort hat kommende Woche der Stadtrat in nichtöffentlicher Sitzung. Initiiert wurde die Anregung von Uwe Töpfer, ehemaliger Geschäftsführer der Aggerenergie und früherer Bürgermeister der Gemeinde Marienheide, dem Unternehmer Marc Schröder sowie den beiden Allgemeinmedizinern Thomas Braeucker und Jochen Viebahn.

 

WERBUNG

In seiner Erläuterung der Bürgeranregung betonte Töpfer, dass das Wirken Brands eben nicht nur auf seine Erfolge als Spieler und Trainer im Sport begrenzt sei. Brand sammelte in seiner Karriere zahlreiche Pokale von nationalen Meisterschaften über internationale Erfolge, bis hin zu Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen. „All das führte dazu, dass Heiner Brand zu einer Legende des deutschen Sports wurde“, sagte Töpfer.

 

Das Gummersbacher Urgestein, das den Schoss der Stadt nie verlassen hat, müsse man aber auch unter zwei weiteren Aspekten betrachten. Zum einen seine absolute Heimatverbundenheit. Brand sei in Gummersbach geboren worden, hier zur Schule gegangen und habe viele Jahre in der Stadt gearbeitet. Dabei habe es nie an Angeboten gemangelt, andernorts viel Geld zu verdienen. „Aber das hat ihn nie gereizt“, sagte Töpfer.

 

Vielmehr habe er sich immer dem VfL Gummersbach, seinem Verein, verschrieben. Der Aufstieg des Clubs sei deshalb auch untrennbar mit seinem Namen und Wirken verbunden. „Der VfL ist heute ein großer wirtschaftlicher Faktor, von dem Stadt und Bürger maßgeblich profitieren können“, so Töpfer weiter.

 

[Der Nick & Co-Cup gehört zu den vielen sozialen Projekten, an denen sich Heiner Brand über die Jahre beteiligt hat.]

 

Was Brand zudem auszeichne, sei seine soziale Ader. „Wenn man eine Sportlegende ist, und Berühmtheit erlangt hat, scheiden sich bei vielen die Geister. Das ist bei Heiner Brand aber nicht so“, betonen die Antragssteller. Brand sei sich seiner Stellung immer bewusst gewesen, „ist verantwortungsvoll damit umgegangen und hat sich nutzbringend für andere eingesetzt“. Das gelte insbesondere für seinen Freund Joachim Deckarm, den Brand nach dessen schweren Unfall bis heute betreut. Zusätzlich wirkt er im „Joachim-Deckarm-Fonds“ mit.

 

Nicht die einzige Stiftung: Mitglied ist Brand u.a. auch im Verein „Sportler für Organspende“ und im Kuratorium der „Werte Stiftung", die sich für Chancengleichheit und sozialen Zusammenhalt in Deutschland einsetze. Für sein Wirken habe Brand bereits die höchstmöglichen Ehrungen von Land und Bund erhalten. Noch einmal Töpfer: „Für sein Lebenswerk sollte Heiner Brand deshalb auch die höchstmögliche Ehrung der Stadt Gummersbach erhalten. Das Wohl und Ansehen der Stadt Gummersbach hat niemand so nachhaltig geprägt wie er!“

 

SPD-Fraktionschef Thorsten Konzelmann bezeichnete die Ehrung als „historisches Ereignis“, allein schon, weil die letzte Ehrung derart lange zurückliege. Keine andere Person habe den Namen Gummersbachs weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinausgetragen. „Er hat aus seiner Heimatstadt nie einen Hehl gemacht und dieser Glanz ist immer auch auf uns gefallen“, so Konzelmann.

 

Auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Jörg Jansen pflichtete dem bei und sprach von einem bedeutsamen Moment. Er hob das soziale Engagement Brands hervor: „Das macht nicht jeder Sportler oder Trainer und bleibt dabei auch noch seiner Heimat treu.“ Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit (CDU) nannte die Bürgeranregung „einen vorzüglichen Vorschlag“, zur Ehrung „einer vorzüglichen Person“.

KOMMENTARE

0 von 800 Zeichen
Jeder Nutzer dieser Kommentar-Funktion darf seine Meinung frei äußern, solange er niemanden beleidigt oder beschimpft. Sachlichkeit ist das Gebot. Wenn Sie auf Meinungen treffen, die Ihren Ansichten nicht entsprechen, sehen Sie von persönlichen Angriffen ab. Die Einstellung folgender Inhalte ist nicht zulässig: Inhalte, die vorsätzlich unsachlich oder unwahr sind, Urheberrechte oder sonstige Rechte Dritter verletzen oder verletzen könnten, pornographische, sittenwidrige oder sonstige anstößige Elemente sowie Beschimpfungen, Beleidigungen, die illegale und ethisch-moralisch problematische Inhalte enthalten, Jugendliche gefährden, beeinträchtigen oder nachhaltig schädigen könnten, strafbarer oder verleumderischer Art sind, verfassungsfeindlich oder extremistisch sind oder von verbotenen Gruppierungen stammen.
Links zu fremden Internetseiten werden nicht veröffentlicht. Die Verantwortung für die eingestellten Inhalte sowie mögliche Konsequenzen tragen die User bzw. deren gesetzliche Vertreter selbst. OA kann nicht für den Inhalt der jeweiligen Beiträge verantwortlich gemacht werden. Wir behalten uns vor, Beiträge zu kürzen oder nicht zu veröffentlichen.
WERBUNG