GUMMERSBACH

Hitze-Check: Gummersbach nicht mehr auf dem Treppchen

pn; 10.06.2026, 13:40 Uhr
Symbolfoto: Gerd Altmann from Pixabay
GUMMERSBACH

Hitze-Check: Gummersbach nicht mehr auf dem Treppchen

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pn; 10.06.2026, 13:40 Uhr
Gummersbach – Die Deutsche Umwelthilfe hat den Hitze-Check gemacht – Gummersbach rutscht aufgrund eines neuen Indikators im Ranking ab – Die Stadt sieht sich für die Zukunft aber gut aufgestellt.

Von Peter Notbohm

 

Gummersbach hat beim Hitze-Check 2026 der Deutschen Umwelthilfe (DUH) Platz 26 belegt und dabei in der Gesamtwertung eine gelbe Karte erreicht. Im Vorjahr war die oberbergische Kreisstadt noch auf Platz zwei mit einer grünen Karte eingestuft worden. Der Grund für das Abrutschen: Die DUH führte einen weiteren Indikator ein.

 

Für den Check wurden neben den Sommertemperaturen und der Bevölkerungsdichte einzelner Städte auch die Menge an Beton und Asphalt sowie erstmals auch die Zahl der schattenspendenden Bäume und Grünflächen mithilfe von Luftbildern in den Blick genommen. Es handelt sich somit um Schätzwerte, bei denen nicht alle Faktoren berücksichtigt werden. Unter anderem gehen neu gepflanzte Bäume weitgehend nicht in die Schätzung ein.

 

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Erhielten im Vorjahr noch 28 Städte eine grüne Karte, waren es in diesem Jahr nur noch Wuppertal und Kiel. Die schlechtesten Ergebnisse der 195 bewerteten Städte (alle Ergebnisse gibt es hier) erhielten drei Städte aus Baden-Württemberg: Offenburg, Lahr und Mannheim. Die DUH schlägt Alarm: In fast allen deutschen Städten mit über 50.000 Einwohnern fänden Bürgerinnen und Bürger nur unzureichend Schutz vor den Folgen der Klimakrise - und der Trend gehe leider in die falsche Richtung.

 

Etwa die Hälfte aller Siedlungs- und Verkehrsflächen sei bereits versiegelt: betoniert, gepflastert oder durch Tiefgaragen unterbaut. Diese Flächen heizen sich stark auf und kühlen sich nachts kaum ab – ein Risiko besonders für ältere Menschen, Kinder und Menschen mit Vorerkrankungen. Jährlich kämen bundesweit etwa 62 Quadratkilometer (entspricht der Fläche von Fürth) hinzu.
 

Die DUH nahm in diesem Jahr Bäume in den Fokus, da sie sich positiv auf das Stadtklima auswirken. Dafür wurden die Baumüberschirmung (Grad der Bodenbedeckung mit Vegetation von mehr als 2,5 Metern Höhe) sowie der prozentuale Zuwachs der Flächenversiegelung in den vergangenen sieben Jahren bewertet. Der Grad der Baumüberschirmung ist ein Indikator, welchen auch die EU-Wiederherstellungsverordnung vorsieht. Im Ergebnis erreichen laut DUH nur sieben Städte den wissenschaftlich empfohlenen Richtwert von mindestens 30 Prozent Baumbeschirmung.

 

Gummersbach erreicht einen Beschirmungsgrad von 27,7 Prozent. Laut DUH hat die Kreisstadt im untersuchten Zeitraum 2.730 Bäume verloren. Im Gummersbacher Rathaus will man aufgrund des neu eingeführten Kriteriums von keiner schlechten Bewertung sprechen. „Durch das Hinzufügen des Baumbeschirmungsgrades ist die Liste nicht mehr mit dem Vorjahr vergleichbar. Durch den neuen Parameter erreichen überhaupt nur noch zwei Städte eine grüne Bewertung. Wir stehen im Ranking nicht schlechter da als in den Vorjahren. Beim Hitzebetroffenheitsindex sind wir weiterhin im grünen Bereich geblieben und stehen relativ gut da“, sagt Francis Jovan, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung und Klimaschutz.

 

Dass Gummersbach beim Baumbeschirmungsgrad weniger gut abschneide, hat aus seiner Sicht auch mit den Kalamitätsflächen durch den Borkenkäfer zu tun. Sowohl in der Innenstadt als auch in den Gewerbegebieten habe die Stadt zudem viele Bäume nachgepflanzt, diese müssen aber noch wachsen. Die Verwaltung bemühe sich derzeit um Förderprogramme für weitere Baumaufforstungsprojekte. „Deshalb sind wir zuversichtlich, dass sich auch dieser Index in den nächsten Jahren positiv verändern wird“, so Jovan.

 

Eins der städteplanerischen Ziele Gummersbachs ist es, den Innenraum mehr zu verdichten. Hier sollen gezielt mehr Wohnungen geschaffen werden, um im Außenbereich im Gegenzug mehr Natur erhalten zu können. Gleichzeitig ist man im Rathaus aber auch bemüht, so viele Flächen wie möglich zu entsiegeln. Dies war in den vergangenen Jahren in der Innenstadt, am Bernberg und im Gewerbegebiet Herreshagen umgesetzt worden.

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