GUMMERSBACH

Hitze-Ticker: Viel trinken lautet die Devise

Red; 23.06.2026, 15:55 Uhr
Foto: sydneyra auf Pixabay.
GUMMERSBACH

Hitze-Ticker: Viel trinken lautet die Devise

Red; 23.06.2026, 15:55 Uhr
Oberberg - Sprecher des Hausärzteverbandes gibt Tipps - Kreis erinnert an Verbot zur Wasserentnahme aus Gewässern - Dienststellen im Gummersbacher Rathaus schließen diese Woche hitzebedingt schon mittags, in anderen Kommunen wird den Mitarbeitern Homeoffice ermöglicht (AKTUALISIERT).

+++4. Meldung (Dienstag, 15:55 Uhr)+++

 

In Zeiten einer Hitzewelle steigt das Risiko insbesondere für vulnerable Bevölkerungsgruppen, einen Hitzeschlag zu erleiden, aus dem zum Beispiel auch ein Krampfanfall entstehen kann, erheblich an. Besonders alte und/oder demente Menschen sind betroffen, ebenso wie Patienten mit Herz- oder Lungenerkrankungen und Babys unter zwei Jahren. Auch bei der Einnahme von Psychopharmaka ist das Risiko erhöht, weiß Dr. Ralph Krolewski, Sprecher des Oberbergischen Hausärzteverbandes. Generell rät der Arzt, immer ausreichend Wasser zu trinken.

 

Bei derart hohen Temperaturen dürfen das gerne sechs bis acht Liter pro Tag sein. Auch ist das Aufsuchen von kühlen Orten obligatorisch. Krolewski setzt zudem auf die soziale Komponente: „Rufen Sie regelmäßig bei ihren alleinlebenden Freunden und Verwandten an“, rät er. Im Ausland gebe es inzwischen Anrufdienste, die sich besonders während einer Hitzewelle nach dem Wohlbefinden mehrmals täglich erkundigen. Pflicht ist laut Krolewski auch das Tragen von Kopfbedeckungen, um die Körpertemperatur möglichst niedrig zu halten.

 

In der eigenen Wohnung sollten Fenster tagsüber geschlossen und Rollläden unten bleiben. Nachts darf gelüftet werden. Zeitlich versetzt ist auch die Abkühlung von Gebäuden, die erst etwa zwei Tage nach der eigentlichen Hitzewelle langsam wieder auskühlen.

 

 

+++3. Meldung (Dienstag, 14:30 Uhr)+++

 

Auch im Lindlarer Rathaus reagiert man auf die erste große Hitzewelle des Jahres. Auf Nachfrage von OA teilte Bürgermeister Sven Engelmann mit, dass es für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den kommenden zwei Tagen eine höhere Flexibilität geben soll. So können diese am 24. und 25. Juni nach Absprache ab 12 Uhr mittags ins Homeoffice wechseln oder durch den Abbau von Überstunden frei nehmen. „Aber wir machen das Rathaus nicht dicht“, sagte Engelmann. Ansonsten gelte: viel trinken und leichte adäquate Kleidung tragen. Mit der Eisspeicherheizung verfügt das Lindlarer Rathaus über eine Besonderheit. In den Bereichen, in denen eine Fußbodenheizung liegt, soll diese nun etwas kühlen.

 

Im Bergneustädter Rathaus gehe es derzeit großzügig zu, „wenn jemand ins Homeoffice möchte“, sagte Bürgermeister Matthias Thul. „Das ist den Kollegen ein Stück weit freigestellt.“ Ob jemand lieber von zu Hause aus arbeiten möchte oder doch im Büro, scheint bei der Bergneustädter Verwaltung nicht zuletzt von der Lage des Arbeitsplatzes abhängig zu sein – denn die sei in dem Altbau zweigeteilt, sagte Thul. Während es auf der einen Seite recht warm sei, sei es auf der nördlichen Seite, die direkt am Rathausplatz liegt, „schön kühl“ – und so zum Teil sogar angenehmer als bei dem ein oder anderen in den eigenen vier Wänden. Mit Blick auf die geplanten Termine sagte Thul, dass sich für die Bürgerinnen und Bürger durch die Hitzewelle nichts ändere.

 

 

+++2. Meldung (Dienstag, 14 Uhr)+++

 

Anlässlich der derzeitigen Hitzewelle erinnert die Kreisverwaltung an die  Allgemeinverfügung zur Beschränkung von Wasserentnahmen für alle Gewässer (Bäche, Gräben, Flüsse, natürliche Seen) im Kreisgebiet, die in der Zeit von Anfang April bis Ende Oktober gilt. Grundsätzlich seien ein paar Gießkannen voll Wasser für den privaten Bedarf nicht problematisch. Bei Trockenheit und Hitze führe jedoch die Vielzahl der Wasserentnahmen, zum Beispiel durch elektrische Pumpen dazu, dass Bäche, Flüsse und natürliche Seen zusätzlich geschwächt werden.

 

"Das Defizit wirkt sich auch auf Pflanzen und Tiere aus. Gewässer sind nicht nur Lebensraum vieler gefährdeter Fisch- und Insektenarten. Sie sind auch überlebensnotwendig für den Bestand vieler an Land lebender Tierarten", sagt der Umweltdezernent des Oberbergischen Kreises, Frank Herhaus. In den Gewässern des Oberbergischen Kreises sind die Wasserstände auch trotz der Niederschläge im Winter bzw. Frühjahr aktuell sehr niedrig. "Dieser Zustand ist auch das Ergebnis des konstanten Wassermangels in den vergangenen Jahren", so Herhaus weiter.

 

Aus diesem Grund hat das Umweltamt die Verfügung erlassen, die auch in diesem Jahr von April bis einschließlich Oktober Gültigkeit besitzt. Verboten sind damit jegliche Wasserentnahmen im Rahmen des Eigentümer-, Anlieger- und Gemeingebrauchs; ausgenommen sind Entnahmen aus den Flüssen Agger und Wupper und Wasserentnahmen zum Tränken von Vieh, im Rahmen der Vorgaben des Landeswassergesetzes NRW, sowie das Entnehmen durch Schöpfen mit Handgefäßen (Eimer oder Gießkannen).

 

Dass sich die Situation in absehbarer Zeit entspannt, kann Herhaus nicht erkennen: "Selbst, wenn es kurzfristig Regen gibt, wird sich die Lage nicht so schnell verbessern. Deshalb müssen dafür sorgen, dass die Gewässer nicht noch zusätzlich belastet werden.“ Die Allgemeinverfügung kann hier nachgelesen werden.

 

 

+++1. Meldung (Dienstag, 9:40 Uhr)+++

 

Aufgrund der anhaltend hohen Temperaturen gelten bis einschließlich Freitag, 26. Juni, geänderte Servicezeiten in den Dienststellen der Stadt Gummersbach. Die Nachmittagszeiten entfallen, die Dienststellen sind für den Publikumsverkehr jeweils bis 12 Uhr geöffnet, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Wer ein persönliches Anliegen vortragen oder eine bestimmte Ansprechperson erreichen möchte, wird gebeten, vorab telefonisch zu klären, ob der jeweilige Mitarbeiter vor Ort ist.

 

„Ziel ist es, den Dienstbetrieb auch während der aktuellen Hitzewelle aufrechtzuerhalten und gleichzeitig den besonderen Belastungen durch die hohen Temperaturen Rechnung zu tragen“, bittet die Stadt Gummersbach um Verständnis für die Maßnahme. 

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