GUMMERSBACH

Mailand kam, sah und siegte

mkj; 07.06.2026, 23:55 Uhr
Fotos: Michael Kleinjung --- Spannende Spiele prägten den letzten Turniertag des Nick & Co Cups. - In der Vorrunde traf der spätere Turniersieger AC Mailand (weiße Trikots) auf den 1. FC Köln.
GUMMERSBACH

Mailand kam, sah und siegte

mkj; 07.06.2026, 23:55 Uhr
Gummersbach – Der AC Mailand gewann den U9-Wettbewerb beim Nick & Co Cup auf dem Bernberg - Neben hochklassigem Jugendfußball sorgten Momente des Erinnerns und Gedenkens für emotionale Augenblicke.

Mit einem hochklassigen internationalen Teilnehmerfeld ging am Sonntag der dritte und letzte Turniertag des Nick & Co Cups auf dem Sportplatz Bernberg zu Ende. Nach den Wettbewerben der U11 am Donnerstag und der U10 am Samstag standen diesmal die U9-Junioren im Mittelpunkt. Am Ende durfte sich mit dem AC Mailand ein Turnierneuling über den Sieg freuen.

 

[Großer Jubel bei den mitgereisten Vereinsvertretern und Trainern des AC Mailand mit dem Vereinsbanner (Foto oben), wärend die Nachwuchskicker den Turniersieg und den Pokalgewinn auf dem Bernberg feierten (Foto unten).]

 

Die Italiener setzten sich im Finale eines hochklassigen Wettbewerbs gegen Borussia Mönchengladbach durch und sicherten sich den Turniersieg. Platz drei belegte der nationale Rivale der Rossoneri, Juventus Turin. Insgesamt waren 16 Mannschaften aus Deutschland, Italien, Belgien und den Niederlanden am Start. Neben den Nachwuchsteams von Borussia Mönchengladbach, dem 1. FC Köln, Bayer Leverkusen, Schalke 04, Werder Bremen oder RB Leipzig sorgten vor allem die internationalen Gäste für besondere Aufmerksamkeit.

 

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„Der AC Mailand hat sich hier über Instagram angemeldet. Die haben eine Anfrage gestellt, ob sie bei uns mal mitmachen dürfen. Das ist eine richtig coole Nummer“, freute sich Turnierinitiatorin Bettina Hühn von der Initiative „Helfende Hände“ der Ursula-Barth-Stiftung. Der Trainer der Mailänder hob nach dem Turnier die besondere Bedeutung der Veranstaltung hervor. Es sei wichtig, die Erinnerung an die verstorbenen Kinder, denen das Turnier gewidmet ist, lebendig zu halten und dies auch zu dokumentieren.

 

Dass beim Nick & Co Cup weit mehr als Fußball im Mittelpunkt steht, zeigte sich erneut beim traditionellen „Moment der Ehre“ vor der Siegerehrung. Besonders emotional wurde es beim Gedenken an den Bergneustädter Unternehmer Alexander Knop, der in der vergangenen Woche bei einem Arbeitsunfall ums Leben gekommen war.

 

[Der „Moment der Ehre“ ist an jedem Spieltag der emotionalste Moment des Turniers.]

 

„Wir haben gestern auch den Alex verabschiedet, unseren langjährigen Sponsor. Seine Familie war gestern Abend noch hier und wird auch heute wieder kommen. Wir werden erneut einen Ballon für Alex steigen lassen“, sagte Hühn sichtlich bewegt. Dabei wandte sie sich direkt an seine Tochter Amaja, die den Erinnerungsballon ihres Vaters in den Händen hielt: „Und Amaja steht hier und hat den Ballon ihres Vaters in der Hand. Wir sind alle wirklich fassungslos und traurig gewesen. Ich finde es ganz toll, dass du das hier heute mit mir machst.“

 

Knop habe das Turnier über Jahre als Sponsor unterstützt und sei weit über Bergneustadt hinaus bekannt und beliebt gewesen. „Wir sind alle nur einen Wimpernschlag von der nächsten Katastrophe entfernt. So aus heiterem Himmel ist plötzlich einer nicht mehr da.“ Zugleich wurde an Sevil erinnert, die vor acht Jahren verstorben war. Sie war nach Nick und Sarah das dritte Kind, das von der Initiative begleitet wurde. Hühn hatte das Mädchen über viele Jahre hinweg betreut.

 

[Mit einer Herzgeste präsentieren Bettina Hühn und Eugen Gossen die neue Gedenktafel für die verstorbenen Kinder des Projekts.]

 

Einen stillen, aber eindrucksvollen Ort des Erinnerns bildet eine neue Gedenktafel, die erstmals beim Turnier zu sehen war. Gestaltet wurde sie von Eugen Gossen. Die Tafel zeigt ein Fußballfeld, auf dem die Namen und Todestage verstorbener Kinder wie eine Mannschaftsaufstellung angeordnet sind. Die einzelnen Namensschilder sind mit Flügeln versehen und symbolisieren die verstorbenen Kinder.

 

Besuch erhielt das Turnier am Sonntagvormittag auch von Sven Viebahn und seiner Familie. Die eineiigen Zwillinge Piet und Jascha leiden an einem seltenen Gendefekt. Über eine von der Stiftung unterstützte Delfintherapie entstand vor einigen Jahren der Kontakt zur Initiative. „Wir kommen jetzt seitdem dritten oder vierten Jahr regelmäßig hier vorbei“, berichtete der Vater. Zur Familie gehören außerdem die beiden Schwestern Hedda und Isa.

 

[Bettins Hühn (re.) und Sven Viebahn mit den Zwillingen Piet und Jascha und ihren Geschwistern Hedda und Isa.]

 

Während auf dem Bernberg Fußball gespielt wurde, lief parallel erneut der sogenannte Leistungsvergleich in Strombach. Dieser bildet seit Jahren einen wichtigen Bestandteil des Gesamtkonzepts. „Ohne diesen Leistungstest würden viele der großen Mannschaften gar nicht kommen“, erklärte Hühn. Hinzu komme eine enorme organisatorische Leistung hinter den Kulissen. Besonders dankbar zeigte sie sich gegenüber den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern. Stellvertretend nannte sie die Busfahrer des Unternehmens Caspari, die die Teams kostenlos zwischen den Spielorten transportierten.

 

„Das sind die stillen Helden, die keiner sieht, die aber existenziell wichtig sind“, sagte Hühn. Auch das gesamte Organisationsteam verdiene höchste Anerkennung. „Ich weiß nicht, ob man so etwas noch besser machen kann. Jedes Jahr legen die Helfer noch eine Schippe drauf.“ Nach drei intensiven Turniertagen zog Bettina Hühn schließlich ein einfaches Fazit: „Sonntagnachmittag, wenn alle gesund vom Platz gehen, dann ist meine Welt in Ordnung.“

 

Ergebnisse Vorrunde

 

Ergebnisse Zwischenrunde

 

Ergebnisse Endrunde

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