GUMMERSBACH

Marode Brücken: Neubau oder ersatzloser Abriss?

pn; 18.12.2025, 15:30 Uhr
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Fotos: Peter Notbohm.
GUMMERSBACH

Marode Brücken: Neubau oder ersatzloser Abriss?

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pn; 18.12.2025, 15:30 Uhr
Gummersbach – Rund eine Million Euro würde eine neue Fußgängerbrücke am Kreiskrankenhaus kosten – Keinen Ersatz wird es nach dem Abriss von zwei Brücken in Rebbelroth und Derschlag geben.

Von Peter Notbohm

 

Die Wiehltalbrücke ist längst nicht die einzige marode Brücke im Oberbergischen Kreis. Auch in Gummersbach gibt es einige Sorgenkinder, die in naher Zukunft abgerissen werden müssen. Für zumindest zwei wird es dabei keinen Ersatz geben. Das hat Gummersbachs Politik am Dienstag im Ausschuss für Stadtentwicklung, Infrastruktur und Digitalisierung jeweils einstimmig beschlossen.

 

[Die Brücke in der Rundstraße in Rebbelroth wird ersatzlos zurückgebaut.]

 

Die Stahlbrücke, die in Rebbelroth die Rundstraße mit angrenzenden Wegen über die Agger verbindet, ist nicht mehr tragfähig und gesperrt. Ein Neubau würde mindestens 600.000 Euro kosten, da ein „einfacher Ersatz“ aufgrund der geltenden Vorschriften zum Hochwasserrisiko nicht möglich sei, erklärte Fachbereichsleiter Francis Jovan. Erst im Sommer war in 300 Meter Entfernung eine neue Geh- und Radwegbrücke eingeweiht worden, die die Rundstraße mit der Eisenbahnstraße verbindet (OA berichtete). Laut Jürgen Hefner, Erster und Technischer Beigeordneter der Stadt Gummersbach, sei bereits in der Planung festgelegt worden, dass man den Verkehr über diese Brücke bündeln wolle.

 

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Ebenfalls keine Zukunft hat die Brücke an der Mühlwiese in Derschlag, die die Straße „An der Mühlwiese“ mit der Klosterstraße verbindet. Auch hier hat die letzte Hauptprüfung ergeben, dass die Brücke nicht mehr standsicher ist. Aufgrund ihrer Bauweise ist die Brücke zudem nicht sanierungsfähig. Ein Neubau würde etwa 800.000 Euro kosten. Im Rathaus sieht man keinen Verlust beim Abriss der Brücke und empfahl einen ersatzlosen Rückbau. Schüler können mit einem minimalen Umweg über die gut ausgebauten Fußgängerwege entlang der Klosterstraße weiterhin ungefährdet – und ohne Querung der viel befahrenen Straße - zum Busbahnhof in Derschlag gelangen.

 

[Die Brücke an der Mühlwiese wurde ursprünglich als Betriebsbahnbrücke errichtet, später wurde sie für Autos und zuletzt für den Fußverkehr genutzt.]

 

Noch nicht entschieden wurde über die Zukunft der Holzbrücke über den Albert-Schweitzer-Platz, die das Kreiskrankenhaus Gummersbach mit der Berstig verbindet. Diese ist seit Mitte Juli gesperrt, nachdem gravierende Mängel an der Tragfähigkeit festgestellt wurden. Der Abriss ist für die Osterferien geplant, um den Verkehr rund um die Brücke (neben Krankentransporten allein 110 Busse täglich) so gering wie möglich zu belasten.

 

[Sollte die Brücke am Kreiskrankenhaus ersetzt werden, wird sie nicht wieder in Holzbauweise errichtet.]

 

 

Laut Jovan sieht das Krankenhaus keinen Bedarf für einen Ersatzbau. Anders äußern sich die Vertreter des AWO Familienzentrum „Christa Hasenclever“, die sich für einen Neubau „sehr stark“ gemacht hätten, da die 45 Meter lange Brücke essentiell für den Betrieb der Kita sei. Auch Jovan gab zu bedenken, dass der Weg über die Brücke für Kinder deutlich sicherer sei, als die Alternative über Gehwege und Zebrastreifen am vielbefahrenen Kreisverkehr.

 

 

Ein Neubau würde rund eine Million Euro kosten und ist nicht förderfähig. Entsprechende Mittel wurden im Haushalt schon vorgedacht. Der Beschluss, ob es einen Neubau geben wird, soll im neuen Jahr fallen. Bis dahin will das Rathaus Stimmungen sammeln und im Frühjahr bei gutem Wetter eine Frequenzmessungen des Fußgängerverkehrs rund um den Kreisverkehr durchführen. Dr. Frank Lichtmann, sachkundiger Bürger der SPD, warb bereits jetzt eindringlich für einen Neubau: „Dort wird teilweise abenteuerlich von den Autos abgebogen. Bei dieser Frequenz möchte ich dort kein Kind über den Kreisverkehr schicken.“

KOMMENTARE

1

Hallo Leute, so ist das eben im Leben. Geld kann man halt nur einmal ausgeben.
Entweder für die Allgemeinheit oder für den "Glaspalast" und sich dann über fehllaufende Wahlergebnisse wundern.

pb, 19.12.2025, 06:57 Uhr
2

Die Brücke an der Berstig kenne ich, seit 1985 das "neue" Krankenhaus in Betrieb gegangen ist und nie, in all den Jahren oder Jahrzehnten, habe ich je einen Menschen darübergehen gesehen. Und dafür eine Million , oder ggf mehr ?

Marc, 19.12.2025, 08:08 Uhr
3

Wenn die Stadt Gummersbach fürs Kreishaus 150 Miilionen in den Teich setzt.
Und dann entscheiden für die Brücke am Krankenhaus ist kein Geld da, müssen genau die Politiker unverzüglich zurück tretten, wenn das erst Kind tot ist. Ich gebe auch zu bedenken, die kleinen Kinder können die Gefahr im Straßenverkehr überhaupt noch nicht abschätzen

Uwe Märtens, 19.12.2025, 11:23 Uhr
4

Guten Tag, ich wäre für eine Fußgänger Ampel anstelle der Brücke, da man auf der Kindergarten Seite sehr steil bergauf muss und für Menschen mit Behinderung sehr schwer ist.

Günter Lange , 20.12.2025, 07:59 Uhr
5

Ich finde, im Bereich des Hit wäre eine vernünftige Fußgänger- und Radbrücke angebracht. Hit ist neben Kaufland der größte Supermarkt in Gummersbach und es befinden sich noch weitere Geschäfte in dem Bereich. Auf der Berstig hätte man den Kreisverkehr wahrscheinlich besser aufgepflastert, um ein zu schnelles überfahren der Zebrastreifen zu verhindern.

Chris, 20.12.2025, 10:40 Uhr
6

Hallo pb,
was genau haben jetzt die Investitionen des Oberbergischen Kreises mit denen der Gemeinde Gummersbach zu tun? Man kann ja über den Kreishausanbau/-neubau streiten, aber Äpfel mit Birnen zu vergleichen - und zwar als angebliches Faktum dargestellt - ist nicht besonders hilfreich. Zumindest diese (falsche) Denkweise hilft ja rechts- (und links-)extremen Parteien. Insofern haben Sie mit Ihrem Kommentar der Demokratie einen Bärendienst erwiesen. Zu was diese Demokratiefeinde fähig sind, haben wir bei einigen konstituierenden Sitzungen der Kommunalparlamente im Oberbergischen ja in den letzten Wochen bereits gesehen. Wehret den Anfängen!

N. Esser, 20.12.2025, 16:08 Uhr
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