GUMMERSBACH
Neue DLRG-Wache eingeweiht
Gummersbach - Neue Wasserrettungsstation an der Aggertalsperre offiziell eröffnet – Ein Meilenstein für Ehrenamt und Sicherheit in der Region.
Von Michael Kleinjung
Mit einer feierlichen Veranstaltung ist am Samstagnachmittag die neue Wasserrettungsstation „Wache 2.0“ der DLRG-Ortsgruppe Bergneustadt an der Aggertalsperre eingeweiht worden. Zahlreiche Vertreter aus Politik, Verwaltung und Hilfsorganisationen sowie viele Unterstützer und Mitglieder waren auf dem Gelände des Jugendzeltplatzes in Gummersbach-Lantenbach zusammengekommen, um das Großprojekt nach jahrelanger Planung offiziell seiner Bestimmung zu übergeben.
[Philip Solbach, Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Bergneustadt, blickte auf die vergangenen Jahre des Neubauprojekts zurück.]
Bereits seit 2018 hatte sich die Ortsgruppe mit dem Neubau beschäftigt. Die alte Wachstation aus dem Jahr 1977 war zuletzt in einem Zustand, der weder den technischen Anforderungen noch den Bedürfnissen der ehrenamtlichen Einsatzkräfte gerecht wurde. „Die Zustände waren keine Hilfe, Menschen für ein Ehrenamt zu begeistern“, machte der Vorsitzende der Ortsgruppe, Philip Solbach, in seiner Rede deutlich und erinnerte an marode Bausubstanz, fehlende Dämmung und unzureichende sanitäre Bedingungen.
Umso größer ist nun die Freude über das moderne Gebäude, das nicht nur bessere Arbeitsbedingungen bietet, sondern auch die Zukunft des Wasserrettungsdienstes an der Aggertalsperre sichert. „Die neue Wachstation ist ein Meilenstein in unserer Vereinsgeschichte“, betonte Solbach. Insgesamt rund 400.000 Euro wurden in den Neubau und die Ausstattung investiert – eine Summe, die nur durch umfangreiche Fördermittel, Spenden und vor allem ehrenamtliches Engagement möglich wurde.
Rund 1.300 Stunden Eigenleistung steckten die Mitglieder in das Projekt. „Was hier ehrenamtlich gestemmt wurde, ist kaum in Worte zu fassen“, so der Vorsitzende weiter. Unterstützung kam unter anderem aus Förderprogrammen wie LEADER und „Moderne Sportstätten“, aber auch aus der Bevölkerung sowie von lokalen Unternehmen und Institutionen wie dem DLRG Landesverband Nordrhein, den Sparkassen-Bürgerstiftungen aus Gummersbach und Bergneustadt, dem Rotary-Club Gummersbach, der Haas-Kessler-Stiftung sowie der Volksbank Oberberg, die bereits im Frühjahr 2019 eine erste Crowdfunding-Aktion unterstützte.
Auch Gummersbachs Bürgermeister Raoul Halding-Hoppenheit würdigte die Leistung der Ehrenamtlichen: „Das ist sensationell, was dieser Verein mit seinen ehrenamtlichen Männern und Frauen hier auf die Beine stellt.“ Gerade angesichts steigender Zahlen von Nichtschwimmern sei die Arbeit der DLRG wichtiger denn je. Die Aggertalsperre ziehe Besucher weit über die Region hinaus an – entsprechend bedeutend sei eine professionelle Wasserrettung vor Ort. Bergneustadts Bürgermeister Matthias Thul brachte es in einem prägnanten Satz auf den Punkt: „Wenn man sieht, von wo das Team hier kommt, ist das erstaunlich, was sie geschafft haben in den letzten vier Jahren.“
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[Die beiden Bürgermeister aus Gummersbach (links) und Bergneustadt hielten Grußworte zur Eröffnung.]
Eine besondere Wertschätzung erfuhr die Ortsgruppe durch den Besuch der DLRG-Präsidentin Ute Vogt, die eigens aus dem Norden Deutschlands anreiste. „Ich freue mich sehr, dass ich heute dabei sein kann“, sagte sie – und entschuldigte sich augenzwinkernd für ihre verspätete Ankunft nach einer langen Autofahrt.
In ihrer Rede würdigte sie vor allem das außergewöhnliche, ehrenamtliche Engagement vor Ort: „Ihr habt eure Freizeit nicht nur der Sicherheit am und im Wasser verschrieben, sondern auch ganz tatkräftig hier angepackt.“ Gleichzeitig machte sie deutlich, dass solche Projekte bundesweit keine Selbstverständlichkeit seien, da die DLRG – anders als etwa Feuerwehr oder THW – stark auf Spenden und Mitgliedsbeiträge angewiesen ist.
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[Friedhelm Julius Beucher und DLRG-Präsidentin Ute Vogt kennen sich noch aus ihrer Zeit im Bundestag – ein Beispiel für gewachsene Netzwerke, die auch dieses Projekt unterstützt haben.]
Vogt nutzte die Gelegenheit auch, um auf strukturelle Herausforderungen hinzuweisen. Ein zentrales Anliegen sei die Gleichstellung der Einsatzkräfte im Katastrophenschutz: „Wer die gleiche Arbeit tut, soll auch die gleiche Wertschätzung erhalten“, betonte sie mit Blick auf Unterschiede etwa bei Freistellungen durch Arbeitgeber oder Entschädigungen.
Auch der Bergneustädter Friedhelm Julius Beucher, der das Projekt mit seinem Netzwerk maßgeblich unterstützt hatte, hob die besondere Zusammenarbeit hervor: „Das ist ein starkes Zeichen, dass DLRG, Feuerwehren, THW und Rotes Kreuz zusammenarbeiten und den Dienst am Nächsten leisten.“ Besonders beeindruckt zeigte er sich vom Engagement der jungen Mitglieder: „Das ist eine disziplinierte, tolle, arbeitsame Jugend, die nie den Mut verloren hat.“
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[Mit Blick auf die Aggertalsperre: DLRG-Vertreter aus Ortsgruppe, Landesverband und Bundesebene (v.li.): Stefan Albrecht, Timo Nockemann, Philip Solbach und Ute Vogt.]
Die neue Wasserrettungsstation dient künftig nicht nur als Basis für den Wasserrettungsdienst, sondern auch für Aus- und Fortbildungen, Erste-Hilfe-Kurse und die Jugendarbeit. Während der Wachsaison von Mai bis September sorgen die Ehrenamtlichen an den Wochenenden für die Sicherheit von Schwimmern, Wassersportlern und Erholungssuchenden an der Aggertalsperre.
Nach der offiziellen Einweihung klang der Tag mit einer „After-Show-Party“ aus. Am heutigen Sonntag haben Interessierte zudem die Gelegenheit, sich beim Tag der offenen Tür selbst ein Bild von der neuen Station zu machen. Nach einem Familiengottesdienst um 10:30 Uhr wird die Einrichtung für Besucher geöffnet – begleitet von weiteren Programmpunkten für die ganze Familie.

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