GUMMERSBACH

Schwimmen mit Wigald Boning

vma; 19.04.2026, 10:52 Uhr
Fotos: Vera Marzinski --- Noch vor seiner Dauer-Badeaktion nahm Wigald Boning an einem 24-Stunden-Schwimmen teil und auch davon hatte er ein Foto dabei (er ist der Zweite von oben).
GUMMERSBACH

Schwimmen mit Wigald Boning

vma; 19.04.2026, 10:52 Uhr
Gummersbach – Sehr unterhaltsam berichtete Wigald Boning in der Halle 32 von seiner kuriosen Bade-Challenge durch die Gewässer dieser Welt.

Von Vera Marzinski

 

Nein, Wigald Boning stand nicht im gestreiften Badeanzug oder in Badehose auf der Bühne – aber Fotos in solchen Schwimm-Outfits gab es schon während der Show des Komikers. Stattdessen hatte er sich in ein legeres Freizeit-Ensemble – beige-braune knielange Hose und bordeauxrotes Poloshirt - gekleidet und wanderte damit über die Bühne in der Halle 32 während seines „sportwissenschaftlichen Fachvortrages“ unter dem Titel „Herr Boning geht baden“ - und das zwischen eisigem Ammersee, Themse und Rückhaltebecken. Seinen Badetag Nummer 1.386 absolvierte er in der Staustufe an der Agger. Das Wasser sei wärmer gewesen, als er erwartet habe.

 

[Eigentlich wollte Boning nur seine Kalkschulter kurieren, doch dann wurde der Gesundheitsplan zur Obsession.]

 

Boning schwimmt seit dem Jahr 2022 täglich im Freien, unabhängig von Wetter und Temperatur. Schon als kleiner Junge war er mit Badehose abgelichtet worden – was gleich auf dem ersten Bild in seiner „Dia-Show“ zu sehen war. Erst mit Ende 30 habe er mit dem Laufen angefangen und dann ging es mit dem Marathon weiter. Ein besonderes Augenmerk legte er auf 24-Stunden-Aktionen. So absolvierte er gleich vier Mal das 24-Stunden-Mountainbike-Event im Olympiapark München. Mit seinem Freund Carsten Schneehage nahm er im Dezember 2013 dann am 24 Stunden-Schwimmen in einem Hallenbad teil. Vorher habe er nicht trainiert und zwischendrin - nach 23 Stunden – befand er sich auf Platz vier. Anschließend tranken die beiden ein Weizenbier und das war’s dann erst einmal mit dem Schwimmen.

 

Doch das hielt ihn nicht davon ab, beim Open-Water-Marathon durch den Bodensee zu schwimmen. Er benötigte 7:24 Stunden und belegte den letzten Platz, der ihm bis jetzt von keinem abgenommen wurde. Er sei somit wohl der Weltmeister im Langsamschwimmen. Danach sei er nur noch im Babybecken mit den Kindern gewesen, bis sie in der Corona-Zeit an den Ammersee zogen. Wegen seiner Kalkschulter ging er jeden Tag in dem kalten Wasser schwimmen. Tatsächlich sei die Kalkschulter weg, dafür habe er jetzt Arthrose.

 

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Die Challenge mit den Badetagen startete im Juli 2022 in der Herrschinger Bucht am Ammersee. Seitdem zieht er das Programm unter dem Motto „Schwimmen ohne Dach überm Kopf“ durch. Die Gäste konnten anhand einer Karte sehen, wie seine Streckenverläufe in der Bucht bisher waren. Zudem zeigte er dem Gummersbacher Publikum viele Orte und Gewässer, wo er noch ins Wasser gegangen war.

 

[Der Vortrag startete mit dem Bild seines Vaters und einem kleinen dünnen Jungen daneben am Strand der Ostsee.]

 

Dank Bonings quicklebendiger Art und seinem Humor entwickelte sich ein sehr kurzweiliger Abend. Der rhetorisch ausgeklügelte und wortwitzig gut verpackte Bericht von seinen Badeerfahrungen in den unterschiedlichsten Gewässern bei jedem Wetter war gespickt mit schonungsloser Selbstironie, Situationskomik und einer Selbsterfahrung zwischen sportlichem Ehrgeiz und manchmal auch Selbstüberschätzung – wie beim Erstellen eines Eisbadelochs an seiner Berghütte.

 

Mittlerweile hat er viele Gewässer entdeckt - auch welche, die zum Baden weniger geeignet sind. Wie in Köln, wo der Fluss zwar Rhein heiße, aber nicht zum „Rein-gehen“ zu empfehlen sei. Ein paar kurze Schwimmzüge durch die Londoner Themse mussten vor der Krönung von Prinz Charles unbedingt sein. Bei einer Lesung in Hannover am Flughafen tauchte Boning gezwungenermaßen im Regenrückhaltebecken hinter dem Tower ab. Gewässermangel gäbe es nicht und somit habe er auch keinen Grund damit aufzuhören, betonte er. Und das Wichtigste: Es mache immer Spaß!

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