GUMMERSBACH

Stadt sieht keine Möglichkeit für Radweg an der K 46

pn; 04.03.2026, 10:30 Uhr
Foto: Peter Notbohm ---- An der K 46 finden derzeit Sanierungsmaßnahmen an der Stützmauer statt. Die Grünen werben dafür, im Zuge der Arbeiten auch einen Radweg an der unübersichtlichen Straße zu schaffen.
GUMMERSBACH

Stadt sieht keine Möglichkeit für Radweg an der K 46

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pn; 04.03.2026, 10:30 Uhr
Gummersbach – Der Wunsch der Grünen, im Rahmen einer angekündigten Sanierungsmaßnahme eine Verbreiterung des Gehwegs herbeizuführen, ist aus Sicht der Gummersbacher Verwaltung nicht umzusetzen.

Von Peter Notbohm

 

Seite Mitte Februar finden an der K 46 Sanierungsarbeiten statt. Unter anderem wird dabei die Stützwand in der Talbecke saniert. Der Gummersbacher Ortsverband der Grünen sieht die Gelegenheit günstig, im Rahmen dieser Arbeiten eine Verbreiterung des vorhandenen Gehwegs zu einem Rad- und Gehweg durchzuführen, um das bereits bestehende Radwegenetz zwischen der Ortschaft Niedernhagen und der Einmündung der Niederhagener Straße in die Beckestraße (L 323) zu ergänzen und so die Radwegeverbindung zwischen der Marienheider Ortschaft Rodt und dem Becketal in Richtung Aggertal auszubauen.

 

Joachim Scholz (Grüne) sprach von „keinem großen Aufwand“, den Gehweg auszubauen. Zwischen den Marienheider Ortschaften Schemmen und Siepen habe man bereits eine sehr gute Situation durch asphaltierte Wege, anschließend werde es für Radfahrer aber gefährlich. Man sollte daher alle Möglichkeiten, die nur geringe Kosten verursachen, im Zuge der Straßenerneuerung anpacken, meinte er: „Wir haben so ein schönes Radverkehrskonzept mit 200 Maßnahmen. Wenn wir allerdings in diesem Tempo weitermachen, sind wir noch in 100 Jahren dran.“

 

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Im Gummersbacher Rathaus hat man dieser Forderung im Ausschuss für Stadtentwicklung, Infrastruktur und Digitalisierung nun aber eine Absage erteilt. Das habe mehrere Gründe erklärte Fachbereichsleiter Fancis Jovan. Zunächst handle es sich um eine Maßnahme des Kreises außerorts und auch um keine Straßensanierung, sondern um eine Maßnahme zur Fahrbahnentwässerung. Außerdem habe man in Gummersbach politisch bereits diskutiert, dass die K46 nicht die Haupterschließungsstrecke für den Radverkehr in Richtung Marienheide sein werde.

 

Der Hauptgrund hierfür sei vor allem der Schwerlastverkehr rund um den Steinbruch, der eine Mindestbreite der Fahrbahn voraussetze. Hierdurch sei ein Fahrradstreifen mit einer dauerhaften Trennung des Radverkehrs vom Straßenverkehr nicht umsetzbar. Auch ein Schutzstreifen sei außerorts nicht möglich. Den Grünen-Vorschlag zur Freigabe des Gehwegs für den Radverkehr lehnte Jovan ebenfalls ab. Rechtlich sei das zwar möglich, allerdings würde das für Radfahrer bedeuten, dass sie dann nur noch in Schrittgeschwindigkeit fahren dürften. Dass der Radverkehr seine Geschwindigkeit drossle, sei nicht zu erwarten, weshalb man entschieden habe, an dieser Stelle den Radverkehr nicht gesondert zu führen.

KOMMENTARE

1

Mehr oder weniger typisch. Es wird zwar immer wieder über die Verkehrswende gesprochen, aber Taten folgen selten. Bei einer Straßenreparatur sollte es in der heutigen Zeit Standard sein, dass die Straße mit einem sicher Radweg ausgebaut wird.

Frank, 04.03.2026, 11:47 Uhr
2

Gerade auf dieser Kreisstrasse, die stark durch Schwerlastverkehr genutzt wird und inzwischen mit steigender Tendenz auch von Radfahrern befahren wird, ist das direkte Zusammenspiel zum Risiko für Radler geworden.
Das Tempolimit von 60 km/h für grosse LKW wird oft nicht beachtet und eine Ausweichroute ist für die nächsten Jahren nicht wirklich erkennbar.
Auch wenn ein räumlich getrennt verlaufender Radweg wünschenswert wäre, so würde bei genauerer Betrachtung vielleicht doch eine gemeinsame Nutzung des verbreiteten Gehwegs eine Entschärfen bringen.
Die Fahrbahnbreite jedenfals bietet mit oft fast 8 Metern einigen Spielraum.
Jedoch der politische Wille scheint zu fehlen.

Thomas Wirth, 05.03.2026, 08:51 Uhr
3

Mal eben einfach eine durchgehende Verbindung von Becke nach Rodt zu schaffen, ist wohl nicht so schnell möglich. Und klar, ein „Schutzstreifen“ oder baulich nicht getrennter Radfahrstreifen ist auch nicht angemessen. Aber auf dieser Strecke alles so zu belassen mit dem Verweis darauf, dass man ja in Zukunft über Windhagen fahren kann, ist absurd. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es aktuell dort für Radfahrer*innen sehr gefährlich ist. Auf der Strecke ist teilweise Tempo 100 erlaubt, obwohl es keine eigenen Wege für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen gibt. Dort Rad zu fahren fühlt sich an, als befinde man sich auf einer Landebahn, auf der die Autos neben einem gleich abheben. So kann es nicht bleiben!

Chris, 05.03.2026, 09:32 Uhr
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