HANDBALL
Sieg im Siebenmeterwerfen: Canisius „hext“ Oberwiehl sensationell ins Endspiel
Oberberg – Während der HC Gelpe/Strombach gegen die HBD Löwen Oberberg seiner Favoritenrolle im Halbfinale des BSP-Cups gerecht wird, verliert Nümbrecht überraschend das Südkreisderby gegen Oberwiehl.
Mit diesem Endspiel im BSP-Cup hatte wohl niemand gerechnet. Nachdem das oberbergische Vorbereitungsturnier in den vergangenen Jahren vom HC Gelpe/Strombach und dem SSV Nümbrecht dominiert wurde, zog am Freitagabend vollkommen überraschend der CVJM Oberwiehl ins Endspiel ein. Der Verbandsligist bezwang den Regionalligaabsteiger SSV Nümbrecht im Siebenmeterwerfen, nachdem es nach 40 Minuten 18:18 gestanden hatte. Held des Abends war Torhüter Daniel Canisius, der nach zahlreichen Paraden im Spiel auch im Siebenmeterwerfen drei Bälle parierte. Gegner wird am Samstagabend (20 Uhr) in Wiehl der HC Gelpe/Strombach, der seine Aufgabe gegen die HBD Löwen Oberberg weitgehend souverän erfüllte. Das Spiel um Platz drei findet um 16:15 Uhr statt.
CVJM Oberwiehl – SSV Nümbrecht 21:20 (18:18, 11:6) nach Siebenmeterwerfen.
[SSV-Shooter Dominik Donath tat sich schwer gegen Oberwiehls Deckung.]
Nicht wenige Zuschauer rieben sich in der gut gefüllten Halle am Epelberg kurz nach dem Seitenwechsel verwundert die Augen, als der CVJM Oberwiehl gegen den klassenhöheren SSV Nümbrecht im Südkreisderby zum 12:6 (21.) traf. Nach ausgeglichenem Beginn zwang der Verbandsligist den Oberligisten nach dem 6:6 (14.) zu vielen falschen Entscheidungen und zog auch dank eines überragend aufgelegten Daniel Canisius zwischen den Pfosten peu à peu davon. „Wir haben uns gesteigert, spielen das überragend und erarbeiten uns klarste Chancen“, freute sich CVJM-Coach Christian Schüttenhelm über die stärkste Phase seines Teams. SSV-Trainer Manuel Seinsche haderte dagegen mit der schwachen Wurfquote seines Teams von unter 50 Prozent: „Das zieht sich schon durch die gesamte Vorbereitung.“
Doch Nümbrecht konterte und kam binnen Minuten zum 13:13-Ausgleich (29.). Die Schlussphase, in der die Führung mehrfach wechselte, war dann nichts für schwache Nerven. Daniel Rischikov traf neun Sekunden vor dem Ende zum 18:18-Ausgleich. Ohne Folgen blieb eine Fehlentscheidung der Schiedsrichter, die es im Anschluss verpassten, Dominik Donath nach einem Schrittfehler mit anschließenden Abstandsvergehen des Shooters die Rote Karte zu zeigen, wodurch Oberwiehl einen Siebenmeter hätte kriegen müssen. „Aber dafür haben die Zuschauer ein spannendes Siebenmeterwerfen bekommen“, meinte CVJM-Trainer Simon Oberbüscher nach dem Match.
Nachdem die ersten vier Schützen alle sicher verwandelt hatten, vernagelten Canisius und auch Tom Rydzewski ihren Kasten. Artur Gartung traf dann als fünfter CVJM-Werfer zum 21:20 und Canisius parierte gegen Niklas Witthaut auch den dritten Strafwurf in Folge und verschwand anschließend unter einer Jubeltraube. „Daniel hält überragend und war bester Spieler. Jetzt freuen wir uns aufs Finale“, so Schüttenhelm. Seinsche zeigte sich als fairer Verlierer: „Glückwunsch an Oberwiehl. Wir kommen viel besser aus der Pause, schaffen es aber nicht, den Bock umzustoßen. Es ist einfach so, dass wir uns noch finden müssen.“
Oberwiehl: Frederik Schneider (4), Dario Barth (4/1), Daniel Rischikov, Johannes Schneevogt (je 3), Moritz Madel, Arthur Gartung (je 2/1), Phil Nückel, Jan Philipp Strässer, Julian Klein (je 1).
Nümbrecht: Paul Borisch (5/3), Niklas Witthaut, Lucas Hemker (je 3), Mats Weber (3/1), Fabian Benger, Marcel Miebach (je 2), Dominik Donath (1), Tim Seiffarth (1/1).
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[Johannes Schneevogt wird von Paul Roth gestoppt.]
HBD Löwen Oberberg – HC Gelpe/Strombach 15:24 (7:14).
Deutlich weniger Spannung als im ersten Halbfinale kam im Duell zwischen Gelpe/Strombach und den HBD Löwen Oberberg auf. Nach ausgeglichener Anfangsphase bis zum 5:5 (11.) nutzte der Regionalligist einige Zeitstrafen aus, um davonzuziehen. Nach dem 6:7 (13.) erzielte das Greißner-Team fünf Tore in Folge und hatte schon zur Pause für eine Vorentscheidung gesorgt. „Wir haben zehn Minuten gebraucht, um in unseren Rhythmus zu kommen, was gegen einen Gegner, der lange Angriffe gefahren hat, aber auch nicht so einfach war. Die Deckung war dann stabil, wir konnten kontern und zehren dann von unserer Führung“, meinte der HC-Coach.
Nach dem Seitenwechsel experimentierte Gelpe/Strombach viel, behielt über 13:17 (28.) und 14:21 (35.) aber jederzeit die Oberhand und gewann standesgemäß. „Es war eine hektische und durch die Experimente nicht wirklich schöne zweite Halbzeit“, meinte Greißner, der erstmals Neuzugang Julien Kuebler einsetzen konnte. Sorgen macht man sich im HC-Lager dagegen um den zweiten Neuzugang Moritz Riedel, der schon nach dem ersten Angriff mit einer Handverletzung vom Feld musste. Löwen-Coach Marijan Basic erkannte die Überlegenheit des Stadtrivalen neidlos an: „Sie waren wesentlich besser als wir. Wir konnten ein paar Sachen ausprobieren, sind aber noch in der Findungsphase. Phasenweise war das schon gut, wir haben gekämpft.“
HBD Löwen: Tobias Weiler (6/2), Lars Rostalski (3), Ben Bening, Anthony Hudak-Domokos (je 2), Till Malek, Tobias Mlynczak (je 1).
Gelpe/Strombach: Felix Maier (6/4), Arvid Pötz (5), Mats Liebe, Lukas Altjohann (je 3), Konstantin Kasch, Felix Soldanski, Julien Kuebler (je 2), Tobias Müller (1).
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