HANDBALL
Dujshebaev gegen Dujshebaev: Bruder-Duell in Gummersbach
Gummersbach – Ob es am Samstag zwischen dem VfL und der MT Melsungen wirklich zum Aufeinandertreffen der beiden Brüder kommt, entscheidet sich kurzfristig – Auch zu Tom Kiesler gibt es ein Update – 'RPP - Ambulantes Therapie- und Reha-Zentrum' und AggerEnergie präsentieren die Berichterstattung über den VfL Gummersbach.
Von Peter Notbohm
VfL Gummersbach – MT Melsungen (Samstag, 20 Uhr).
Drittes Spiel in sechs Tagen für die Handballer des VfL Gummersbach. An diesem Rhythmus findet VfL-Chefcoach Gudjon Valur Sigurdsson trotz der aktuellen Verletzungsproblematik durchaus Gefallen. Mit der MT Melsungen empfängt der oberbergische Altmeister am Samstag nach dem SC Magdeburg zum Saisonauftakt bereits den zweiten Champions League-Vertreter in der SCHWALBE arena. Besondere Brisanz erhält das Spiel zudem durch das mögliche Bruder-Duell der beiden Dujshebaev-Brüder, die im Sommer nach Deutschland gewechselt sind (Der VfL Gummersbach veröffentlichte am Freitag ein Kurzinterview der beiden). Ob es dazu kommt, ist allerdings noch fraglich, da VfL-Neuzugang Alex Dujshebaev noch an muskulären Problemen im rechten Oberschenkel laboriert.
Man schaue beim Spanier - genau wie bei Teitur Einarsson (Zerrung der vorderen Nackenmuskulatur) – weiter von Tag zu Tag. „Ich weiß noch nicht, ob Alex spielen wird. Es sind noch zwei Tage bis zum Spiel“, sagte Sigurdsson am Donnerstag. Ein Update gab es vom Isländer zumindest zur Verletzung von Tom Kiesler, der sich im Training einen Außenbandriss im Knie zugezogen hat. Man rechne mit einer Ausfallzeit von vier bis zu acht Wochen beim Abwehrspezialisten, der nicht operiert werden muss. Genau könne man das aber erst abschätzen, wenn er wieder mit der Aufbelastung in etwa zweieinhalb Wochen beginnen wird. Nationaltrainer Alfred Gislason hatte gestern bei DYN nach einem Telefonat mit Sigurdsson bekundet, dass die WM 2027 im Januar aus seiner Sicht für den Gummersbacher nicht in Gefahr sei.
Positiv blickt Sigurdsson indessen auf den ersten Saisonsieg am Mittwoch bei den Rhein-Neckar Löwen in Mannheim zurück. Der VfL-Coach sah „eine Bombenabwehr mit einem sehr starken Bertram Obling dahinter“. Vor allem die beiden torgefährlichen Spielmacher Dani Baijens und Haukur Thrastarson habe man gut im Griff gehabt. Zusätzlich gefiel dem Isländer das gute Rückzugsverhalten seiner Mannschaft, wodurch man kaum schnelle Gegentore kassiert habe – auch im Sieben gegen Sechs. Wie schon gegen Magdeburg habe das Team eine sehr konstante Leistung abgeliefert, „mit der ich sehr zufrieden war“.
Die Defensive sieht Sigurdsson auch am Samstag gegen die MT Melsungen als Schlüssel zum Erfolg. „Wir müssen über unsere Abwehr wieder in einen Flow kommen“, sagt er. Die Gäste glaubt er durch ihre Sommer-Neuzugänge noch besser aufgestellt als in der Vorsaison, als die Hessen die European League gewannen und sich darüber für die Champions League qualifizierten. Neben Daniel Dusjebaev (Kielce) kamen Luca Sigrist (Kriens-Luzern), Dariel Garcia (Bidasoa Irun) und Johannes Golla (Flensburg-Handewitt).
„Das ist eine physisch unglaublich starke Mannschaft“, spricht Sigurdsson von unendlich vielen Varianten, die Melsungen defensiv stellen könne. Aber auch offensiv bringen die Hessen viel Qualität mit. Dainis Kristopans gehört für den Isländer zu den besten Handballern der Welt, der mit seiner Körpergröße von 2,15 Meter nur schwer zu verteidigen ist. Das krasse Gegenteil dazu ist Mittelmann Erik Balenciaga, der mit seinen 1,69 Meter sehr schnell und wendig ist.
„Dazu haben sie mit Stefansson, Sigrist und Mensing sehr torgefährliche Spieler und streuen immer wieder den siebten Feldspieler mit vielen verschiedenen Varianten ein“, so der VfL-Coach. „Sie machen kaum Fehler, spielen ihr Ding, wissen genau, was sie können und machen das konstant 60 Minuten lang.“ Zum Ligaauftakt verlor die Mannschaft von Roberto Garcia Parrondo mit 31:33 bei den Füchsen Berlin, am 2. Spieltag fegten die Hessen dann mit 31:18 über FRISCH AUF! Göppingen hinweg.
Zum Faktor soll am Samstag auch erneut die SCHWALBE arena werden. „Man hat gegen Magdeburg gemerkt, wie gut es tut, unsere Fans hinter uns zu haben. Hier gibt es immer wieder Minuten, wo man denkt, der Gegner hat keine Chance“, so Sigurdsson. Terminiert wurde inzwischen auch das Zweitrundenduell im DHB-Pokal beim Dessau-Rosslauer HV. Gummersbach spielt am 23. September, 19 Uhr, beim ostdeutschen Zweitligisten.
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