HANDBALL
European League: Gummersbach steht in Logroño unter Druck
Gummersbach – Wollen die VfL-Handballer nicht vorzeitig die Tabellenspitze aus dem Blick verlieren, müssen sie in Spanien punkten - 'RPP - Ambulantes Therapie- und Reha-Zentrum' und AggerEnergie präsentieren die Berichterstattung über den VfL Gummersbach.
Von Peter Notbohm
Dicorpebal Logroño La Rioja – VfL Gummersbach (Dienstag, 20:45 Uhr).
Schon am zweiten Spieltag der Gruppenphase in der European League stehen Gummersbachs Handballer unter Zugzwang. Die 34:38-Auftaktniederlage gegen PGE Wybrzeża Gdańsk vergangene Woche war nicht eingeplant. In Spanien muss das Team von Cheftrainer Gudjon Valur Sigurdsson nun dringend punkten, um nicht frühzeitig die Tabellenspitze aus dem Blick zu verlieren.
Mit Logroño muss Gummersbach zum mutmaßlich stärksten Gegner in Gruppe G. Die Spanier wurden vergangene Saison Vizemeister hinter dem FC Barcelona und spielten damit ihre beste Saison seit fast einem Jahrzehnt. Hierdurch qualifizierten sie sich zum dritten Mal in ihrer Vereinshistorie für die European League. „Nach der Niederlage gegen Gdańsk müssen wir jetzt noch motivierter und mit viel Hunger ins Spiel gehen. Wir wissen, dass es keine einfache Gruppe ist und wollen daher unbedingt die zwei Punkte in Logroño holen“, sagt Gummersbachs spanischer Neuzugang Igancio Biosca vor dem Match im Palacio de los Deportes de La Rioja.
Wie wichtig ein Sieg in Nordspanien wäre, zeigt auch ein Blick auf den neuen Modus in der European League. Anders als vor zwei Jahren wartet nach der Gruppenphase (29. September bis 2. Dezember) keine Hauptrunde mehr. Stattdessen geht es nach der Erweiterung der Champions League auf 24 Teams in der European League im angepassten Spielsystem sofort in den Playoffs (9. Februar bis 2. März) weiter.
Hier stoßen die sechs Gruppendritten und sechs Gruppenvierten aus der Königsklasse zum Wettbewerb hinzu. Dabei kommen die acht Gruppensieger der European League mit den Gruppendritten der Champions League in einen Lostopf und genießen im Rückspiel der Playoffs Heimrecht. Als Gegner warten ein Gruppenzweiter der European League oder ein Gruppenvierter aus der Champions League.
Logroño, für das VfL-Neuzugang Alex Dujshebaev von 2010 bis 2012 auflief, liegt in der spanischen Liga ASOBAL nach vier Spieltagen mit 6:2 Punkten auf Rang sechs. Nach einer deftigen 32:48-Packung gegen Meister Barcelona am ersten Spieltag meisterte das Team von Trainer Miguel Angel Velasco Encinas, der die Mannschaft seit 2018 trainiert, die drei weiteren Aufgaben souverän. Auch in der European League gaben sich die Spanier zum Auftakt beim 31:24-Auftaktsieg gegen HC Eurofarm Pelister in Mazedonien keine Blöße. Dabei hat sich das Gesicht des Kaders im Sommer stark verändert: Mit David Cadarso, Andrej Pergel, Eugen Josip Zaja und Luis Juárez verließen mehrere Leistungsträger den Verein. Demgegenüber stehen sechs Neuzugänge, darunter der Argentinier Martin Jung und der Japaner Tomoki Ishida.
„Das ist eine sehr gut organisierte Mannschaft, die sehr diszipliniert spielt und eine aggressive, bewegliche Abwehr hat“, warnt Sigurdsson. Um sich darauf speziell vorzubereiten, sei der zusätzliche Trainingstag, den die Gummersbacher dadurch gewonnen haben, dass sie nach dem Spiel in Kiel von Hamburg am Sonntag direkt nach Bilbao geflogen sind, umso wichtiger, meint der Isländer.
Bei der Analyse hat er ein sehr variables Team gesehen: „Es macht Spaß dieses Spiel vorzubereiten, weil vieles auf uns zukommt.“ Seine Mannschaft müsse sich auf viele Kreuzungen, noch mehr Eins-gegen-Eins-Duelle, viele Nachläufer und aktive Sperren von einem „der besten spanischen Kreisläufer“ einstellen. „Dazu erwarten uns aktive Halbe in einer aggressiven 6:0-Deckung, die auch auf eine 5:1 splitten kann. Ein bisschen von allem. Da müssen wir hellwach sein“, so Sigurdsson.
Personell dürfte Gummersbach aus dem Vollen schöpfen können. Bei der umkämpften 26:29-Niederlage in Kiel waren Tom Kiesler und Kay Smits in den Kader zurückgekehrt. Dadurch musste mit Lukas Blohme erstmals diese Saison ein Spieler auf der Tribüne Platz nehmen. Biosca ist überzeugt, dass die VfL-Handballer trotz der Niederlage in Kiel Selbstvertrauen gesammelt haben: „Wir haben dort gezeigt, dass wir viel besser spielen können als gegen Gdańsk. Wenn wir so spielen wie in Kiel und unsere Fehler noch etwas minimieren, bin ich davon überzeugt, dass wir solche Spiele in Zukunft gewinnen.“
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