HANDBALL
Zwölf torlose Minuten: VfL verzweifelt an Lasse Ludwig
Gummersbach - Nach gutem Start kassiert Gummersbach einen 0:8-Lauf und rennt dem Rückstand bei den Füchsen Berlin bis zum Schluss hinterher - 'RPP - Ambulantes Therapie- und Reha-Zentrum' und AggerEnergie präsentieren die Berichterstattung über den VfL Gummersbach.
Von Peter Notbohm
Füchse Berlin - VfL Gummersbach 33:28 (16:13).
Der Berliner Fuchsbau ist weiter keine Reise wert für die Handballer des VfL Gummersbach. Das Team von Gudjon Valur Sigurdsson unterlag den Füchsen Berlin am Sonntagabend am 4. Spieltag der Handball-Bundesliga (HBL) mit 28:33. Dabei verzweifelten die VfL-Handballer reihenweise an Berlins Keeper Lasse Ludwig, der mit 15 Paraden (Quote: 35 Prozent) glänzte. Besonders bemerkenswert: Die Gummersbacher hatten bis zum 3:5 (8.) eigentlich gut ins Spiel gefunden, blieben anschließend aber zwölf Minuten lang torlos, weil Ludwig seinen Kasten vollkommen vernagelte.
Dem daraus resultierenden 5:11-Rückstand liefen die Oberberger bis zum Schluss hinterher. Es war einer dieser Tage, an dem die Gummersbacher wohl noch bis zum nächsten Morgen hätten spielen können und das Spiel trotzdem niemals gekippt wäre. Dabei hatte der Vizemeister eigentlich noch die Reisestrapazen vom Champions League-Spiel in Belgrad am Donnerstagabend in den Knochen, während Gummersbach sich eine Woche lang auf das Match vorbereiten konnte.
Auch VfL-Rechtsaußen Lukas Blohme sah am DYN-Mikrofon in der mangelnden Chancenverwertung den Hauptgrund für die Niederlage: „Es ist unfassbar schwierig, wenn man sich die Chancen herausspielt, sie aber nicht nutzt. Wir sind immer wieder an Lasse gescheitert. Er hat viele Freie gehalten. Das müssen wir aufarbeiten. Die Chancen waren da, wir haben sie liegen lassen.“
Gummersbach musste in der Hauptstadt neben den Verletzten Teitur Einarsson und Tom Kiesler auch auf Rechtsaußen Mathis Häseler verzichten. Der Nationalspieler hatte sich mit einer Fußverletzung abgemeldet. Zudem war Neuzugang Alex Dujshebaev nur angeschlagen mitgereist. Gummersbach begann trotzdem furios und erspielte sich eine erste Führung. Dann aber begann die große Ludwig-Show, dem sechs Paraden in Folge gelangen, während Berlins Offensive vor allem die linke Abwehrseite der Gummersbacher immer wieder als Schwachpunkt ausgemacht hatte. Welthandballer Mathias Gidsel vernaschte die VfL-Abwehr reihenweise.
Auch eine Auszeit Sigurdsson, in der er beim 8:5 (12.) für die Hausherren mehr taktische Diszplin von seinen Spielern einforderte, verpuffte völlig. Der Isländer probierte viel und brachte wechselnde Formationen. Aber erst Miro Schluroff, der gegen Berlin sein 500. Bundesligator erzielte, beendete beim 11:6 (20.) die zwölfminütige Durststrecke. Knapp drei Minuten später kam es zu einer Premiere: Alex Dujshebaev erzielte sein erstes Bundesligator. Der Spanier sollte vor allem in der Schlussphase noch einige Tore nachlegen und wurde mit sechs Toren gefährlichster VfL-Werfer der Partie.
Dass der VfL anschließend wieder ins Spiel fand, lag auch an der Einwechslung von Bertram Obling (11 Paraden, Quote: 33 Prozent), der nach 17 Minuten für den glücklosen Ignacio Biosca (1 Parade, Quote: 8 Prozent) zwischen die Pfosten gerückt war. Berlin überdrehte nun bis zur Pause ein wenig und Obling trug seinen Teil dazu bei, dass die Oberberger über 13:7 (24.) zum 14:11 (28.) verkürzten und nur mit einem schmeichelhaften 13:16-Rückstand in die Pause gehen mussten.
Nach dem Seitenwechsel erhöhten Gidsel (9 Tore) und Tobias Grondahl aber sofort wieder zum 18:13 (32.). Ein Rückstand, dem Gummersbach fortan ständig hinterherrannte. Über 21:16 (38.) und 24:19 (46.) verteidigte Berlin die Fünf-Tore-Führung zunächst konsequent. Erst als Gummersbach endlich auch in sein bis dahin kaum eine Rolle spielendes Kreisläuferspiel fand, konnten die Gäste, die sich auch durch Zeitstrafen immer wieder schwächten, verkürzen. Über 25:22 (50.), 29:24 (55.) und 31:28 (58.) ließ Berlin die Oberberger zwar am Leben, aber nie auf zwei Tore herankommen. Spätestens als dann Hakun West av Teigum 90 Sekunden vor dem Ende zum 32:28 traf und Blohme im Gegenzug an Ludwig scheiterte, war die zweite VfL-Saisonniederlage perfekt. Das Sigurdsson-Team ist nach dem harten Auftaktprogramm zum Saisonstart nun Elfter mit 3:5 Punkten.
„Es war ein sehr hart umkämpftes Spiel und Berlin ist auch keine ganz schlechte Mannschaft. Aber keine Frage, wir müssen auf uns gucken. Wir kriegen einen 8:0-Lauf. Das darf uns nicht passieren. Am Ende kämpfen wir wie die Schweine, kommen immer wieder ran, schaffen es aber auch nie, den Bock umzustoßen“, so Blohme. Für den VfL geht es in der HBL am kommenden Sonntag weiter. Dann steht um 16:30 Uhr das Auswärtsspiel bei der HSG Wetzlar auf dem Programm.
Berlin: Mathias Gidsel (9), Tim Freihöfer (9/5), Hakun West av Teigum (6), Matthes Langhoff (4), Tobias Grondahl (3), Aymeric Zaepfel, Mijajlo Marcenic (je 1).
Gummersbach: Alex Dujshebaev (6), Miro Schluroff (5), Nikola Roganovic (5/1), Lukas Blohme, Kristjan Horzen (je 3), Tilen Kodrin, Kay Smits, Ellidi Vidarsson (je 2).
Zeitstrafen
6:12 Minuten (Marsenic, Pichiri, Langhoff - 2x Roganovic, 2x Vidarsson, Dujshebaev, Horzen).
Siebenmeter
5/5 – 1/2 (Roganovic scheitert an Ludwig).
Schiedsrichter
Jannik Otto/Raphael Piper.
Zuschauer
8.201.
![]()
KOMMENTARE
Jeder Nutzer dieser Kommentar-Funktion darf seine Meinung frei äußern, solange er niemanden beleidigt oder beschimpft. Sachlichkeit ist das Gebot. Wenn Sie auf Meinungen treffen, die Ihren Ansichten nicht entsprechen, sehen Sie von persönlichen Angriffen ab. Die Einstellung folgender Inhalte ist nicht zulässig: Inhalte, die vorsätzlich unsachlich oder unwahr sind, Urheberrechte oder sonstige Rechte Dritter verletzen oder verletzen könnten, pornographische, sittenwidrige oder sonstige anstößige Elemente sowie Beschimpfungen, Beleidigungen, die illegale und ethisch-moralisch problematische Inhalte enthalten, Jugendliche gefährden, beeinträchtigen oder nachhaltig schädigen könnten, strafbarer oder verleumderischer Art sind, verfassungsfeindlich oder extremistisch sind oder von verbotenen Gruppierungen stammen.Links zu fremden Internetseiten werden nicht veröffentlicht. Die Verantwortung für die eingestellten Inhalte sowie mögliche Konsequenzen tragen die User bzw. deren gesetzliche Vertreter selbst. OA kann nicht für den Inhalt der jeweiligen Beiträge verantwortlich gemacht werden. Wir behalten uns vor, Beiträge zu kürzen oder nicht zu veröffentlichen.