HANDBALL
Gummersbach will Niederlagen-Serie gegen Angstgegner Lemgo beenden
Gummersbach – Nach der EM-Pause ist das Sigurdsson-Team noch ungeschlagen und will das auch bleiben– Gegner Lemgo spielt diese um die Champions League-Plätze mit - 'RPP - Ambulantes Therapie- und Reha-Zentrum' und AggerEnergie präsentieren die Berichterstattung über den VfL Gummersbach.
Von Peter Notbohm
VfL Gummersbach – TBV Lemgo-Lippe (Donnerstag, 19 Uhr, SCHWALBE arena).
Mit dem Begriff „Angstgegner“ kann Gummersbachs Chefcoach Gudjon Valur Sigurdsson nicht viel anfangen. Im Isländischen gebe es dafür nicht einmal ein konkretes Wort, sagt er vor dem Bundesliga-Knaller gegen den TBV Lemgo-Lippe. Viermal in Folge – dreimal in der Liga und einmal im Pokal-Viertelfinale – gingen die Oberberger zuletzt leer aus, weshalb sich die Ostwestfalen den Ruf des Angstgegners erarbeitet haben. Sigurdsson formuliert es anders: „Lemgo hat in den letzten Spielen unsere Nummer gehabt. Aber wir gehen nicht mit Angst, sondern mit Respekt in dieses Spiel.“ Schließlich fange jedes Spiel bei 0:0 an, sagt er.
Spricht er über die bisherige Saison von Lemgo, gerät der Isländer geradezu ins Schwärmen. Für ihn sind die Ostwestfalen neben Magdeburg bislang das Team der Saison. „Das ist eine hervorragende Mannschaft, die mit einer Leichtigkeit, einem Selbstbewusstsein und einer Sicherheit spielt, die einfach begeistert“, meint der Isländer. Vater des Erfolges ist Lemgo-Urgestein Florian Kehrmann, der sich seit 2014 einen starken Kader geformt hat, der als Tabellenvierter aktuell sogar um die Champions League-Qualifikation mitspielt.
Auf dem Spielfeld geben Shooter Niels Versteijnen (138 Tore) und Spielmacher Tim Suton (134 Tore) den Takt vor. Dazu haben die Gäste mit dem österreichischen Nationalkeeper Constantin Möstl einen der stärksten Torhüter der Liga in ihren Reihen (176 Paraden/Quote: 30 Prozent). Aktuell wird Lemgo mit 34:12 Punkten in der Tabelle geführt. Allerdings bekommen die Rhein-Neckar Löwen ihren 32:30-Sieg gegen Lemgo wegen eines Verstoßes gegen die HBL-Regularien wohl noch aberkannt. Bei Adam Josza (17) fehlte die unterschriebene Anti-Doping-Schiedsvereinbarung, die seit 1. Januar gültig ist. Der Löwen-Nachwuchsspieler kam nicht zum Einsatz und stand nur auf dem Spielberichtsbogen. Die Mannheimer kündigten bereits Protest an, sodass der Punktabzug noch nicht in die Tabelle eingeflossen ist.
Sigurdsson hat für die Diskussionen wenig Verständnis, spricht von einem Formfehler und formuliert klare Kritik: „Natürlich respektiere ich die Regeln, wofür auch jeder Verein verantwortlich ist. Aber ich frage mich, wie es mit der heutigen Technik möglich sein kann, dass das Spielsystem keine Fehlermeldung anzeigt, sobald wir unseren Code eingeben, dass dort ein Spieler im Protokoll auftaucht, der nicht legal ist.“ Das hätte jeden Verein treffen können (Anm.d.Red.: Auch in der 2. Liga gab es einen Verstoß und eine Spielwertung), sagt der Isländer und betont, dass seine Kritik absolut nichts mit Lemgo oder den Löwen zu tun habe.
Doch das sind im Gummersbacher Lager nur Nebengeräusche. Nach dem überragenden Auftritt in Kiel will die Mannschaft nun mehr. Das internationale Geschäft ist das klar formulierte Ziel. Von der Champions League zu träumen will Sigurdsson auch niemandem verbieten, will sich an den öffentlichen Diskussionen darum, die vor allem von DYN-Experte Stefan Kretzschmar geführt werden, aber nicht beteiligen. „Wir sind gut beraten auf dem Boden zu bleiben. Wir haben aktuell einen guten Lauf und spielen tollen Handball. Das darf gerne so weitergehen. Aber wir sind auch nur eine Niederlage davon entfernt, dass alles wieder kritisch gesehen wird“, sagt der Isländer.
Für das Match in der bereits ausverkauften SCHWALBE arena steht Sigurdsson der komplette Kader zur Verfügung.
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