HANDBALL
Spannung bis zur letzten Minute und Abschiedstränen: Gelpe/Strombach besiegt Nümbrecht beim Saisonfinale
Oberberg - Am letzten Regionalligaspieltag gewinnen die Handballerinnen des HC Gelpe/Strombach das Derby gegen den SSV Nümbrecht - Beim Abschied fließen Tränen.
Von Thomas Giesen
SSV Nümbrecht – HC Gelpe/Strombach 25:26 (11:15).
Beim letzten Aufeinandertreffen der Regionalligaspielzeit haben es die beiden Lokalkonkurrenten noch einmal richtig krachen lassen und lieferten sich einen spannenden Schlagabtausch bis in die Schlusssekunden. Am Ende reichte den Gästen ein Tor, um sich für die Hinrundenniederlage in eigener Halle zu revanchieren. „Zunächst mal sind wir froh, dass wir das Derby für uns entscheiden konnten, auch wenn es knapp war. Ein knappes Spiel kann immer in beide Richtungen ausgehen, aber ich glaube, dass es ein verdienter Sieg war. Wir waren dann doch das Stück besser als Nümbrecht heute und deshalb geht der Sieg für mich so in Ordnung“, zog Gelpe/Strombachs Trainer David Hoffmann ein positives Fazit.
In den ersten Minuten der Begegnung bewegten sich die Teams noch auf Augenhöhe. 5:5 stand es nach acht Minuten, dann gelang es dem HC, sich auf 8:5 abzusetzen (13.). Nümbrechts Trainerin Martina Duckart reagierte mit einer Auszeit und prompt robbte man sich auf 8:9 heran (18.). Die konsequent zupackende Abwehr der Gäste blieb aber ein Problem für den SSV. „Strombach war von Anfang an die dominierende Mannschaft. Vor allem in der ersten Halbzeit haben die wirklich jeden Fehler, den wir vorne gemacht haben, bestraft. Die haben ihr Umschaltspiel gut aufgezogen. Wir haben in der ersten Halbzeit im Angriff viel zu wenig Gas gegeben und sind nicht in die Tiefe gegangen. Wenn wir reingestoßen sind, wurden wir gleich zugemacht. Strombach hat sehr gut unser Kreisläuferspiel unterbunden und wir sind dann folgerichtig mit einem Rückstand in die Kabine gegangen“, fasste Duckart den ersten Durchgang zusammen.
![]()
[Gelpe/Strombachs Trainer David Hoffmann war mit dem Ausgang des Derbys zufrieden. Auf seine Equipe wartet jetzt nur noch das Kreispokalfinale gegen die HBD Löwen, ehe es ihn zur Zweitvertretung des Bundesligisten HSG Bensheim/Auerbach zieht.]
Als hoffnungslos empfand sie die Lage aber nicht: „Strombach hat schon in der ersten Halbzeit mehr Fehler gemacht, als man es erwartet. Die individuelle Klasse hat sich durchgesetzt. Aber man darf gegen die mit vier Toren hinten liegen und das habe ich der Mannschaft auch in der Pause gesagt“, erklärte Duckart, deren Equipe einen guten Start in den zweiten Durchgang erwischte und bis zur Mitte des Abschnitts auf 17:19 verkürzte (46.). Ihr Gegenüber ahnte bereits, dass es trotz der vier Tore Vorsprung noch einmal eng werden könnte: „Wir kommen gut ins Spiel und schaffen es in der ersten Halbzeit auch, uns abzusetzen. Es kam aber leider das Thema zum Tragen, das uns schon die gesamte Saison begleitet, nämlich, dass wir im Abschluss nicht konsequent genug und in unserem Angriff nicht konstant genug sind und versäumen es, vielleicht auf sechs oder sieben Tore wegzugehen. Wir gehen mit einer Führung in die Pause, aber es zieht sich in der zweiten Halbzeit so durch, dass wir immer wieder einfache Fehler machen und den Gegner damit zurück ins Spiel holen“, so Hoffmann.
[Laura Harscheid lieferte eine hundertprozentige Ausbeute vom Siebenmeterpunkt ab und traf dabei sieben Mal für den SSV Nümbrecht.]
Bis zur 52. Minute dauerte es, dann stellte Nümbrechts Laura Harscheid mit ihrem siebten Siebenmetertor den 21:22-Anschluss her und die Begegnung war wieder völlig offen. Mit dem 26:24 (59.) sorgte Gelpe/Strombachs Merle Schreibelmayer jedoch für den entscheidenden Schritt, den Gastgeber bis zur Schlusssirene auf Distanz zu halten. „Wir versäumen es, das Spiel frühzeitig auf unsere Seite zu ziehen und Nümbrecht hat nie aufgegeben. Sie haben uns alles abverlangt und dann ist es bis zum Schluss ein super enges Spiel, dass zum Glück dann für uns ausgeht. Mit der Deckungsleistung bin ich über das gesamte Spiel zufrieden, auch wenn noch einige Fehler dabei waren. Die Mannschaft hat Mentalität gezeigt und bewiesen, dass sie das Spiel unbedingt gewinnen will, um die Niederlage aus dem Hinspiel wettzumachen und hat alles reingeworfen. Als Trainer bin ich stolz darauf, dass sie den Sieg unbedingt wollten. Es war wichtig für mich, das letzte Spiel in der Liga nicht zu verlieren, sondern mit einem Erfolg aus der Regionalligasaison herauszugehen. Jetzt haben wir noch das Pokalspiel, dass wir natürlich auch noch gewinnen wollen. Das Selbstvertrauen nehmen wir mit“, blickte HC-Coach David Hoffmann auf die letzte Aufgabe gegen die HBD Löwen am 1. Mai, ehe er den Verein in Richtung HSG Bensheim/Auerbach verlässt, wo er unter anderem die Zweitvertretung des Bundesligisten übernimmt.
[Celine Blumberg steuerte sechs Tore zum Sieg des HC Gelpe/Strombach bei.]
„Wir haben uns reingekämpft und deshalb auch die zweite Hälfte gewonnen. Meiner Meinung nach hätten wir den Punkt auch verdient gehabt. Wir haben eine gute Abwehr gestellt mit guten Torhüterinnen und hatten die Chance, nochmal auszugleichen, haben das aber nicht geschafft und das ist total okay. Ich glaube, wir müssen uns überhaupt nicht verstecken. Wenn uns jemand vor der Saison gesagt hätte, wir werden Siebter, gewinnen ein Derby und verlieren das zweite nur mit einem Tor, dann hätten wir das sofort unterschrieben. In Nümbrecht hat niemand damit gerechnet, dass es am Ende so aussieht“, freute sich Martina Duckart über das Regionalligajahr. Einen Sieg hatte sie sich aber dennoch zum Ende ihrer acht Jahre währenden Trainertätigkeit in Nümbrecht gewünscht, war aber über das Ergebnis nicht allzu traurig.
![]()
[V.l: Jörg Weber (2. Vorsitzender), Martina Duckart, Mario Jatzke (1. Vorsitzender). Schon vor dem offiziellen Abschied flossen bei Martina Duckart die Tränen. Acht Jahre war die Nümbrechter Trainerin im Amt und verabschiedete sich nun mit dem Klassenerhalt in der Regionalliga.]
„Ja, wir haben mit einem verloren, aber wenn man bedenkt, mit welchen Ambitionen Gelpe/Strombach in die Saison gegangen ist und mit welchen wir, ist das Ergebnis Wahnsinn. Im ersten Moment war bei uns die Enttäuschung natürlich groß, aber zwei Minuten nach dem Abpfiff war das auch schon wieder vergessen. Das was wir erreichen wollten, haben wir erreicht. Wir sind auf Platz sieben der Abschlusstabelle. Das ist beeindruckend. Damit habe ich vor der Saison nicht gerechnet und meine Mädels auch nicht.“ Nach der Partie wurde es dann noch einmal richtig emotional. Schon vor der offiziellen Verabschiedung waren einige Tränen geflossen. „Das darf man sich auch zugestehen, das gehört dazu. Es war eine schöne Verabschiedung. Jetzt beginnt ein neues Kapitel, für meine Mannschaft und für mich. Ich kann nur sagen, dass es eine Ehre für mich war, diese Mannschaft zu trainieren. Eine Mannschaft, die als untrainierbar galt. Und ich würde sagen, die Mannschaft ist so trainierbar, wie sie nur sein kann. Man musste sich nur auf sie einlassen und ihre Art akzeptieren. Ich wünsche meinem Nachfolger nur das Beste und meiner Mannschaft noch mehr. Ich freue mich auf alles, was kommt.“
SSV Nümbrecht: Laura Harscheid (8/7), Lara Schmalenbach, Lotta Werthenbach (je 5), Pia Kirchner (4), Elena Seiffarth (2), Sandra Fischer (1).
HC Gelpe/Strombach: Celine Blumberg, Denise Szakacs (je 6), Desiree Horn (5), Kathleen Hertes, Merle Schreibelmayer (je 3), Meike Domnick (2), Victoria Viebahn (1).
KOMMENTARE
Jeder Nutzer dieser Kommentar-Funktion darf seine Meinung frei äußern, solange er niemanden beleidigt oder beschimpft. Sachlichkeit ist das Gebot. Wenn Sie auf Meinungen treffen, die Ihren Ansichten nicht entsprechen, sehen Sie von persönlichen Angriffen ab. Die Einstellung folgender Inhalte ist nicht zulässig: Inhalte, die vorsätzlich unsachlich oder unwahr sind, Urheberrechte oder sonstige Rechte Dritter verletzen oder verletzen könnten, pornographische, sittenwidrige oder sonstige anstößige Elemente sowie Beschimpfungen, Beleidigungen, die illegale und ethisch-moralisch problematische Inhalte enthalten, Jugendliche gefährden, beeinträchtigen oder nachhaltig schädigen könnten, strafbarer oder verleumderischer Art sind, verfassungsfeindlich oder extremistisch sind oder von verbotenen Gruppierungen stammen.Links zu fremden Internetseiten werden nicht veröffentlicht. Die Verantwortung für die eingestellten Inhalte sowie mögliche Konsequenzen tragen die User bzw. deren gesetzliche Vertreter selbst. OA kann nicht für den Inhalt der jeweiligen Beiträge verantwortlich gemacht werden. Wir behalten uns vor, Beiträge zu kürzen oder nicht zu veröffentlichen.

BILDERGALERIE