HANDBALL

Regionalliga-Debüt: Löwen erst bärenstark, dann fing der Kopf an zu arbeiten

pn, thg; 20.09.2026, 11:50 Uhr
Fotos: Erhard Kruppp ---- Mia Schneider und die HBD Löwen Oberberg holten bei ihrer Premiere in der Regionalliga einen Punkt in Lank.
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Regionalliga-Debüt: Löwen erst bärenstark, dann fing der Kopf an zu arbeiten

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pn, thg; 20.09.2026, 11:50 Uhr
Oberberg – Die HBD Löwen Oberberg verspielen in Lank eine komfortable Führung - Nümbrecht dominiert den Aufsteiger Überruhr - Gelpe/Strombach gibt vier Sekunden vor Schluss einen Punkt aus der Hand. (AKTUALISIERT)

TD Lank – HBD Löwen Oberberg 25:25 (10:12).

 

Der Ausgleich vier Sekunden vor dem Abpfiff fühlte sich wie ein Nackenschlag für die Regionalliga-Handballerinnen der HBD Löwen Oberberg an. Eigentlich hatte der Aufsteiger bei seinem Debüt in der vierten Liga ein hervorragendes Spiel abgeliefert, war 45 Minuten lang beim letztjährigen Tabellenvierten TD Lank die bessere Mannschaft und musste sich am Ende doch mit einem Punkt begnügen. Dennis Hermann suchte anschließend nach Antworten. „Als Aufsteiger einen Punkt in Lank zu holen, ist eigentlich nicht verkehrt, nach diesem Spielverlauf aber natürlich absolut bitter. Leider geben wir das Ruder in der Schlussviertelstunde aus der Hand“, so der Löwen-Coach.

 

[Jessica Mertens überzeugte mit starker Wurfquote von Rechtsaußen.]

 

In den Anfangsminuten war bei den Oberbergerinnen noch nichts von Nervosität zu spüren. Die Gäste spielten frech auf und gingen über 2:4 (11.) und 5:9 (21.) sofort in Führung. Einzig die nicht optimale Chancenverwertung verhinderte, dass zur Pause nicht mehr als eine 12:10-Führung auf der Anzeigentafel stand. „Wir haben ein gutes Tempo gespielt, waren geduldig im gebundenen Spiel und auch die Abwehr stand wirklich gut“, fand Hermann, dessen Team auch nach dem Seitenwechsel am Drücker blieb. Beim 14:20 (42.) träumten die Löwen schon von den ersten Auswärtspunkten in der neuen Liga. Doch Lank reagierte, spielte nun verschiedene Abwehrformationen und zerstörte den Flow der Gäste damit fast völlig.

 

Nach dem 18:21 (47.) trafen die Löwen zwar noch einmal zum 18:23 (49.), doch anschließend robbten sich die Gastgeberinnen peu à peu ran und profitierten bis zum 23:24 (55.) auch davon, dass die Oberbergerinnen nur einen ihrer fünf Siebenmeter nutzten. „Wir führen nach 40 Minuten mit sechs Toren, auswärts in der Regionalliga. Das war schon wirklich gut“, fand Hermann. „Aber dann hat bei uns der Kopf angefangen zu arbeiten.“ Vor allem Kathrin Näckel (9 Tore) bekam man gar nicht mehr in den Griff. Die Kreisläuferin erzielte auch den Ausgleich Sekunden vor dem Abpfiff der guten Schiedsrichter. „Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen, die Mädels haben alles gegeben. Man hat gesehen, dass wir eine gewisse Qualität haben. Das müssen wir mitnehmen. Vergangene Saison sind wir auswärts genauso gestartet. In der Regionalliga werden solche Schwächephasen einfach knallhart bestraft“, so Hermann, der Jessica Mertens und Lina Kuxdorf hervorhob. (pn)

 

HBD Löwen: Jessica Mertens, Lina Kuxdorf (je 6), Mia Schneider, Jessy Kuxdorf (je 4), Emma Brand (2), Leonie Wlodarek (2/1), Trishika Ketheeswarathas (1).

 

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HSV Überruhr – SSV Nümbrecht 18:29 (12:16).

 

Die Nümbrechterinnen konnten es gar nicht erwarten, in die Saison zu starten. „Wir haben uns sehr, sehr auf das erste Spiel gefreut und dass endlich die Saison losgeht. Das war schon in der ganzen Woche zu spüren“, berichtete SSV-Trainer Martin Mokris, für den es das erste Spiel mit einer Frauenmannschaft in der Regionalliga war. Die Vorfreude war dann auch auf dem Feld zu spüren. Allerdings dauerte es einige Zeit, bis die Nümbrechterinnen sich akklimatisiert hatten.

 

 

„Wir hatten in der Anfangsphase einige Probleme mit den Halbpositionen des Gegners, haben das aber dann schnell analysiert und ein bisschen was geändert im Rückzug und der Abwehrkonstellation. Ab der 20. Minute würde ich sagen, haben wir das Spiel dominiert“, erklärte Mokris. 10:10 hieß es nach 19 Minuten, dann setzten sich die Gäste ab. Über 14:10 (25.) ging es mit vier Toren Vorsprung in die Kabine. Nach dem Seitenwechsel taten sich die Gastgeberinnen, die ohne einen Minuspunkt den Aufstieg in die Regionalliga schafften, dann deutlich schwerer gegen die konsequente Deckung der Nümbrechterinnen.

 

„Wir haben durch eine stabile Abwehr, inklusive Torhüter, in der zweiten Halbzeit nur sechs Tore gekriegt. Das sagt viel aus. Vorne haben wir das ganze Spiel diszipliniert und variabel gespielt. Deswegen ist dieser erste Auswärtssieg hoch verdient und sehr wichtig für uns“, war Mokris begeistert vom ersten Auftritt seiner Equipe. Zur Mitte des zweiten Durchgangs war die Begegnung so gut wie entschieden. 24:15 führte der SSV, der die Partie locker herunterspielte. Am Ende sorgten gegen desillusionierte Gastgeberinnen drei Tore in Folge für das hohe Ergebnis. (thg)

 

Nümbrecht: Elena Seiffarth (8), Lara Schmalenbach (7/1), Lotta Werthenbach (3), Valentina Fink (3/3), Lara Deinert, Hannah Fassbender (je 2), Emily Hebekus, Isabel Schröder, Blanka Steinkamp (je 1).

 

 

HC Gelpe/Strombach – TV Aldekerk II 26:27 (14:13).

 

Den ersten Auftritt als Frauentrainer des HC Gelpe/Strombach hatte sich Maik Pallach ganz anders vorgestellt. Vier Sekunden vor der Schlusssirene leisteten sich die Gastgeberinnen einen technischen Fehler, Aldekerk lief den Gegenstoß und traf zum Sieg. „Das muss ich erstmal sacken lassen. Es ist eine sehr ärgerliche Niederlage. So nehmen wir nicht mal einen Punkt mit“, meinte der neue Coach. Das Ende passte allerdings zum Spielverlauf, mit dem Pallach überhaupt nicht zufrieden war.

 

„Insgesamt waren wir heute nicht gut. Man muss auch sagen, dass wir emotional heute überhaupt nicht bei der Sache waren. Da hat das Feuer gefehlt. Ich fand auch, dass wir nicht das umgesetzt haben, was wir besprochen haben. Vor allem, was das Angriffsspiel anging, über die zweite und dritte Welle noch mehr Druck zu machen und noch mehr zu laufen, weil wir auch viele Spielerinnen im Kader haben, die das können“, bilanzierte er. Dabei waren die Gäste keineswegs klar überlegen und schafften es, trotz bester Chancen nicht, sich zwischenzeitlich entscheidend abzusetzen. 8:6 (15.) führte der HC zur Mitte des ersten Durchgangs sah sich fünf Minuten später beim 9:11 aber zwei Tore hinten und ging schließlich mit einem Tor Vorsprung in die Pause.

 

 

Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Teams auf Augenhöhe. Bis in die Crunchtime gelang es keiner Mannschaft, sich auf mehr als zwei Tore abzusetzen. Erst in Minute 55 legten die Aldekerkerinnen mit 26:23 drei Tore vor, büßten den Abstand bis zur letzten Aktion aber wieder ein, ehe ein Fehler der Gastgeberinnen das Spiel entschied. Auch dieser Fehler war ein Spiegelbild der vorangegangenen Begegnung. 23 Fehlwürfe und 17 technische Fehler standen bei Pallach auf dem Notizblock. „Wir haben 40 Angriffe nicht erfolgreich abgeschlossen. Das war sehr ernüchternd. Dementsprechend ist natürlich auch die Stimmung bei mir nicht gut. Das muss ich ehrlich sagen. Jetzt kommen für uns noch große Herausforderungen mit den Derbys“, macht sich Pallach auf schwierige Wochen gefasst. Ein Sonderlob erhielt Torfrau Jule Steinbach. „Sie will ich herausheben, weil sie in ihrem ersten Viertligaspiel eine herausragende Leistung gezeigt hat.“ (thg)

 

Gelpe/Strombach: Merle Schreibelmayer (5), Kathleen Hertes, Mia Klose (je 4), Celine Blumberg (4/4), Marlin Keuper (3/2), Meike Domnick, Tea Burazor (je 2), Zoe Viebahn, Victoria Viebahn (je 1).

 

Ergebnisse und Tabelle

 

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