HANDBALL
„Bock umgestoßen“ - Seiffarth-Rot entscheidet das Derby
Oberberg – Dem HC Gelpe/Strombach gelingt im Derby gegen den SSV Nümbrecht der erste Saisonsieg – Steinbach mit 20 Paraden.
HC Gelpe/Strombach – SSV Nümbrecht 27:22 (11:8).
Die Erleichterung war bei den HC-Handballerinnen groß. Nach zwei Niederlagen zum Saisonauftakt gelang Gelpe/Strombach in der Regionalliga am Mittwochabend im Derby gegen den SSV Nümbrecht der erste Saisonsieg. „Ich bin froh, dass wir den Bock umgestoßen haben. Schwere Spiele gewinnt man in der Abwehr“, meinte HC-Trainer Maik Pallach unmittelbar nach dem Abpfiff. Auch Nümbrechts Coach Martin Mokris sprach von einem verdienten Sieg der Gastgeberinnen, war allerdings angesichts der desolaten Wurfquote seiner Mannschaft angesäuert: „Der HC war besser. Aber das, was wir von Außen haben liegen, war kein Regionalliganiveau!“ Für Nümbrecht war es nach einem Sieg und einem Unentschieden zum Auftakt die erste Niederlage.
[Elf Minuten vor dem Abpfiff sah Elena Seiffarth die Rote Karte. Ohne ihren Dreh- und Angelpunkt gelang den Südkreislerinnen in der Schlussphase nicht mehr viel.]
Zum Knackpunkt in der lange Zeit umkämpften Partie wurde die Rote Karte für Nümbrechts beste Torschützin Elena Seiffarth, die nach einem Gesichtstreffer gegen Merle Schreibelmayer elf Minuten vor dem Ende die dritte Zeitstrafe kassierte. Zwar erzielte Lara Schmalenbach anschließend in Unterzahl erstmals den Ausgleichstreffer zum 21:21 (50.), doch in der Schlussphase merkte man den Gästen das Fehlen ihrer wichtigsten Spielerin sowohl in der Abwehr als auch im Spielaufbau deutlich an. Durch einen Doppelschlag der starken Celine Blumberg sowie einen Treffer von Victoria Viebahn enteilte Gelpe/Strombach vorentscheidend zum 25:21 (54.) und ließ auch in den Schlussminuten nichts mehr anbrennen. Nümbrecht blieb fast neun Minuten lang ohne Tor.
[Nicht nur Lotta Werthenbach scheiterte mehrfach an der starken Jule Steinbach im HC-Tor.]
Schon in der Anfangsphase hatte Gelpe/Strombach den deutlich besseren Start erwischt. 4:0 (6.) hieß es, als Martin Mokris erstmals zur taktischen Nachbesprechung bat. Nach seiner Auszeit agierten die Südkreislerinnen konsequent mit dem siebten Feldspieler und kamen auch zum 4:3-Anschlusstreffer (14.). In der Folge vernagelte die überragende HC-Torhüterin Jule Steinbach (20 Paraden, Quote: 49 Prozent) ihren Kasten aber. Vor allem über Rechtsaußen scheiterte Nümbrecht mehrfach. Mokris zählte insgesamt zwölf Fehlwürfe über Außen. Hinzu kamen zwei Siebenmeter, die HC-Torhüterin Kea Wendel bis zur Pause parierte.
„Gelpe/Strombach hat alles in die Mitte gestellt. Wir haben uns unsere Chancen kreiert, aber alles liegen lassen“, ärgerte sich Mokris. Pallach lobte sein Team hingegen für eine starke Defensivleistung: „Wir haben ihnen ihr Kreisläuferspiel vollkommen weggenommen. Nümbrecht hat keine Lösungen gefunden. Dass es über 7:3 (15.) und 8:7 (25.) zur Pause trotzdem nur 11:8 stand, lag am unglaublichen Chancenwucher der Gastgeberinnen. Allein vier Empty Net-Würfe des HC fanden nicht ihr Ziel. Zusätzlich verwarf auch Kathleen Hertes einen Siebenmeter. „Eigentlich müssen wir zur Pause mit sechs oder sieben Toren führen“, meinte Pallach.
[Victoria Viebahn bezwingt in dieser Szene Anna Lena Meißner per Heber.]
Nach dem Seitenwechsel fanden die Gäste dann mehr Lösungen und trafen über Linksaußen nun auch endlich das Tor, sodass der Vorsprung von 15:12 (39.) auf 17:16 (42.) und 20:19 (45.) zusammenschmolz. „Den Verlust von Elena haben wir danach nicht kompensiert bekommen. Wir haben nur einen kleinen Kader. Wir können nicht nur mit dem Rückraum spielen, auch die Außen müssen funktionieren“, so Mokris. Pallach lobte neben Steinbach und Blumberg auch Desiree Horn, die bei ihrem Comeback die Deckung stabilisierte, blickte aber schon auf den nächsten Gegner: „Jetzt kommt mit Bonn das vermeintlich nächste Spitzenteam. Wir müssen gucken, wie unsere Verletzten die Woche verkraften und hoffen nach der Herbstpause endlich mal alle an Bord zu haben.“
Gelpe/Strombach: Celine Blumberg (6/1), Merle Schreibelmayer (5), Meike Domnick (4), Victoria Viebahn, Desiree Horn (je 3), Kathleen Hertes, Zoe Viebahn (je 2), Jule Steinbach, Greta Schmitz (je 1).
Nümbrecht: Elena Seiffarth (7), Laura Harscheid (5/4), Lotta Werthenbach (3), Hannah Fassbender, Jolana Barf (je 2), Lara Schmalenbach, Mathilda Baum, Valentina Fink (je 1).
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