HANDBALL
Löwinnen ringen Biefang in der Crunchtime nieder - Nümbrecht muss am Ende noch zittern
Oberberg - Die HBD Löwen besiegen den TV Biefang deutlich, setzen sich aber erst in der Schlussphase entscheidend ab - Der HC Gelpe/Strombach ist bei der TSV Bonn rrh. in allen Belangen unterlegen - Der SSV Nümbrecht gibt gegen Aldekerk fast den Sieg aus der Hand. (AKTUALISIERT)
Von Thomas Giesen
HBD Löwen Oberberg – TV Biefang 29:21 (11:10).
Die Löwinnen feiern den dritten Sieg in Folge. Allerdings schaffte es der Aufsteiger erst in der zweiten Halbzeit, sich abzusetzen und entschied die Begegnung erst in der Schlussphase deutlich für sich. „Das war nicht unser bestes Spiel. In der ersten Halbzeit haben wir extrem viele Fehler gemacht. Wir haben uns eigentlich vorgenommen, den Gegner übers Tempo zu kriegen. Aber wir waren in der ersten Halbzeit sehr unkonzentriert. Wir haben viele technische Fehler gemacht, teilweise so, wie wir in der letzten Saison gespielt haben“, war Löwen-Trainer Dennis Hermann mit der Leistung seiner Mannschaft im ersten Durchgang überhaupt nicht zufrieden.
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[Lina Kuxdorf war mit drei Treffern am Sieg der Löwinnen beteiligt.]
Bis kurz vor der Pausensirene bewegten sich die Kontrahentinnen auf Augenhöhe. In Minute 29 gelang es den Gastgeberinnen erstmals, sich auf drei Tore abzusetzen, wurden aber bis zum Gang in die Kabine wieder eingefangen und es ging mit einem Tor Vorsprung in den zweiten Durchgang. „Die Abwehr stand größtenteils doch sehr gut. Darüber sind wir in der zweiten Halbzeit dann auch zu Ballgewinnen gekommen und haben daraus teilweise auch einfache Tore geworfen“, sah Hermann immerhin die Deckung gut aufgestellt. Drei Tempogegenstöße in Folge brachten die Löwinnen mit 15:12 in Front und man hielt die Gäste anschließend auf Distanz. Beim Stand von 21:19 (49.) wurde es noch einmal knapp, dann brach der Widerstand der Oberhausenerinnen und die Spielgemeinschaft aus Bergneustadt und Derschlag setzte sich entscheidend auf 26:19 ab (57.).
[Melis Tokac gelangen drei Tore für die Löwinnen gegen den Turnverein Biefang.]
„Jessy Kuxdorf hat wieder zwölf Tore gemacht, aber das war dennoch eine mannschaftliche Leistung. Wir sind natürlich zufrieden, dass wir mit sieben Punkten dastehen und noch immer ohne Niederlage sind. Damit würden wir gerne weitermachen. Die Stimmung in der Mannschaft ist gut. Jetzt bereiten wir uns auf das Derby vor“, hatte Löwencoach Hermann bereits den anstehenden Lokalkampf am Freitagabend gegen den SSV Nümbrecht im Blick.
HBD Löwen: Jessy Kuxdorf (12/6), Mia Schneider (4), Lina Kuxdorf, Melis Tokac (je 3), Jessica Mertens (2), Sophie Angermann, Emma Brand, Sophie Selter, Lotta Becker, Trishika Ketheeswarathas (je 1).
SSV Nümbrecht – TV Aldekerk II 32:28 (14:9).
Die Nümbrechterinnen zeigten am Sonntagabend Nerven wie Drahtseile. Von der ersten Minute an hatten die Gastgeberinnen geführt, zwischenzeitlich sogar mehr als deutlich und gaben den sicher geglaubten Sieg doch beinahe noch aus den Händen. Eine Zeitstrafe wäre den Nümbrechterinnen fast noch zum Verhängnis geworden. Nötig war die Aufregung eigentlich nicht mehr, denn der SSV bestimmte von Beginn an das Geschehen auf dem Feld. „Wir haben nach langer Zeit mal wieder gut angefangen und haben 4:0 geführt. Es war wichtig, dass wir gut ins Spiel kommen. Wir haben in der ersten Halbzeit sehr gut in der Abwehr gespielt und mit der Leistung vorne war ich auch zufrieden“, kommentierte Nümbrechts Trainer Martin Mokris die erste Halbzeit, in der sich seine Mannschaft einen komfortablen Vorsprung erspielte.
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[Lange war die Begegnung der HBD Löwen gegen den TV Biefang ausgeglichen. Erst in der Crunchtime setzte sich der Aufsteiger deutlich ab.]
Nach dem 4:0 (8.) gab es zwar einen kleinen Knick und die Aldekerkerinnen kamen auf 5:4 heran (13), doch die Gastgeberinnen zogen auf 10:5 (20.) und nahmen den Vorsprung mit in die Kabine. Mit dem Treffer zum 19:12 (38.) schien das Team endgültig auf der Siegerstraße eingebogen zu sein, doch die jungen Gäste gaben sich nicht auf. „Wir wussten, dass Aldekerk Qualität hat und sie gute Außen haben. Wir haben die Mitte heute dicht gemacht, aber über Außen haben die alles getroffen. Manchmal ist das so“, nahm Mokris es hin, dass der TVA den Rückstand sukzessive abknabberte.
Die Zeitstrafe gegen Nümbrechts Mathilda Baum (53.) hätte das Nümbrechter Schiff dann beinahe zum Sinken gebracht. Aldekerk glich zum 25:25 aus (55.), doch es sollte nicht reichen. „Wir haben kühlen Kopf bewahrt als sie zum Unentschieden getroffen haben und weiterhin unser Spiel gespielt. 32 Tore haben wir schon lange nicht mehr geworfen. Deswegen bin ich mit der Leistung zufrieden. Wir haben es heute geschafft, die Breite zu machen, haben über linksaußen getroffen, über halblinks, über die Mitte, über den Kreis, aber auch über halbrechts. Das, was uns am Mittwoch gegen Gelpe/Strombach gefehlt hat, haben wir heute gezeigt“, erinnerte Mokris an die 22:27-Derbyniederlage und zeigte sich begeistert von der Lernbereitschaft seiner Equipe:
„Als Trainer kannst du dir nicht mehr wünschen, als dass Dinge, die du am Donnerstag ansprichst, am Sonntag gleich umgesetzt werden. Ich denke, es war ein gutes Spiel von beiden Mannschaften, mit dem erfolgreicheren Ende für uns. Für uns war es wichtig, die Punkte zu Hause zu holen.“
Nümbrecht: Lara Schmalenbach, Lotta Werthenbach (je 8), Emily Hebekus, Elena Seyffarth (je 4), Laura Harscheid (4/2), Zeynep Timurdas (3), Isabel Schröder (1).
TSV Bonn rrh. – HC Gelpe/Strombach 31:21 (14:8).
Für die Gelpe/Strombacherinnen war bei der TSV nichts zu holen. „Wir waren in allen Belangen unterlegen, das muss man so sagen. Bonn ist für die Liga eine echte Topmannschaft“, wollte HC-Trainer Maik Pallach nichts schönreden und hatte nur lobende Worte für die Gastgeberinnen über. „Die sind athletisch wirklich gut, haben torgefährliche Rückraumspielerinnen und ein gutes Tempospiel nach vorne“, meinte der Coach, dessen Team in den ersten Minuten noch mithalten konnte. 4:3 führten die Gäste nach zehn Minuten noch – es sollte die letzte bleiben.
Die Bonnerinnen wendeten das Blatt, trafen dreimal in Folge und zogen bis zur Pause auf sechs Tore weg. Auch nach dem Seitenwechsel ließen die Gastgeberinnen den Gegner nicht mehr in Schlagdistanz kommen. Desiree Horn verkürzte zwischenzeitlich auf fünf Tore (18:13, 39.), dann zog Bonn davon und lag in der Crunchtime 28:17 (56.) vorne. Vor allem an der Deckung der Gastgeberinnen biss sich der HCGS die Zähne aus. „Sie haben eine super 6:0-Abwehr gespielt und sie so aufgezogen, wo sie uns hin haben wollten. Wir haben es nicht geschafft unsere Ideen im Angriff nach vorne zu bringen“, erklärte Pallach, der ein kleines Zwischenfazit zog. Wegen des Rückzugs des TV Beyeröhde haben die Gelpe/Strombacherinnen am nächsten Wochenende spielfrei, dann beginnen die Herbstferien.
Die Niederlage gegen Aldekerk hat deutlich mehr wehgetan. Mit 4:4-Punkten hätte ich gesagt, aufgrund der Verletzungen nehme wir das mit. Jetzt gehen wir mit einer schlechten Leistung in die Pause. Nichtsdestotrotz werden wir uns nicht abschütteln lassen. Wir werden noch intensiver trainieren. Werden sicher, gerade, was das Angriffsspiel angeht, noch Ideen entwickeln wollen und dann hoffen wir, dass wir deutlich nach vorne kommen“, blickt Pallach in die Zukunft.
Gelpe/Strombach: Desiree Horn (4), Tea Burazor (4/2), Celine Blumberg (3/2), Mia Klose, Victoria Viebahn, Marlin Keuper, Greta Schmitz (je 2), Kathleen Schluroff, Merle Schreibelmayer (je 1).
KOMMENTARE
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Die Leistung der Löwen in allen Ehren, aber leider ist nach der Fusion Derschlag/Bergneustadt offensichtlich ein reiner Damenverein entstanden.
Bei den Männern geht gar nichts mehr, scheint auch keine Priorität mehr zu haben. Sehr schade! Waren schöne Zeiten, wo beide Vereine noch tolle Herrenteams hatten.
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