HANDBALL

Kein Sieger im Derby zwischen Löwen und Nümbrecht

pn; 17.10.2026, 00:15 Uhr
Fotos: Dietmar Scherbaum ---- Mia Schneider besorgte den 21:21-Endstand fünf Sekunden vor Schluss im Derby zwischen den Löwen und dem SSV Nümbrecht.
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Kein Sieger im Derby zwischen Löwen und Nümbrecht

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pn; 17.10.2026, 00:15 Uhr
Oberberg - Die Löwen liegen lange Zeit in Führung, müssen am Ende aber über einen Punkt sogar froh sein - Mia Schneider erzielt den Ausgleich Sekunden vor dem Ende.

HBD Löwen Oberberg – SSV Nümbrecht 21:21 (9:10).

 

Dieses Derby hatte keinen Sieger verdient. Nach einem 60-minütigen Abnutzungskampf auf beiden Seiten trennten sich die HBD Löwen Oberberg und der SSV Nümbrecht am Freitagabend in der Frauen-Regionalliga mit 21:21. Nachdem Mia Schneider fünf Sekunden vor dem Abpfiff den Ausgleich für die Gastgeberinnen erzielt hatte, landete der letzte Wurf von Lara Schmalenbach aus 14 Meter Entfernung nur noch in den Armen von Löwen-Torhüterin Jana Damm. Beide Teams bejubelten anschließend einen verdienten Punkt.

 

[Obwohl angeschlagen, waren Jessy Kuxdorf und ihre Schwester Lina einmal mehr die spielbestimmenden Akteure bei den Löwen.]

 

Dabei mussten sich aber vor allem die Löwen vorwerfen lassen, nicht schon früher für eine Vorentscheidung gesorgt zu haben. Über weite Strecken der zweiten Hälfte hatte das Team von Trainer Dennis Hermann geführt und war erst in der Schlussphase wieder in Rückstand geraten. Grund hierfür: die mangelnde Chancenverwertung. In einer umkämpften Partie geizten beide Mannschaften vor 300 Zuschauern in der gut gefüllten Burstenhalle nicht mit Fehlern und Fehlwürfen.

 

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„Nach dem Verlauf der zweiten Hälfte ist das heute ein verlorener Punkt. Sieht man aber nur die Schlussminuten war es für uns auch ein gewonnener Punkt“, meinte Hermann anschließend. Nümbrechts Coach Martin Mokris wollte sich auf solche Diskussionen gar nicht erst einlassen. Er war hochzufrieden mit dem Zähler: „Dieser Punkt kann Gold wert sein. Wir werden am Ende der Saison sehen, wie viele Teams hier überhaupt punkten. Die Löwen haben eine brutale Qualität im Rückraum.“ Hinter seinem Team lag eine schwierige Woche, in der die SSV-Handballerinnen aufgrund von Krankheiten und beruflichen Verpflichtungen fast gar nicht trainieren konnten. Lotta Werthenbach fiel für das Spiel komplett aus.

 

[Nümbrechts Trainer Martin Mokris ließ immer wieder verschiedene Abwehrsysteme spielen und brachte auch immer wieder den siebten Feldspieler.]

 

Von Anfang an entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe. Über 3:1 (7.), 3:4 (10.) und 7:7 (22.) gelang Emily Hebekus nach der Halbzeitsirene noch das 9:10 per direktem Freiwurf. Der zweite Durchgang begann mit einer spektakulären Doppelparade von Löwen-Torhüterin Jana Damm. Die Gastgeberinnen übernahmen zwar nun die Führung, das Spiel wurde auf beiden Seiten aber zunehmend zerfahrener und beide Teams ließen viele gute Chancen liegen. Für Unmut sorgten bei den Löwen auch die einseitige 0:7-Siebenmeterverteilung, was einige Löwen-Fans in der Schlussphase zu lauten „Schieberrufen“ in Richtung der Unparteiischen animierte.

 

Über 17:16 (48.) war es Lara Deinert, die zum 20:20 (55.) ausglich. Beinahe zur tragischen Figur wurde Melis Tokac, die die Löwen zwei Minuten vor Schluss wieder in Führung bringen konnte. Ihr strammer Wurf landete allerdings mitten im Gesicht von SSV-Torhüterin Anna Lena Meissner, die benommen zu Boden ging. Die Folge: Zeitstrafe für Tokac und im Gegenzug das 20:21 durch erneut Deinert. Mia Schneider behielt anschließend bei passivem Spiel aber die Nerven und traf aus der zweiten Reihe zum verdienten Remis.

 

[Nicht nur Laura Harscheid musste bei den Nümbrechterinnen durchspielen.]

 

„Nümbrecht hat uns heute unheimlich gefordert. Das war wie Schach. Mal sind sie auf unsere Halben rausgetreten, mal haben sie Manndeckung gespielt, mal sind sie im Zentrum rausgegangen. Wir kamen dadurch nie in unseren Flow“, meinte Löwen-Trainer Hermann. Mokris war derweil einfach nur stolz auf sein Team: „Meine Mädels haben alles investiert und sind unserem Matchplan brutal gefolgt. Was wir gezeigt haben, war nicht fehlerfrei, aber gerade in der zweiten Halbzeit haben wir guten Handball mit viel Herz gespielt.“

 

Die Löwen sind weiter ungeschlagen und gehen als Aufsteiger mit 8:2 Punkten in die Herbstpause. Hermann ist froh, dass besonders die beiden angeschlagenen Kuxdorf-Schwestern nun eine kleine Pause erhalten. „Wir gehen mit einem positiven Gefühl in die Herstpause. Wir merken, dass wir in dieser Liga richtig sind und mithalten können.“ Zufrieden ist auch Mokris, dessen Team mit 6:4 Punkten vorerst Vierter ist: „Wir hatten im Sommer einen brutalen Umbruch, hatten zehn Abgänge und zehn Neuzugänge, dazu ein komplett neues Spielsystem. Das braucht Zeit. Langsam zeigen sich aber Ergebnisse. Ich bin verdammt stolz auf die Mädels und wir werden weiter arbeiten.“

 

HBD Löwen: Jessy Kuxdorf (7), Lina Kuxdorf (6), Mia Schneider (3), Jessica Mertens, Melis Tokac (je 2), Sophie Angermann (1).

 

Nümbrecht: Laura Harscheid (5/3), Elena Seiffarth, Lara Schmalenbach, Emily Hebekus (je 3), Valentina Fink (3/2), Lara Deinert (2), Zeynep Timurdas, Mathilda Baum (je 1).

 

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