HANDBALL
Pokalkracher: Bei einem Finalisten hält sich die Vorfreude in Grenzen
Oberberg – Zwischen Abstiegskampf und Kreispokalfinaltag: Nümbrechts Handballer müssen mit ihren Kräften haushalten – Bei den Frauen wollen die Löwen Gelpe/Strombach ärgern – Marienheide/Müllenbach hofft im kleinen Kreispokal auf den Titel-Hattrick.
Für den Handballkreis Oberberg (HKO) ist es das Gipfeltreffen der Handballer Oberbergs. Am Tag der Arbeit, dem 1. Mai, findet seit 1999 traditionell der Kreispokalfinaltag statt. Und auch in diesem Jahr werden die drei Endspiele wieder zahlreiche Handballfans in die Halle locken. Zum dritten Mal hat der HKO das Endspiel nach Bergneustadt in die Burstenhalle vergeben, wo am Freitag sechs Teams um die Siegerpokal kämpfen.
„Der sportliche Anreiz des Pokals, die Vorstellung der besten Nachwuchsmannschaften, die Präsentation unserer Handball-Neuigkeiten und ein gutes Rahmenprogramm sind eine Kombination, wie sie besser nicht sein könnte“, sagt Oberbergs Handballchef Udo Kolpe, der auch in diesem Jahr wieder auf bis zu 600 Zuschauer und hochklassigen Handball hofft.
In dieser Saison gewinnt der Kreispokalfinaltag aber noch einmal zusätzlich an Brisanz. Denn: Im Endspiel um den großen Zunft Kölsch-Cup trifft um 18 Uhr nominell zwar der Regionalligist SSV Nümbrecht auf den Oberligisten HC Gelpe/Strombach II. Doch weil der HC im Viertelfinale seine Kader getauscht hat, versteckt sich hinter der HC-Reserve in Wahrheit das Regionalligateam von Daniel Rodriguez. Zusätzlich treffen beide Teams nur einen Tag später auch in der Liga aufeinander, wo Nümbrecht noch ums sportliche Überleben in der Regionalliga kämpft und Gelpe/Strombach seit dem vergangenen Wochenende den Klassenerhalt sicher hat.
Die Prioritäten bei beiden Teams sind entsprechend klar verteilt. „Für uns ist das Pokalfinale vor diesem Hintergrund vollkommen zweitrangig. Unser Fokus liegt auf dem Ligaspiel am Samstag“, sagt SSV-Trainer Manuel Seinsche. Gespannt darf man sein, mit welchem Kader Nümbrecht am Freitag in Bergneustadt auflaufen wird. „Wir wollen versuchen, sie zu fordern“, verrät Seinsche und will sich in dieser Frage nicht in die Karten schauen lassen. Er übt generell Kritik an der Terminierung: „Das Pokalfinale auf den 1. Mai zu legen, wenn am nächsten Tag ein Meisterschaftsspiel ansteht, ist alles andere als optimal.“
Deutlich mehr Lust auf den Pokal hat HC-Trainer Daniel Rodriguez, der allerdings auch mit einem kleinen Kader auskommen muss. Tobias Müller und Paul Roth sind nicht spielberechtigt, da sie im Pokal bereits für das Oberliga-Team des HC aufgelaufen sind. Dazu wird vermutlich neben dem Langzeitverletzten Felix Soldanski wahrscheinlich auch Karol Makowiecki ausfallen. Der Linkshänder musste am Dienstag das Training mit Knieproblemen abbrechen, sodass Rodriguez voraussichtlich mit nur drei Rückraumspieler auskommen muss. Der HC-Trainer will aber nicht jammern: „Wir mussten schon die ganze Saison immer wieder improvisieren. Wir freuen uns trotzdem auf das Finale und werden alles reinwerfen, um den Pott zu holen.“
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Um 15 Uhr kommt es zur Wiederholung des letztjährigen Endspiels der Frauen im Volksbank Oberberg Pokal. Erneut fordern die HBD Löwen Oberberg Abonnementsieger HC Gelpe/Strombach heraus. Im Vorjahr eine klare Angelegenheit: Der Regionalligist behielt mit 38:26 die Oberhand. Löwen-Coach Dennis Hermann sieht Gelpe/Strombach auch dieses Jahr klar favorisiert, will mit seinem Team aber zeigen, warum die Oberbergerinnen noch vom Regionalligaaufstieg träumen. Dabei pocht er auch auf den Heimvorteil und hofft auf Unterstützung der Löwen-Fans, zumal die Löwen auf dem Bursten seit zwei Jahren ungeschlagen sind. „Wir haben etwas gut zu machen aus dem vergangenen Jahr und wollen den HCGS so gut es geht ärgern. Außerdem wollen wir zeigen, dass wir näher herangekommen sind“, sagt er.
Bei Gelpe/Strombach möchte sich David Hoffmann mit dem Pokalsieg verabschieden. „Für mich ist das natürlich kein Spiel wie jedes andere. Ich hatte ein tolles Jahr in Gummersbach und hoffe auf einen runden Abschluss mit dem Pokalsieg“, sagt der Coach, der im Sommer nach Bensheim in die 3. Liga wechselt. Vor den Löwen hat er Respekt: „Natürlich gehen wir als Favorit in dieses Spiel, aber die Löwen sind eine talentierte Mannschaft, die eine sehr gute Saison spielen. Wir wissen, was auf uns zukommt. In einem Pokalfinale ist auch nicht immer entscheidend, wer in welcher Liga spielt. Das ist ein Spiel, in dem es gilt, gewisse Qualitäten aufs Feld zu bringen.“ Aufpassen müsse sein Team vor allem auf die Kuxdorf-Schwestern. Während bei den HC-Frauen Kira Blohme sowie Marie und Leonie Wlodarek ausfallen werden, müssen die Löwen auf Line Berscheid, Sophie Selter und Lotta Becker verzichten. Auch hinter dem Einsatz von Mia Schneider steht ein Fragezeichen.
Der Auftakt des Kreispokalfinaltags gehört zuvor traditionell den Mannschaften auf Kreis-Ebene im „kleinen“ HKO-Endspiel des Zunft Kölsch Cups. Marienheide/Müllenbach könnte den Titel-Hattrick perfekt machen. Der Regionsoberligist trifft um 13 Uhr auf den Regionsligisten HBD Löwen Oberberg III, die überraschend ins Finale marschiert sind. Gespannt darf man sein, mit welchen Altstars die Löwen versuchen werden, am Freitag den ganz großen Coup zu landen.
Gegen 16:30 Uhr werden zwischen dem Frauen- und dem Männer-Endspiel die Meistermannschaften des Handballkreises geehrt. Auch Neuerungen für kommende Saison wurden bereits öffentlich. In 2027 wird das Kreispokalfinale nicht am 1. Mai stattfinden können, da es sich um einen regulären Liga-Spieltag handelt. Auf der Kreissitzung der HKO sagte Udo Kolpe vergangene Woche, dass man voraussichtlich auf den Donnerstag an Christi Himmelfahrt am 6. Mai ausweichen will. Eine weitere Neuerung: Um den Frauen-Pokal für die Mannschaften auf Kreisebene attraktiver zu machen, sollen auch hier künftig zwei Wettbewerbe ausgespielt werden.
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