HANDBALL
Klare Sache im Finale: Nümbrecht setzt alle Stammspieler auf die Tribüne
Oberberg - Der Zunft Kölsch Cup geht erneut an den HC Gelpe/Strombach - Stark ersatzgeschwächte Nümbrechter kämpfen tapfer, sind im Endspiel aber chancenlos - Schon morgen treffen beide Teams in der Liga erneut aufeinander.
Von Peter Notbohm
SSV Nümbrecht – HC Gelpe/Strombach II 27:35 (13:20).
Nicht wenige Zuschauer verließen die Burstenhalle schon vor dem Endspiel um den Kreispokal im Zunft Kölsch Cup. Nach dem mitreißenden Finale der Frauen zwischen Gelpe/Strombach und den HBD Löwen Oberberg (Spielbericht) ahnten viele Handballfans schon beim Warmlaufen der Mannschaften, dass das Endspiel der Männer eine einseitige Angelegenheit werden würde. Offiziell trafen hier der SSV Nümbrecht und der HC Gelpe/Strombach II aufeinander, davon war in den Aufstellungen aber wenig zu sehen.
[Karol Makowiecki konne nach seiner Knieverletzung im Training doch eingesetzt werden, sodass HC-Trainer Rodriguez zumindest ein wenig Wechselalternativen im Rückraum hatte.]
Während bei der HC-Reserve das komplette Regionalliga-Team aufgrund im Viertelfinale getauschter Kader auflief, schickte Nümbrecht eine 1C-Sieben aufs Parkett. Nur fünf Spieler aus dem eigentlichen Kader bot SSV-Trainer Manuel Seinsche auf, der im Hinblick auf den Abstiegskracher gegen den HC Gelpe/Strombach in der Regionalliga am Samstagabend sämtliche Stammspieler auf die Tribüne beorderte. Sein Team füllte er mit Spielern aus der zweiten und dritten Mannschaft sowie dem A-Jugendlichen Leon Ernst auf.
„Unser Fokus liegt auf der Meisterschaft, wo wir mit dem Rücken zur Wand stehen und punkten müssen. Wenn ich zwei Tage in Folge gegen eine Mannschaft, wo wir an unsere Grenzen gehen müssen, aufstellen muss, kann man logischerweise davon ausgehen, dass die Jungs am zweiten Tag nicht mehr so frisch sind“, sagte Seinsche nach dem Endspiel. Bereits zu Beginn der Woche hatte man beim SSV entschieden, den Pokal abzuschenken. „Wenn der Handballkreis auf dem Termin am 1. Mai beharrt, ist es die logische Konsequenz, dass man je nach Situation vielleicht nicht mit der Bestbesetzung antritt. Wenn die Situation in der Liga anders wäre, wären wir auch mit einer anderen Mannschaft angetreten“, so Seinsche weiter.
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[Zwischen den beiden Endspielen ehrte der Handballkeis seine Titelträger. Zudem wurde Schiedsrichter Fritz Benndorf nach 16 Jahren an der Pfeife in den Schiedsrichter-Ruhestand verabschiedet.]
Oberbergs Handballchef Udo Kolpe sagte angesprochen auf die Kritik, dass der Kreispokaltermin von langer Hand geplant sei und bis zu 30 Mannschaften durch die Ehrungen eingebunden werden. „Wir können nicht beeinflussen, was sich in der Liga ergibt. Wir sind nur der Ausrichter. Als früherer Trainer hätte ich das Meisterschaftsspiel auf den Sonntag oder unter die Woche verlegt. Dann hätten die Spieler einen Tag länger Pause gehabt“, so Kolpe. HC-Trainer Daniel Rodriguez wollte sich zu der Diskussion nur bedingt äußern, sprach aber ebenfalls von „einem total unnötigen“ Spiel: „Meine Jungs haben das nicht ernst genommen und das hat man auch gemerkt.“
Die Zuschauer, die sich das Pokalendspiel nicht entgehen lassen wollten, sahen 60 Minuten Sommerhandball. Nümbrecht verkaufte seine Haut dabei mehr als teuer. Gelpe/Strombach leistete sich allerdings auch zahlreiche Fehlwürfe. „Ich bin total zufrieden mit den Jungs, wir haben uns richtig gut verkauft“, fand Manuel Seinsche. Das Einzige, was ihn ärgerte, waren die Fehler, die der HC gnadenlos mit Gegenstößen bestrafte. Über 0:3 (4.), 4:8 (10.), 8:11 (15.) und 9:16 (20.) war das Rodriguez-Team stets Herr der Lage. Auch nach dem Seitenwechsel kam keine Spannung mehr auf. Über 18:26 (42.) und 22:32 (53.) kämpfte der SSV tapfer, Gelpe/Strombach gewann das Finale aber vollkommen verdient.
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[Mike Heinzerling wird hier von Tim Henrichs und Christoph Bitzer attackiert. Der wendige Shooter ließ es ruhiger angehen und erzielte drei Tore.]
„Es war kein schönes Spiel, aber wir haben gewonnen, was unser Ziel war. Ob meine Spieler morgen platter sind, weiß ich nicht. Uns erwartet in Nümbrecht jedenfalls ein heißer Tanz“, meinte Rodriguez. Auch Seinsche blickte auf das Ligaspiel: „Wir brauchen Punkte für den Klassenerhalt und morgen ist der erste von drei Steps dahin.“ Trotz der Diskussionen um das Männer-Endspiel zog Kolpe ein zufriedenes Fazit des Kreispokalfinaltags. Besonders die ersten beiden Spiele hatten durch die Beteiligung der Löwen zahlreiche Zuschauer in die Burstenhalle gelockt. Beim Endspiel der Frauen fand man durch die anschließende Ehrung der Kreismeistermannschaften kaum noch freie Plätze auf den Tribünen.
Nümbrecht: Niklas Witthaut (9/5), Philipp Donath (5), Erik Hampel (4), Lucas Hemker, Tim Henrichs (je 3), Christoph Bitzer (2), Leon Ernst (je 1).
Gelpe/Strombach II: Felix Maier (11/2), Malte Meinhardt (7), Arvid Pötz (5), Leonard Viebahn (4), Mike Heinzerling (3), Karol Makowiecki (2), Julius Walch, Lukas Altjohann, Mikka Fischer (je 1).
KOMMENTARE
1
Schade, dass das Endspiel der Herren unter solchen Umständen statt finden musste.
Aber Saison und Klassenerhalt gehen sicherlich immer vor. Nur tolle Ratschläge von Herrn Kolpe, das Spiel auf Sonntag oder gar unter der Woche auszutragen, kann er sich sparen. Gerade so ein Derby spielt man zur Prime Time und nicht irgendwie mal unter der Woche.
Wenn der HKO wirklich was lernen würde, dann würde man den Pokal immer eine Woche nach dem letzten Meisterschaftsspiel austragen.
Das gäbe so gut wie keine Konflikte und auch die Saisonabschlusstour der Mannschaften ließe sich noch entspannt durchführen.
2
Zusätzlich dazu noch diese Farce, das man Teams Vereins intern tauschen darf. Dieses Duell heute hätte schon im VF stattfinden MÜSSEN!
Nümmi , 02.05.2026, 00:02 Uhr3
Rodriguez [.....]. Einer der besten Trainer im Kreis. Nach dieser Saison geht es nur bergabwärts für den HC.
Vorstand , 02.05.2026, 00:50 Uhr4
Verstehe die Aufregung nicht. War schon vor der Saison klar wann das Finale stattfindet. Wieso kann Nümbrecht nicht 2 Spiele hintereinander machen ? Gelpe
Spielt doch auch zwei mal hinter einander mit der gleichen Truppe, sollte als Spieler klappen. Also Nümbrecht ruhig bleiben und einfach spielen. Mit der Schonung seit ihr selbst schuld - mal gucken ob die überhaupt was bringt für heute Abend in der Saison !
5
Schwach von allen Beteiligten. Aber warum Nümbrecht den Termin nicht schon direkt auf Sonntag gelegt hat, verwundert schon sehr. Der 1. Mai ist traditionell Pokaltermin. Als Sponsor würde ich mich über das Verhalten aller Parteien ärgern
beobachter, 02.05.2026, 11:13 Uhr6
Hier geht’s ja gar nicht um nümbrecht oder gelpe . Jede andere Mannschaft die heute im Finale gestanden hätte , hätte ja das Problem des doppelt Spielens. Und genau dies ist seit Spielplan Veröffentlichung im August 25 klar.
Dort keine Flexibilität, so wie es im Kreis Aachen passiert ist, an den Tag zu legen ist nur traurig. Dazu dann noch so Aussagen wie unter der Woche spielen…
Nächstes Jahr wollen sie an Vatertag den Finaltag austragen …
Unglaublich!
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