HANDBALL
Rote Karte nach Wechselfehler: Bittere HC-Niederlage in Aldekerk
Gummersbach - Gelpe/Strombach erlebt gruselige elf Minuten und verspielt sieben Tore - Ein Wechselfehler besiegelt die Niederlage in den Schlusssekunden.
TV Aldekerk – HC Gelpe/Strombach 33:32 (14:20).
An diesem Spiel dürften die Regionalliga-Handballer des HC Gelpe/Strombach noch ein paar Tage zu knabbern haben. Nicht nur, dass die Oberberger in der Schlussphase eine komfortable 30:23-Führung verspielten, auch der Aldekerker Siegtreffer hätte kaum dramatischer fallen können. Nachdem die Gastgeber beim 31:30 (56.) erstmals überhaupt in Führung gegangen waren, glich zunächst Arvid Pötz zum 31:31 (59.) aus. Im Gegenzug brachte Thomas Phlak die Hausherren wieder in Front. HC-Trainer Florian Greißner reagierte erneut mit dem siebten Feldspieler und die Gäste kamen durch Konstantin Kasch elf Sekunden vor dem Abpfiff auch zum 32:32-Ausgleich.
Nun wurde es nervenaufreibend. Tobias Müller verließ das Spielfeld und Torhüter Felix Löpker sprintete von der Bank in Richtung seines Tores. Dort kam er aber gar nicht erst an, da ihn ein Pfiff jäh stoppte. Das Kampfgericht hatte einen Wechselfehler erkannt. Löpker soll die Spielfläche zu früh betreten haben. Die Konsequenz: Da damit der Anwurf der Aldekerker in den letzten 30 Sekunden unterbunden wurde, zückten die Schiedsrichter „Rot“ für den HC-Torhüter und entschieden folgerichtig auf Siebenmeter für die Hausherren, den Thomas Phlak zum umjubelten Siegtreffer verwandelte.
Ob der Pfiff des Kampfgerichts richtig oder falsch wahr, wollte HC-Trainer Greißner im Anschluss nicht bewerten, ohne vorher die Szene noch einmal auf Video gesehen zu haben. Ihm war es auch „viel zu einfach“, die Niederlage nur daran festzumachen: „Natürlich verlieren wir am Ende durch diese Entscheidung, aber wir können das nicht nur an dieser einen Szene festmachen. Wir sind trotz personeller Rückschläge 48 Minuten lang die klar bessere Mannschaft, machen bis dahin ein super Spiel und dann folgt ein Sammelsurium an falschen Entscheidungen.“
Gelpe/Strombach musste schon vor dem Match gleich zwei Nackenschläge verkraften. Christopher Falkenreck Valverde (Archivfoto: Silvia Wirczikowski), im bisherigen Saisonverlauf einer der wichtigsten HC-Spieler, zog sich am Donnerstag im Training einen Muskelbündelriss im Oberschenkel zu. Wahrscheinliche Ausfallzeit: drei Monate. Dazu musste auch Julien Kübler kurzfristig mit einer Grippe passen. Und trotzdem zogen die Oberberger ihr Tempospiel auf und waren über 1:4 (5.), 8:9 (13.), 10:16 (18.) sowie 20:23 (40.) bis zum 23:30 (49.) auf bestem Weg endlich die eigene Auswärtsmisere zu beenden.
Doch dann folgte der 0:8-Lauf zum 31:30. Die Schlussphase beschrieb Greißner als „reinen Überlebenskampf“, in dem den Gästen plötzlich jegliches Tempo abging und man nach Fehlern auch vier Empty-Net-Treffer kassierte. „Diese elf Minuten werden wir aufarbeiten müssen und gucken, was wir besser machen können. Aldekerk war zu diesem Zeitpunkt eigentlich tot und wir hätten sogar noch deutlicher führen müssen. Das ist am Ende einfach nur bitter, auch weil die Jungs es bis dahin wirklich, wirklich gut gemacht haben.“
Gelpe/Strombach: Felix Maier (9/1), Arvid Pötz (7), Malte Meinhardt (5), Paul Roth, Felix Soldanski (je 4), Konstantin Kasch (2). Lukas Altjohann (1).
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