HANDBALL

Verdacht auf Kreuzbandriss: Nümbrecht bezahlt Bonuspunkte vermutlich teuer

pn; 21.12.2025, 22:35 Uhr
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Verdacht auf Kreuzbandriss: Nümbrecht bezahlt Bonuspunkte vermutlich teuer

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pn; 21.12.2025, 22:35 Uhr
Oberberg - Der SSV erkämpft sich gegen Bonn zwei wichtige Zähler, wird voraussichtlich aber lange auf Torben Lang verzichten müssen - Die Niederlagenserie von Gelpe/Strombach setzt sich in Aldekerk fort - Die Handball-Regionalliga wird präsentiert von ‚Sportsbar Lutter‘.

SSV Nümbrecht – TSV Bonn rrh. 31:28 (14:11).

 

Wirklich freuen konnte sich Nümbrechts Trainer Manuel Seinsche nach dem 31:28-Überraschungscoup nicht. In Gedanken war er unmittelbar nach Abpfiff bei seinem Spieler Torben Lang, der sich in der elften Minute ohne gegnerische Einwirkung vermutlich eine schwere Knieverletzung zugezogen hat. Es besteht der Verdacht auf einen Kreuzbandriss. „Das macht mich wirklich traurig. Torben ist ein unheimlich beständiger Spieler und mit seiner Schnelligkeit und Aggressivität ein Typ, den nicht jede Mannschaft hat“, sagte Seinsche.

 

 

Es war nicht der einzige Rückschlag, den Nümbrecht in einer nervenaufreibenden und von vielen Fehlern geprägten Partie verkraften musste. Keine fünf Minuten später wurde Johannes Urbach nach einem Schlag in den Wurfarm von Nils Bullerjahn von den Schiedsrichtern vorzeitig zum Duschen geschickt – eine harte, aber vollkommen vertretbare Rote Karte. Für Nümbrecht bedeutete das: 45 Minuten Improvisation, nachdem beide Halbrechten in der Deckung nicht mehr zur Verfügung standen. „Umso höher ist dieser Sieg einzuordnen“, fand Seinsche, „wir mussten uns plötzlich auf neue Situationen und Formationen einstellen. Ich kann den Jungs nur ein Riesenkompliment machen.“

 

Bonn, das auf seinen Topshooter Finn Hoffmann (Verletzung) verzichten musste tat sich von Anfang an schwer gegen Nümbrechts massiven Innenblock. Die Gäste kamen im Zentrum kaum durch und schlossen viele Angriffe über die rechte Seite ab, trafen aber zu selten das Tor. Denn Tom Rydzewski vernagelte seinen Kasten mit 21 Paraden phasenweise geradezu. „Wir scheitern heute vor allem an unserer Abschlussschwäche. Trotzdem hätten wir hier heute auch ohne Hoffmann gewinnen können“, fand Bonns Trainer Florian Benninghoff-Lühl klare Worte. Über 2:3 (5.), 10:6 (18.) und 14:9 (28.) lagen die Hausherren fast ständig in Führung.

 

Nach der Pause wurde es wieder enger. Die Partie wurde zunehmend zerfahrener, auch das Tempospiel beider Team kam nur selten zur Geltung. 17:15 (39.) und 21:20 (46.) waren die weiteren Zwischenstände, ehe nun auch Bonn mit Rechtsaußen Franz Krohn nach einem Foul an Marcel Miebach einen Spieler vorzeitig verlor. „Danach haben wir dort alles ausprobiert. Ein Wurf war noch drin, danach wurde es dunkel“, sah Benninghoff-Lühl nun zahlreiche Paraden Rydzewskis.

 

Bis zum 27:26 (58.) blieb es noch eng, dann spielte Tobias Schröter seine ganze Erfahrung aus, eroberte einen wichtigen Ball und traf selbst zum vorentscheidenden 29:26 (59.). „Uns fehlten im Rückraum die Alternativen. Wir mussten das Spiel mit drei bis vier Spielern stemmen. In der Abwehr haben wir das dadurch zu oft nicht zu Ende verteidigt. Das hat Nümbrecht mit seiner Körperlichkeit dann auch wirklich gut gemacht. Wir wussten, dass wir hier nichts geschenkt kriegen würden“, meinte Benninghoff-Lühl.

 

Seinsche sprach anschließend von den nächsten Bonuspunkten. Hatte man im SSV-Lager mit null Punkten aus den vier Spielen vor Weihnachten gerechnet, sind es nun sogar vier Punkte geworden. „Darauf können wir stolz sein“, sagte der SSV-Coach, der allerdings sofort mahnte, dass im Januar die wichtigen Vier-Punkte-Spiele im Abstiegskampf anstehen. Dafür will er zwischen den Tagen mit seinem Team auch trainieren.

 

Nümbrecht: Tim Hartmann (8), Dominik Donath (6), Tobias Schröter (6/1), Marcel Miebach (4), Niklas Witthaut (3/1), Dag Dissmann (2), Fabian Benger (1), Mats Weber (1/1).

 

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TV Aldekerk – HC Gelpe/Strombach 32:28 (18:14).

 

Mit der fünften Niederlage in Folge haben sich die Regionalliga-Handballer des HC Gelpe/Strombach in die Winterpause verabschiedet. Das Team von Daniel Rodriguez unterlag beim Drittligaabsteiger TV Aldekerk mit 28:32. „Uns fehlt weiterhin nicht viel, aber es fehlt etwas“, meinte der HC-Coach nach dem Match. Allen Verantwortlichen sei im Sommer klar gewesen, dass gegen einige Gegner schon alles passen muss, damit das junge Team, das sich im Umbruch befindet, solche Spiele gewinnen kann, meint Rodriguez. In Aldekerk fehlten am Ende einmal mehr Kleinigkeiten - diesmal vor allem eine bessere Defensivleistung.

 

Bis zur Pause fehlten den Oberbergern nicht nur die Paraden der Torhüter, auch defensiv fand man kaum Zugriff auf den agilen Gegner. Die Folge: Vermeidbare Zeitstrafen und zu viele Siebenmeter für die Hausherren. Auch offensiv taten sich die Oberberger schwer, sodass Aldekerk ein ansehnliches Tempospiel aufziehen konnte. „Wir waren einfach nicht griffig genug“, fand Rodriguez. Über 7:4 (10.), 13:7 (17.) und 16:10 (23.) konnten die Gäste zur Pause aber immerhin auf vier Tore verkürzen. Nach dem Seitenwechsel verlor man früh Leonard Viebahn nach der dritten Zeitstrafe (35.), dennoch stand die HC-Deckung nun sicherer.

 

Beim 19:18 (37.) war Gelpe/Strombach durch die Nachjustierungen in der Kabine plötzlich wieder in Schlagdistanz. „Dann kriegen wir aber wieder das Flattern, lassen zu viele freie Chancen liegen und treffen auch das leere Tor nicht“, so Rodriguez, der Aldekerk über 25:20 (45.) und 28:22 (50.) zu einem verdienten Sieg gratulieren musste. Zwar verkürzten die Gäste noch einmal zum 30:28 (58.), die Gastgeber ließen sich den Sieg aber nicht mehr nehmen. Rodriguez war mit dem Auftritt nach der Pause trotzdem zufrieden: „So eine Leistung wie in der zweiten Hälfte müssen wir über 60 Minuten bringen.“ Sein Team hat nun bis zum 5. Januar frei, anschließend wartet das Derby gegen Nümbrecht. „Die Winterpause ist vielleicht gut, um die Köpfe freizukriegen. Natürlich ist die Situation mit den vielen Niederlagen blöd, aber da müssen wir raus und um jeden Punkt kämpfen“, sagt der HC-Coach.

 

Gelpe/Strombach: Felix Maier (9/2), Malte Meinhardt (6), Arvid Pötz, Mike Heinzerling (je 5), Leonard Viebahn (3).

 

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