HANDBALL
Personalsorgen überlagern den Derby-Frust
Oberberg - Gleich drei Nümbrechter klagen vor dem wichtigen Spiel gegen BTB Aachen über Knieprobleme - Gelpe/Strombach will in Bonn nachlegen - Gummersbach II muss zum Topteam nach Weiden.
TSV Bonn rrh. - HC Gelpe/Strombach (Samstag, 19:30 Uhr).
Es fehlt: keiner.
Der klare 43:29-Derbysieg gegen den SSV Nümbrecht hat Kräfte freigesetzt bei den Regionalliga-Handballern des HC Gelpe/Strombach. HC-Coach Daniel Rodriguez ist immer noch überrascht vom deutlichen Ergebnis, mit dem er im Vorfeld nicht gerechnet hatte: „Das Spiel kann ein Knotenlöser sein, muss es aber nicht. Die Stimmung war unter der Woche auf jeden Fall befreiter.“ Kein Wunder, nach zuvor fünf Niederlagen in Folge. Mit dem Sieg hat die Gummersbacher Spielgemeinschaft sich im Abstiegskampf ein wenig Luft verschafft und den Kontakt ans untere Mittelfeld wieder hergestellt.
Überbewerten will Rodriguez den Auftakterfolg ins neue Jahr aber auch nicht. „43 Tore sind natürlich top, aber in gewissen Situationen haben wir trotzdem nicht gut agiert“, stören ihn vor allem die vielen technischen Fehler, von denen Nümbrecht aber nur bis zur Pause profitieren konnte und so im Spiel blieb. In Bonn müsse man diese Quote jedenfalls optimieren, meint der HC-Coach: „Das wird ein komplett anderes Spiel. Bonn ist eine sehr diszipliniert agierende Mannschaft, die viel über ihre Schnelligkeit kommt. Da werden wir gegensteuern müssen.“
Nach einem starken Saisonstart verlor der letztjährige Vizemeister aus der ehemaligen Bundesstadt zuletzt dreimal in Folge und ist mit 12:10 Punkten auf Rang sechs der Tabelle abgerutscht. Bislang bekommt die Mannschaft von Florian Benninghoff-Lühl den verletzungsbedingten Ausfall von Topshooter Finn Hoffmann nicht kompensiert. Rodriguez warnt trotzdem: „Ob mit oder ohne ihn haben sie verdammt viel Qualität im Rückraum, dazu einen richtigen starken Kreisläufer und gute Außen. Außerdem hatten wir diese Saison noch keinen Gegner, der so schnell aus einer 6:0-Deckung in eine offensive 3:3-Variante switchen kann.“ Knacken will er die Bonner mit ihren eigenen Waffen: einem hohem Tempo. Für die nächsten Wochen formuliert Rodriguez ambitionierte Ziele: „Aus den nächsten vier Spiele wollen wir sechs Punkte holen.“
HC Weiden - VfL Gummersbach II (Samstag, 19:45 Uhr).
Es fehlen: Malte Petersen, Konstantin Kasch (beide Verletzung).
Mit einer Woche Verspätung starten auch die U20-Handballer des VfL Gummersbach ins neue Jahr. Ein Kaltstart wird aus dem Auswärtsmatch beim Spitzenteam aus Weiden dabei aber nicht. Schon seit dem 4. Januar hat Trainer Jan Schwenzfeier sein Team wieder im Training. Ein Vorteil meint er: „Grundsätzlich ist es besser, vernünftig aufzubelasten. Es ist wenig förderlich direkt nach drei Einheiten wieder spielen zu müssen. Wir konnten die Zeit gut nutzen, um zu trainieren und haben ein paar Dinge angefasst, für die man sonst nicht in dieser Ausprägung Zeit hat.“ Selbiges gilt aber auch für den Gegner. Auch Weiden war spielfrei, nachdem das Match gegen Dormagen II bereits im Herbst stattgefunden hatte.
Mit 16:6 Punkten ist Weiden als Tabellenzweiter derzeit härtester Verfolger von Spitzenreiter Korschenbroich. Gummersbach II findet sich nach der Winterpause hingegen mit 5:13 Punkten am Tabellenende wieder, nachdem BTB Aachen am vergangenen Wochenende überraschend gegen Aldekerk gewann. Allerdings haben die Oberberger zwei Spiele weniger als der Rest der Liga absolviert. Schwenzfeier wird auch längst nicht nervös und sieht die Fortschritte, die seine jungen Spieler Woche für Woche machen: „Wir schauen nicht auf Momentaufnahmen. Wichtig ist, dass wir unsere Entwicklung fortsetzen.“
In Weiden erwartet er einen körperlich robusten Gegner, „der mit sehr viel Power kommt“. Mit bislang 363 Toren ist die Mannschaft von Marc Schlingensief nach Rheinhausen (375 Tore) das torhungrigste Team der Liga. Mit 339 Gegentoren sind die Weidener gleichzeitig aber auch eine der defensiv anfälligeren Mannschaften. Torgefährlichster Spieler ist Außen Joshua Frauenrath (65 Tore). Die Stärken sieht Schwenzfeier aber vor allem im Rückraum, wo Sven Xhonneux und Co für ordentlich Dampf sorgen: „Sie verfügen über Spieler, die über den Fernwurf kommen, haben gleichzeitig aber auch ein gutes Eins-gegen-Eins.“ Zum Faktor könnte am Samstag auch werden, dass Gummersbachs A-Jugendliche bereits am Freitag in Emsdetten gefordert sind. „Am Ende wird es vielleicht auch eine Frage der Frische“, so Schwenzfeier.
SSV Nümbrecht – BTB Aachen (Samstag, 20 Uhr, GWN-Arena).
Es fehlen: Benedikt Optiz, Torben Lang (beide Verletzung).
Einsatz fraglich: Tim Hartmann, Erik Hampel, Tobias Schröter (alle Knieprobleme).
So schnell kann die Stimmung kippen. Vor Weihnachten war die Laune bei den SSV-Handballer noch bestens. Nach den starken Leistungen im Dezember und dem 31:28-Heimsieg gegen die TSV Bonn rrh. überwinterte das Team von Manuel Seinsche mit 9:11 Punkten im gesicherten Mittelfeld der Regionalliga. Und selbst die 29:43-Derby-Klatsche beim HC Gelpe/Strombach ist aus Nümbrechter Sicht zwar ärgerlich, muss man aber nicht überdramatisieren. Doch das Spiel in der Eugen-Haas-Halle hat noch ganz andere Nachwirkungen: Mit Tim Hartmann, Tobias Schröter und Neuzugang Erik Hampel klagten nach dem Wochenende gleich drei Spieler über Knieprobleme.
Vor allem ein Ausfall von Leader Hartmann wäre ein schwerer Schlag für den Aufsteiger aus dem Kreissüden. An Training war beim Rückraumshooter unter der Woche vor dem wichtigen Heimspiel gegen BTB Aachen jedenfalls nicht zu denken, auch Schröter und Hampel konnten nur sehr dosiert trainieren. „Das macht es fürs Wochenende nicht gerade einfacher. Da werde sich sehr genau schauen müssen, wie wir die Einsatzzeiten verteilen können“, sagt Seinsche, der hinter den Einsatz aller drei Spieler ein großes Fragezeichen setzt. Froh ist er, dass zumindest Dominik Donath, Philipp Donath und Niklas Witthaut in den Kader zurückgekehrt sind.
Denn sportlich geht es am Samstag in der GWN-Arena im vorletzten Hinrundenspiel rund: Mit BTB Aachen kommt der Tabellenzwölfte nach Nümbrecht. Die Kaiserstädter (6:16 Punkte) überraschten am vergangenen Wochenende mit einem 33:30-Heimsieg gegen Drittligaabsteiger Aldekerk zum Jahresauftakt. „Da haben sie gezeigt, dass sie einen sehr disziplinierten Handball spielen können“, warnt Seinsche. Was die Aachener so unberechenbar macht: Neben Dauerbrenner Carsten Jacobs (80 Tore) sind es immer wieder andere Spieler, die aus dem Kader herausragen. Gegen Aldekerk trumpfte Shooter Joshua-Jeremias Wagner mit elf Toren auf. „Sie sind schwierig in die Saison gestartet, haben aber viele Spiele auch nur sehr knapp verloren. Trotz der mögliche Ausfälle stehen wir in der Pflicht, alles reinzuwerfen“, hofft der SSV-Coach auf die nächsten Punkte im Abstiegskampf.
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