HANDBALL
Verletzungsschock: Ryzdewski fehlt Nümbrecht nicht nur im Derby
Oberberg - Vor dem Abstiegsknaller zwischen Gummersbach II und Nümbrecht lassen beide Trainer die Torhüter-Frage noch unbeantwortet - Gelpe/Strombach will gegen Haan am Freitag eine offene Rechnung begleichen.
HC Gelpe/Strombach – DJK Unitas Haan (Freitag, 20:30 Uhr, Eugen-Haas-Halle).
Hinspiel: 26:40.
Es fehlt: Keiner.
Einsatz fraglich: Julius Walch (muskuläre Probleme).
Dass die Regionalliga-Handballer des HC Gelpe/Strombach am vergangenen Wochenende die große Chance liegen lassen haben, sich ein wenig Luft im Abstiegskampf zu verschaffen, nervt Trainer Daniel Rodriguez auch mit einigen Tagen Abstand noch. Eine Viertelstunde lang hatten die Oberberger das Spiel bei BTB Aachen klar diktiert, wichen anschließend aber vollkommen vom eigenen Taktik-Drehbuch ab und verloren schließlich mit 28:32. Rodriguez spricht deshalb auch von einer verpassten Chance und hofft, mit seinem Team gegen Haan den Patzer wieder gutmachen zu können: „Wir wollen den Abstand zu den unteren Regionen stabiler halten. Dafür dürfen wir unsere direkten Konkurrenten nicht jedes Mal stark machen.“
Mit Haan haben die HC-Handballer aber auch noch eine Rechnung aus dem Hinspiel offen. Die 26:40-Abreibung am 2. Spieltag war mit die schwächste Saisonleistung der Gummersbacher Spielgemeinschaft. „Wir sind ihnen zu oft in die Falle gegangen. Statt den Ball zirkulieren zu lassen und auf die Nahtstellen zu gehen, haben wir uns immer wieder in ihrem massiven Innenblock festgerannt“, erinnert sich Rodriguez an die Probleme aus dem Hinspiel. Ähnliches sah man aus seiner Sicht vergangene Woche auch in Aachen. „Wir müssen den Gegner stressen und vorne auch einfach effizienter sein. Zudem müssen wir uns wieder mehr auf unsere Abwehr und unser Tempospiel fokussieren“, meint Rodriguez, der im Training aber bereits eine gute Reaktion seiner Mannschaft wahrgenommen hat.
Auch Haan sucht bevorzugt das Tempospiel aus einer stabilen Abwehr heraus. Aufpassen muss man neben Toptorschütze David Bleckmann (56 Tore) auch auf Rechtsaußen Etienne Mensger (55 Tore), über den die meisten Gegenstöße laufen. Bislang spielt Haan eine absolut solide Saison. Mit 14:14 Punkten steht das Team von Erwin Reinacher einen Platz vor Gelpe/Strombach auf Rang acht der Regionalliga. Zuletzt holten die Haaner gegen Nümbrecht (34:31) und Bonn (31:22) zwei Siege. „Ich sehe in diesem Spiel keinen Favoriten. Viel wird von der Tagesform abhängen. Die Jungs sind heiß und wollen gewinnen“, so Rodriguez. Das Match findet wegen einer Karnevalsveranstaltung am Wochenende bereits am Freitagabend statt.
VfL Gummersbach II – SSV Nümbrecht (Samstag, 18 Uhr, SCHWALBE arena).
Hinspiel: 27:29.
Es fehlen: Malte Petersen, Konstantin Kasch, Hannes Hartmann, Paul Britz (alle Verletzung) - Benedikt Opitz, Torben Lang, Tom Rydzewski (alle Verletzung), Jannis Schoger.
Einsatz fraglich: Tjorven Knackstedt (muskuläre Probleme).
Bittere Nachrichten für den SSV Nümbrecht vor dem Derby beim VfL Gummersbach II. Torhüter Tom Rydzewski hat sich bei der 25:38-Niederlage in Dormagen am vergangenen Wochenende einen Finger gebrochen. Voraussichtlich muss der Aufsteiger etwa zwei Monate auf seine Nummer Eins verzichten. „Das ist nach Torben Lang die nächste Hiobsbotschaft für uns“, sagt SSV-Trainer Manuel Seinsche, dem am Wochenende zudem auch sein zweiter Torhüter Jannis Schoger fehlen wird. Wer neben Philip Winkler zwischen den Pfosten stehen wird, war unter der Woche noch unklar. Auch Gummersbachs Coach Jan Schwenzfeier, der seit Wochen mit Verletzungsproblemen in seinem Kader zu kämpfen hat, ließ am Mittwoch noch offen, ob Tjorven Knackstedt (Foto) am Samstag wieder in den Kader zurückkehren wird. Der Jugendnationaltorhüter hatte gegen Aldekerk mit muskulären Problemen zu kämpfen und wurde am Montag in der Jugend-Bundesliga nicht eingesetzt.
Dabei könnten beide Teams einen starken Rückhalt am Samstag durchaus brauchen. Denn im oberbergischen Derby geht es um Punkte für den Klassenerhalt. Seinsche nennt das Match schon jetzt einen „Abstiegs-Thriller“ und erwartet ein umkämpftes Spiel: „Die Ergebnisse in dieser Liga werden immer wilder. Jetzt befindet sich sogar Bonn plötzlich im Abstiegskampf. Wir müssen unsere Hausaufgaben erledigen, um am Ende der Saison beim Thema Klassenerhalt noch mitreden zu können.“ Ohnehin benötigt Nümbrecht dringend mal wieder ein Erfolgserlebnis. Nach der starken Hinrunde konnte der Aufsteiger in 2026 erst einen Punkt aus vier Spielen holen, sodass der Vorsprung auf die Abstiegsränge auf zwei Punkte zusammengeschrumpft ist.
„Wir tun uns derzeit sehr schwer und müssen zurück in die Spur finden. Es wird wichtig, dass wir uns an guten Aktionen aus dem Sumpf herausziehen und wieder in unseren Flow kommen“, meint der SSV-Coach. Obwohl die Situation bei den Gummersbachern punktetechnisch noch wesentlich brenzliger aussieht (fünf Punkte Rückstand auf das rettende Ufer), bleibt Trainer Schwenzfeier seiner Maxime treu und will das Derby nicht überbewerten: „Das ist für uns ein Spiel wie jedes andere. Wir müssen versuchen, uns auf den Gegner einzustellen und unsere Qualitäten über die gesamte Spielzeit zu halten. Wir gehen dieses Spiel genauso an wie gegen jeden anderen Gegner.“
Der VfL-Coach erwartet einen Gegner mit einer robusten Defensive, der offensiv immer wieder versucht, über Würfe aus der zweiten Reihe zum Erfolg zu kommen. „Das wollen wir bestmöglich unterbinden und uns selbst die passenden Räume gegen ihre Deckung organisieren“, so Schwenzfeier. Ähnliches hat Seinsche vor: „Gummersbach hat trotz der vielen Verletzungen immer noch eine technisch hervorragend ausgebildete Mannschaft. Gegen ihre offensive Deckung werden wir uns Lösungen einfallen lassen müssen.“
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