HANDBALL

Nümbrecht im Abstiegskampf: Endspiele statt Rechenspiele

pn; 09.04.2026, 07:00 Uhr
Foto: Thomas Wirczikowski ---- Dominik Donath und der SSV Nümbrecht wollen im Abstiegskampf der Regionalliga gemeinsam mit ihren Fans die GWN-Arena zur Festung werden lassen.
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Nümbrecht im Abstiegskampf: Endspiele statt Rechenspiele

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pn; 09.04.2026, 07:00 Uhr
Oberberg - Gegen Aldekerk hofft Nümbrecht auf Bonuspunkte im Kampf um den Klassenerhalt - Gelpe/Strombach kann gegen Weiden großen Schritt machen - Gummersbach II muss nach Korschenbroich und hat sein Endspiel im Hinterkopf.

TV Korschenbroich – VfL Gummersbach (Samstag, 19:30 Uhr).

 

Hinspiel: 32:28.

 

Es fehlen: Malte Petersen, Konstantin Kasch (beide Verletzung).

 

Zwei Spiele an einem Wochenende sind sie bei Gummersbachs U20 diese Saison längst gewohnt. Häufig lag der Schwerpunkt auf dem Seniorenbereich. Doch zum Liga-Restart nach der Osterpause hat sich der Fokus ein wenig verschoben. Während die VfL-Reserve den Abstieg aus der Männer-Regionalliga sechs Spieltage vor dem Saisonende kaum noch verhindern kann, wartet am Sonntag in der Jugend-Bundesliga ein kleines Highlight: Im sogenannten DHB-Pokalfinale spielen Gummersbachs A-Jugend und HT München den Titelträger der 2. Liga aus.

 

„Die Vorzeichen sind dieses Wochenende ein wenig anders“, sagt auch VfL-Trainer Jan Schwenzfeier, der das Ligamatch in Korschenbroich aber keineswegs abschenken will. Mit „einem speziellen Plan“ will man dem einstigen Titelfavoriten vom Niederrhein entgegentreten. Für Gummersbach ist es auch einer der letzten Strohhalme, um vielleicht doch noch eine Chance auf den Klassenerhalt zu haben. Fünf Punkte Rückstand müssten die Oberberger aufholen. Die Chancen auf einen Überraschungscoup am Wochenende scheinen aber vorhanden zu sein.

 

Bis Mitte Februar lag Korschenbroich noch voll auf Kurs Drittliga-Rückkehr. Doch seit der schweren Knieverletzung von Spielmacher Mats Wolf im Spiel gegen Weiden läuft beim Team aus der Metropolregion Rhein-Ruhr nichts mehr zusammen. Ohne den Leistungsträger holte der dünne TVK-Kader aus den letzten fünf Spielen nur zwei Remis und rutschte mit 24:16 Punkten auf Platz vier ab. Schwenzfeier spricht trotzdem von „hoher Qualität und viel Erfahrung“ beim Gegner: „Sie ziehen spielerisch ihr Ding durch.“ Die Toptorschützen bei den Niederrheinern sind Max Zimmermann (105 Tore) und Florian Krantzen (77 Tore). Bis auf die beiden Langzeitverletzten Petersen und Kasch kann der VfL-Coach auf seinen kompletten Kader zurückgreifen.

 

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HC Gelpe/Strombach – HC Weiden (Samstag, 19:45 Uhr, Eugen-Haas-Halle).

 

Hinspiel: 32:38.

 

Es fehlt: Felix Soldanski (Verletzung).

 

Einsatz fraglich: Mike Heinzerling, Leonard Viebahn.

 

Mit einem Heimsieg gegen den HC Weiden würde der HC Gelpe/Strombach dem vorzeitigen Ligaverbleib ganz nah kommen. Schon jetzt haben die Oberberger fünf Punkte Vorsprung auf die Gefahrenzone. Es müsste aus oberbergischer Sicht schon viel schieflaufen, damit die Gummersbacher Spielgemeinschaft noch einmal in den Abstiegsstrudel gerät. Ein Heimsieg wäre wahrscheinlich der fehlende entscheidende Schritt, damit die HC-Verantwortlichen ihren vollen Fokus auf die Kaderplanungen für die kommende Saison legen könnten.

 

Positive Nachrichten gab es bereits unter der Woche aus dem HC-Lazarett: Mike Heinzerling ist nach seiner Fußverletzung im Spiel gegen Borussia Mönchengladbach wieder ins Training eingestiegen und wird am Samstag vermutlich wieder zur Verfügung stehen. Genauso wie der zuletzt ebenfalls angeschlagene Leonard Viebahn. Zudem treffen die HC-Handballer auf einen angeschlagenen Gegner. Weiden galt lange Zeit als möglicher Titelkandidat, verabschiedete sich nach einigen verletzungsbedingten Ausfällen im März aber vorzeitig aus dem Aufstiegsrennen. Aus den letzten vier Spielen konnte die Mannschaft von Marc Schlingensief nur einen Punkt holen. Mit 23:17 Punkten rutschten die Gäste auf Rang sechs ab.

 

Für Rodriguez spielt das in seiner Vorbereitung aber nur eine untergeordnete Rolle. „Diese Liga ist so eng beisammen, dass ohnehin jeder jeden schlagen kann. Wir wollen vor allem unser Revier verteidigen“, sagt er. In der Eugen-Haas-Halle ist Gelpe/Strombach bislang eine Macht: 16:4 Punkte holten die Oberberger dort und wollen diese Bilanz am Wochenende ausbauen. Vor Weiden warnt Rodriguez ausdrücklich: „Das ist eine Mannschaft, die von jeder Position brandgefährlich ist und die von ihrer guten Defensive lebt.“ Aufpassen muss man vor allem den Halbrechten Sven Xhonneux (95 Tore) sowie Joshua Frauenrath (92) und Timothy Meurer (91). Knacken will Rodriguez die Gäste mit den bewährten HC-Stärken: einer stabilen Abwehr und dem daraus resultierenden Tempospiel. „Wichtig wird, dass wir diszipliniert und geduldig agieren“, so der Spanier.

 

 

SSV Nümbrecht – TV Aldekerk (Samstag, 20 Uhr, GWN-Arena).

 

Hinspiel: 31:30.

 

Es fehlen: Torben Lang, Benedikt Opitz (beide Verletzung).

 

Sechs Endspiele stehen für Nümbrechts Handballer im Kampf um den Klassenerhalt noch an. Auch wenn die Bergischen Panther in der 3. Liga mittlerweile doch noch um den Klassenerhalt zittern müssen, ändert sich an der Situation in der Regionalliga Nordrhein nichts. Es bliebe bei zwei Absteigern, da die Liga gemäß der vor der Saison neu beschlossenen Durchführungsbestimmungen auf 15 Vereine aufgestockt würde. Trotzdem bleibt die Situation im Regionalligaabstiegskampf zugespitzt, wo mit Nümbrecht, Borussia Mönchengladbach und BTB Aachen derzeit drei Teams 13:27 Punkte haben. Wäre jetzt Schluss würde es Aachen erwischen, da die Kaiserstädter im direkten Dreiervergleich die wenigsten Punkte haben. Das Rückspiel zwischen Aachen und Nümbrecht steht aber noch aus und alle Teams könnten auf vier Punkte kommen, sodass dann das Torverhältnis in diesem Dreiervergleich entscheidend wäre.

 

Nümbrechts Coach Manuel Seinsche versucht jegliche Rechenspiele noch auszublenden, hat sie aber im Hinterkopf. „Wir müssen zunächst einmal unsere Hausaufgaben erledigen, ehe wir auf irgendwelche Konstellationen gucken“, sagt er. Das Restprogramm mit vier Heimspielen könnte dem oberbergischen Aufsteiger aber im Liga-Endspurt durchaus in die Karten spielen. Erste „Hausaufgabe“ ist der TV Aldekerk, bei dem den Nümbrechtern in der Hinrunde eine Überraschung gelang. Seinsche hätte nichts gegen eine Wiederholung, sieht sein Team aber klar in der Außenseiterrolle: „Für mich gehört Aldekerk zu besten Mannschaften der Liga.“

 

Das Hinspiel habe sein Team vor allem deshalb gewonnen, „weil wir eine gute Abwehr gestellt und offensiv kaum Fehler gemacht haben“. Eine geringe Fehlerquote werde sein Team auch im Rückspiel brauchen, glaubt Seinsche: „Aldekerk ist ein Team, das jeden Fehler gnadenlos bestraft. Sie agieren mit unheimlich viel Tempo und spielen auch defensiv sehr variabel.“ Mit 20:20 Punkten ist das Team von der niederländischen Grenze als Tabellensiebter jenseits von Gut und Böse. Bester Torschütze ist Thomas Phlak, der mit 128 Toren ligaweit auf Platz sechs liegt. Seinsche, der bis auf die Langzeitverletzten Optiz und Lang auf den kompletten Kader zurückgreifen kann, hofft gegen Aldekerk auch auf die eigenen Fans: „Jetzt muss die Halle voll sein!“

 

[Anm.d.Red.: In einer vorherigen Version des Vorberichts zum Spiel des SSV Nümbrecht stand, dass es drei Absteiger durch einen möglichen Abstieg der Bergischen Panther aus der 3. Liga geben könnte. Dies ist nicht korrekt und wurde korrigiert. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.]

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