HANDBALL

Gummersbachs Abstieg besiegelt

pn; 26.04.2026, 15:00 Uhr
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Gummersbachs Abstieg besiegelt

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pn; 26.04.2026, 15:00 Uhr
Oberberg - Nach der 27:36-Niederlage gegen Mönchengladbach stürzt die VfL-Reserve in die 5. Liga ab - Gelpe/Strombach feiert den Klassenerhalt - Für Nümbrecht verschärft sich die Situation im Abstiegskampf - Die Handball-Regionalliga wird präsentiert von ‚Sportsbar Lutter‘.

VfL Gummersbach II – Borussia Mönchengladbach 27:36 (12:16).

 

Jetzt ist der Absturz in die Oberliga auch rechnerisch besiegelt. Nach der 27:36-Heimniederlage des VfL Gummersbach II gegen Borussia Mönchengladbach muss das Reserveteam des Bundesligisten nach dem Abstieg aus der 3. Liga in der vergangenen Saison nun den Abstieg aus der Regionalliga hinnehmen. Drei Spieltage vor dem Saisonende beträgt der Rückstand auf das rettende Ufer nicht mehr einzuholende sieben Punkte. Zuletzt war Gummersbach II 2008 nur fünftklassig. Damals hatten Axel Renner und Klaus Westebbe mit der noch jungen Handballakademie den Durchmarsch Richtung 3. Liga gestartet.

 

 

Das Match gegen Mönchengladbach war eigentlich der letzte Strohhalm im Abstiegskampf, wurde letztlich aber zu einem Spiegelbild einer ganzen Saison. Eine Woche nach dem emotionalen Nackenschlag mit dem verlorenen Endspiel um den DHB-Pokal in der 2. Jugend-Bundesliga begann Gummersbach stark, verlor nach Fehlern aber auch zu schnell den Kopf, wie Trainer Jan Schwenzfeier analysierte: „Wir finden gut ins Spiel, sind auch emotional voll da, lassen uns dann aber von zwei, drei Fehlern im Angriff aus dem Konzept werfen.“ Für den verletzten Moritz Riedel stand Routinier Julian Krieg im Kader. Zwei Tore der anfänglichen 3:1-Führung (9.) gingen auf das Konto des Ex-Profis.

 

Über 4:3 (13.) kippte das Match, dann aber zum 4:6 (15.) und 8:12 (24.). Den Start in den zweiten Durchgang verschliefen die VfL-Talente völlig. Mönchengladbach sorgte binnen neun Minuten mit einem 10:1-Lauf zum 13:26 (40.) für eine schnelle Vorentscheidung. In der Schlussviertelstunde fand Gummersbach zwar wieder zu seinem Spiel, konnte aber auch nicht mehr entscheidend verkürzen. „Es war wieder eine Phase, in der wir völlig das Spiel verlieren. Das ist nach dem Ergebnis von letzter Woche aber auch ein wenig menschlich“, so Schwenzfeier.

 

Gummersbach II: Julian Krieg (7/4), Fanou Ulmerich (5), Malte Haglund (4/2), Sota Shimizu (3), Paul Britz, Julien Kübler, Hannes Hartmann (je 2), Carlo Bohnenkamp, Jakob Patzelt (je 1).

 

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TSV Bonn rrh. - SSV Nümbrecht 31:25 (16:13).

 

Der Kampf um den Klassenerhalt wird zum Thriller. Während Gummersbach II seit diesem Wochenende als erster Absteiger feststeht, liefern sich Nümbrecht, Mönchengladbach und Aachen einen packenden Dreikampf, der nach den Ergebnissen vom Samstag an Dramatik zugenommen hat. Nümbrecht ist der Verlierer des 23. Spieltags. Während Mönchengladbach in Gummersbach gewann und Aachen dem OSC Rheinhausen einen Punkt abtrotzte, verlor das Team von Manuel Seinsche bei der wiedererstarkten TSV Bonn rrh. Noch bleibt der SSV als Tabellenzwölfter aber einen Punkt vor Aachen. „Wir stehen weiter über dem Strich und es sind noch sechs Punkte zu vergeben“, kommentiert Seinsche der spannenden Abstiegskampf, in dem der SSV am vorletzten Spieltag nach Aachen muss.

 

Das Spiel in Bonn war indessen ein Spiegelbild vieler SSV-Auftritte in dieser Saison. Eine deutlich zu hohe Fehlerquote kostete die Südkreisler mögliche Punkte. Unbedrängte Pässe in Aus, dazu einige Fehler gegen die offensive Deckung Bonns sorgten dafür, dass immer wieder Gegenstöße auf das Tor von Phillip Winkler zurollten. Der SSV-Torhüter war mit 23 Paraden bester Spieler. Dabei begann das Match gut aus SSV-Sicht: Über 1:4 (7.) und 4:7 (12.) gehörten die Anfangsminuten den Gästen, die nach einer Roten Karte gegen Johannes Urbach aber aus dem Takt kamen. Bonns Außen Niklas Bitzer war ihm beim Absprung auf den Fuß getreten und umgeknickt. Das Spiel kippte zum 11:9 (23.), Nümbrecht blieb dank der Winkler-Paraden bis zum 13:13 (27.) aber im Spiel. Die TSV hatte aber den längeren Atem und ging mit einer 16:13-Führung in die Pause.

 

Diesem Rückstand sollte Nümbrecht den gesamten zweiten Durchgang hinterherhecheln. 18:15 (41.), 22:16 (47.), 24:20 (50.) und 27:23 (55.) waren die weiteren Zwischenstände. „Bonn hat das auch einfach gut gemacht und hatte mit René Krouß ebenfalls einen starken Keeper. Für uns war es einfach enttäuschend, weil wir den Gegner immer wieder zu einfachen Toren eingeladen haben und uns nicht für unsere gut herausgespielten Chancen belohnt haben“, so Seinsche, der zudem den Ausfall von Dag Dissmann (Oberschenkelverletzung) zu beklagen hatte. Bevor es am Samstag in der GWN-Arena zum Derby gegen den HC Gelpe/Strombach kommt, treffen beide Teams schon am Freitag im Endspiel um den Kreispokal aufeinander. Für Seinsche sind die Prioritäten klar gesetzt: „Wir werden das am Dienstag mannschaftsintern besprechen, aber der Pokalsieg ist uns nicht so wichtig wie der Klassenerhalt!“

 

Nümbrecht: Tim Hartmann (9), Fabian Benger (5), Dominik Donath (3), Lennart Last (2), Dag Dissmann (2/1), Tim Henrichs, Niklas Witthaut, Johannes Urbach, Phillip Winkler (je 1).

 

 

HC Gelpe/Strombach – TV Aldekerk 30:25 (13:7).

 

Freude und Erleichterung beim HC Gelpe/Strombach. Die Gummersbacher Spielgemeinschaft ist nach dem 30:25-Heimsieg gegen den TV Aldekerk gerettet. Drei Spieltage vor Schluss beträgt der Vorsprung auf die Abstiegsränge sechs Punkte. Zwar könnte der Tabellenvorletzte BTB Aachen noch gleichziehen und hätte auch den direkten Vergleich auf seiner Seite. Da die Kaiserstädter aber auch noch gegen Nümbrecht spielen müssen, könnte dann der SSV (derzeit fünf Punkte Rückstand) nicht mehr am oberbergischen Konkurrenten vorbeiziehen. Selbst HC-Trainer Daniel Rodriguez war diese Konstellation am Sonntagmorgen noch nicht aufgefallen, weshalb er zunächst nur davon sprach, „dass wir quasi durch sind“.

 

Gegen Aldekerk zeigte sein Team eine starke Vorstellung - besonders defensiv. „Das war heute richtig stark. Leider fehlt uns über die gesamte Saison die Konstanz. Wenn wir auch auswärts so auftreten würden, hätten wir wesentlich mehr Punkte“, sagte Rodriguez. Die Oberberger mussten kurzfristig den erkrankten Malte Meinhardt ersetzen. Seine Rolle in der 5:1-Deckung übernahm Tobias Müller. Dafür kehrte Leonard Viebahn in den Kader zurück. „Ich war begeistert von der Abwehr. 20 Minuten lang kassieren wir nur drei Gegentore, zur Halbzeit auch nur sieben. Da gab es nichts zu meckern“, lobte der HC-Coach sein Team. Aldekerk wurde immer wieder in schlechte Wurfsituationen gezwungen, sodass viele Bälle ein gefundenes Fressen für Torhüter Islam Elnoamany waren. Über 9:3 (18.) ging es mit einem 13:7 in die Pause.

 

Offensiv steuerte Arvid Pötz das Spiel stark. Dazu unterstrich Mike Heinzerling seine seit Wochen anhaltende Topform. Auch der aus dem Oberligateam hochgezogene Lasse Jürges zeigte auf der linken Außenbahn eine gute Leistung. Nach dem Seitenwechsel bauten die Oberberger ihre Führung sogar bis zum 26:13 (42.) aus, ließen in der Schlussviertelstunde dann aber die Zügel schleifen. „Bis zur 40. Minute war ich begeistert von den Jungs, danach waren wir nicht mehr ganz so griffig. Bis dahin hat die Mannschaft aber alle gestellten Aufgaben perfekt erfüllt“, sagte Rodriguez. In Gefahr geriet der HC-Erfolg aber zu keinem Zeitpunkt. Mit Blick auf den  Klassenerhalt wurde der im Sommer scheidende HC-Coach fast ein wenig wehmütig: „Die Mannschaft wurde von Außen oft kritisiert. Ich bin überzeugt, wir hätten Großes erreichen können, wenn dieses Team zusammenbleiben würde. Das Potential ist riesig. Leider werden sich die Wege trennen.“

 

Gelpe/Strombach: Mike Heinzerling (8), Arvid Pötz (6), Felix Maier (5/2), Leonard Viebahn, Lasse Jürges, Paul Roth, Julius Walch (je 2), Tobias Müller, Lukas Altjohann, Karol Makowiecki (je 1).

 

[Anm.d.Red.: In einer vorherigen Version des Artikels stand, dass der HC Gelpe/Strombach den Klassenerhalt zu 99 Prozent sicher hat. Wir haben den Fehler berichtigt und bitten ihn zu entschuldigen.]

 

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