HANDBALL

Alles oder nichts: Halten Nümbrechts Nerven in Aachen?

pn; 07.05.2026, 09:00 Uhr
Foto: Thomas Wirczikowski ---- Für Tim Hartmann und den SSV Nümbrecht geht es am Samstag um alles im Abstiegskampf.
HANDBALL

Alles oder nichts: Halten Nümbrechts Nerven in Aachen?

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pn; 07.05.2026, 09:00 Uhr
Oberberg - Die SSV-Handballer setzen beim Abstiegsendspiel bei BTB Aachen auch auf ihre Fans - Gummersbach II und Gelpe/Strombach zum letzten Mal diese Saison vor heimischen Publikum.

VfL Gummersbach II – HC Weiden (Samstag, 18 Uhr, SCHWALBE arena).

 

Hinspiel: 31:37.

 

Es fehlen: Moritz Riedel, Konstantin Kasch, Malte Petersen (alle Verletzung).

 

Die Abschiedstour geht weiter: Die Handballer des VfL Gummersbach II bestreiten am Samstagabend ihr vorerst letztes Heimspiel in der Regionalliga Nordrhein, der Abstieg ist lange besiegelt. Zu Gast in der SCHWALBE arena ist der HC Weiden. Für VfL-Coach Jan Schwenzfeier eins der Spitzenteams der Liga. „Sie haben eine sehr gute und relativ konstante Saison gespielt. Das ist eine gute Mannschaft mit einer wirklich vernünftigen Abwehr und guten Torhütern“, sieht er sich gegen die Gäste in der Außenseiterrolle. Der Tabellenfünfte (29:19 Punkte) gehörte lange zu den Aufstiegskandidaten, verabschiedete sich aus dem Titelrennen aber frühzeitig mit einer eher durchwachsenen Rückrunde.

 

11:11 Punkte holte das Team von Trainer Marc Schlingensief in der Rückserie. Am vergangenen Wochenende unterlag man dem neuen Meister Bayer Dormagen II mit 26:33, gewann davor aber drei Spiele in Folge. Schwenzfeier weiß um die offensiven Stärken der Weidener: „Sie sind sehr gefestigt, haben einen quirligen Mittelmann und sind vor allem aus der zweiten Reihe gefährlich.“ Von den eigenen Fans wollen sich die Gummersbacher versöhnlich verabschieden. „Unser Ziel ist es, den bestmöglichen Handball zu spielen, den wir spielen können“, sagt Schwenzfeier. Offizielle Verabschiedungen wird es am Samstag nicht geben. Diese werden im Rahmen des letzten Bundesliga-Spieltags der Profimannschaft durchgeführt.

 

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HC Gelpe/Strombach – TSV Bonn rrh. (Samstag, 19:45 Uhr, Eugen-Haas-Halle).

 

Hinspiel: 37:29.

 

Es fehlen: Julius Walch, Felix Soldanski (beide Verletzung), Daniel Rodriguez (beruflich verhindert).

 

Einsatz fraglich: Leonard Viebahn (Zerrung).

 

Das letzte Spiel vor den eigenen Fans – das ist in der Regel auch die Bühne für Verabschiedungen. Bei den Handballern des HC Gelpe/Strombach werden am Wochenende gleich eine ganze Reihe von Präsenten überreicht. Dem Regionalligisten steht im Sommer ein großer Umbruch bevor. Gleich mehrere Spieler werden den Verein verlassen. Verabschiedet werden aber auch die beiden Frauen-Trainer David Hoffmann und Lena Steuck. Nur einer wird am Samstag fehlen: Der scheidende HC-Coach Daniel Rodriguez ist beruflich verhindert und wird im Heimspiel gegen die TSV Bonn rrh. von Co-Trainer Eduard Debnar und Oberliga-Chefcoach Ilja Schattner vertreten.

 

Sportlich geht es gegen Bonn um nichts mehr. Den Klassenerhalt haben die Oberberger mit 22:26 Punkten längst gesichert, zudem Rückenwind aus dem Derbysieg in Nümbrecht vergangene Woche. Auch Bonn liegt mit 26:22 Punkten im gesicherten Mittelfeld. Ein kleines Ziel ruft Rodriguez dann aber doch noch aus: „Wir haben noch zwei Spiele und können noch genauso viele Punkte wie vergangene Saison sammeln. Das wollen wir versuchen zu erreichen. Dann wäre es eine angesichts der vielen Unruhen eine nahezu perfekte Saison.“ Das Bonner Spielsystem komme seinem Team entgegen, ist der HC-Coach überzeugt. „Wenn wir die Zweikämpfe gewinnen, haben wir gute Chancen“, glaubt er. Fraglich ist allerdings noch der Einsatz von Leonard Viebahn, der sich gegen Nümbrecht mit einer Zerrung durch die 60 Minuten durchkämpfen musste.

 

 

BTB Aachen – SSV Nümbrecht (Samstag, 20 Uhr).

 

Hinspiel: 28:28.

 

Es fehlen: Benedikt Opitz, Torben Lang (beide Verletzung).

 

Der Ernst der Lage ist bei den Handballern des SSV Nümbrecht längst angekommen. Nach der 29:31-Derbyniederlage gegen den HC Gelpe/Strombach sind die Südkreisler mit 15:33 Punkten auf einen Abstiegsplatz abgerutscht und die Situation wird für den letztjährigen Aufsteiger zunehmend schwieriger. Zwei Spieltage vor dem Saisonende hat das Team von Manuel Seinsche den Klassenerhalt aber weiterhin in der eigenen Hand. Im direkten Duell mit BTB Aachen (16:32 Punkte) gilt am Wochenende allerdings: Verlieren verboten. Bei einer Niederlage würden die Chancen auf den Ligaverbleib auf ein Minimum sinken und man wäre von den Ergebnissen von Borussia Mönchengladbach (17:31 Punkte) abhängig.

 

„Für uns ist es die letzte Chance. Jeder weiß, dass wir die schlechteste Ausgangslage im Tabellenkeller haben und 60 perfekte Minuten brauchen werden, um in Aachen zu bestehen. Aber wir haben noch 120 Minuten, in denen es um alles geht und den Klassenerhalt weiter in der eigenen Hand“, sagt SSV-Trainer Manuel Seinsche. Ihm oblag unter der Woche die schwierige Aufgabe, sein Team nach der bitteren Derbypleite wieder aufzurichten. „Diese Niederlage hat uns hart getroffen. Wir dürfen niemals so den Faden verlieren“, so Seinsche weiter. Die Nümbrechter hatten gegen den oberbergischen Rivalen eine Acht-Tore-Führung zur Pause noch verspielt.

 

Sein Team habe aber nicht nur gegen Gelpe/Strombach, sondern auch in den Spielen davor, gnadenlos lernen müssen, dass Schwächephasen für den Aufsteiger kaum kompensierbar sind. „Wir haben diese Saison mehrfach mit 15 bis 20 schwachen Minuten Chancen auf Siege weggeworfen. Diese Fehler sind uns gnadenlos um die Ohren geflogen. In Aachen sind wir jetzt in der Bringschuld und jeder Spieler weiß, worum es am Samstag geht“, erklärt Seinsche.

 

Ganz anders dürfte die Stimmung im BTB-Lager sein. Nach einer längeren Durststrecke holte das Team aus den letzten beiden Spielen drei wichtige Punkte. Sogar Trainer Simon Breuer-Herzog (42) schnürte im Abstiegskampf nochmal die Handballschuhe und gab dem Team gegen Aldekerk mit seiner Routine Sicherheit. „Das ist einfach ein wertvoller Spieler, der auch unter Druck die richtigen Entscheidungen trifft“, meint Seinsche. Aufpassen müssen die Nümbrechter aber auch auf Mittelmann Tim Schnalle, der gegen Aldekerk zehn Tore erzielte und auf Shooter Carsten Jacobs, der mit 171 Toren zweitbester Torschütze der Liga ist. „Das ist eine sehr griffige Mannschaft, die außerdem Selbstvertrauen getankt hat. Das ist uns leider nicht gelungen“, so der SSV-Coach.

 

Verlassen können sich Nümbrechts Handballer im Abstiegskampf auf jeden Fall auf ihre Fans. Die Tickets für den Bus, mit dem das Team nach Aachen reisen wird, sind nahezu ausverkauft. Viele wollen laut Seinsche auch mit Autos in die Kaiserstadt mitreisen, um im Gillesbachtal für Heimspielatmosphäre zu sorgen.

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